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«Falschaussagen»: Luzerner Verein wehrt sich gegen NZZ
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Der Luzerner Verein «Wasser für Wasser» wehrt sich gegen einen Artikel in der «NZZ am Sonntag». (Bild: zvg )

«Wasser für Wasser» fühlt sich verunglimpft «Falschaussagen»: Luzerner Verein wehrt sich gegen NZZ

3 min Lesezeit 04.07.2017, 17:33 Uhr

Der Luzerner Verein «Wasser für Wasser» wird in der «NZZ am Sonntag» angegriffen: Solche Hilfswerke seien ein «billiger Trick» für Gastronomen, mit Leitungswasser kräftig abzusahnen. Die Organisation wehrt sich – man würde «unsachgemäss dargestellt». Vielleicht hat der Autor auch einfach die Hilfswerke verwechselt.

Der Luzerner Verein «Wasser für Wasser» (WfW) ist not amused. Grund zur Aufregung ist ein Artikel in der «NZZ am Sonntag». Darin macht Balz Hösly, Rechtsanwalt und Co-Autor von Waltis Beizenführer, in einem Gastbeitrag seinem Ärger Luft. Er kritisiert im Beitrag kostenpflichtiges Hahnenwasser in Restaurants.

Dabei gerät auch die Luzerner Hilfsorganisation ins Visier der Kritik. Trotz sozialem Anstrich: «Tatsache ist, dass der Löwenanteil von mehr als drei Vierteln der für Wasser bezahlten Zeche in den Taschen der Wirte landet», schreibt Hösly.

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Doch damit nicht genug. Die Gäste hätten mit jedem bestellten Halbliter «obligatorisch einen Teil der verrechneten Preise in der Dritten Welt zu spenden». Zur «bemühenden Rechnung für Hahnenwasser» käme also noch eine «inakzeptable Bevormundung der Gäste», wie der ehemalige FDP-Kantonsrat ausführt.

«Löwenanteil bleibt beim Betrieb»

Diese Behauptungen seien «Falschaussagen», wie WfW auf seiner Facebookseite schreibt. Dass der Verein den Gastronomiebetrieben helfe, unter dem Vorwand eines karitativen Zwecks Gewinn aus dem Leitungswasserverkauf zu schlagen, indem der «Löwenanteil» in die Taschen der Betriebe fliesse, sei falsch. WfW und dessen Partner würden im Artikel vom Sonntag «unsachgemäss dargestellt und verunglimpft».

«Es ist gar möglich, dass der Autor WfW mit einer anderen Organisation verwechselt und deshalb aus einer falschen Faktenlage falsche Schlüsse zieht», so die Verantwortlichen. Dabei sind die Vorwürfe an die Adresse des Hilfswerks ziemlich heftig, wenn Hösly über die Zusammenarbeit von Gastronomen mit karitativen Organisationen schreibt: «Diese Praxis ist ein billiger Trick, das Hahnenwasser – mit einem Feigenblatt kaschiert – zu verrechnen.»

So sehen die beiden Systeme von «Wasser für Wasser» aus.

So sehen die beiden Systeme von «Wasser für Wasser» aus.

(Bild: screenshot)

Wasser für Wasser schreibt in seinem Statement: Hösly lasse ausser Acht, dass der Verein zwei verschiedene Modelle anbietet: Beim «WfW Classic» bieten Gastronomen Leitungswasser zu einem geringen Preis an – nebenbei gibt es aber auch noch Markenmineralwasser. Die Einnahmen aus dem Leitungswasser-Verkauf gehen dabei zu 100 Prozent an die Organisation – dem Restaurant bleibt nichts. Nach diesem System operieren ganze 230 Partner.

Ein teilnehmender Betrieb verdient nur am Leitungswasser, wenn er dafür gänzlich auf Marken-Mineralwasser verzichtet. Von den Leitungswasser-Einnahmen fliessen in der Regel zwar «nur» 10 Prozent an den Verein, den Rest behält der Gastronomiebetrieb. Diese Einnahmen seien aber kein «billiger Trick, Hahnenwasser zu verrechnen», stellt WfW klar, sondern decken die ausfallenden Einkünfte der Mineralwasser-Verkäufe. Tatsächlich: Dies sorgfältig auszuformulieren, versäumt Gastautor Hösly in seiner Kolumne.

WfW wehrt sich gegen Pauschalaussagen

Zum Vorwurf, die Gäste würden bevormundet und ihnen würde eine Spende für die Dritte Welt aufgezwungen, sagt Mitgründer Lior Etter: «Welches Wasser ein Betrieb auf der Karte hat, ist genauso eine Entscheidung des Wirts wie beispielsweise die Frage, welchen Wein er anbietet. Das ist für uns keine Bevormundung.» Dies gelte für die ganze Karte.

Auf die Frage, ob es beim Wasserausschank eine «Administrationsgebühr» gebe, wie Hösly dies schreibt, sagt Etter: «Hier macht der Autor des Textes eine pauschale Aussage über mehrere Hilfswerke, die für WfW nicht zutrifft.» Es sei durchaus möglich, dass dieses System einer Pauschale besteht, bei ihnen gebe es aber nichts dergleichen. «Er nimmt mehrere Organisationen und wirft sie in den gleichen Topf», so Etter.

Der Verein pocht derweil auf eine Gegendarstellung. Wie die Verantwortlichen auf Facebook verkünden, stehe man mit der NZZ in Kontakt. Die «NZZ am Sonntag» bestätigt auf Anfrage, dass man gemeinsam mit den Initianten des Vereins eine Lösung sucht.

So wehrt sich der Verein «Wasser für Wasser» gegen den «NZZ am Sonntag»-Bericht:

 

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