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Prozess gegen Zuger Jugendliche beginnt bald «Fall Alain»: Vater darf beim Prozess nicht dabei sein

2 min Lesezeit 22.09.2016, 07:19 Uhr

Vor gut einem Jahr wurde auf der Zuger Schützenmattwiese ein 21-jähriger zusammengeschlagen. Darauf nahm er sich das Leben. Bald beginnt der Prozess gegen die mutmasslichen Täter – der Vater des Opfers muss bei den Verhandlungen aber draussen bleiben. Experten sind erstaunt.

Der Fall hatte Zug erschüttert: Ein 21-jähriger Mann wurde in der Freitagnacht auf den 5. September des letzten Jahres an der Zuger Schützenmattwiese von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen – drei Tage später nahm er sich das Leben (zentralplus berichtete). Der Vater des Verstorbenen hat daraufhin über Facebook nach Zeugen gesucht, und dafür hohe Belohnungen ausgesprochen. Er schrieb damals auf Facebook: «Mein Sohn war psychisch angeschlagen, hat sich nach diesem Vorfall nicht mehr auf die Strasse getraut und sich letztendlich für den Freitod entschieden.»

Prozess ohne den Vater des Opfers

Bald geht nun der Prozess gegen die damals 15 und 16-jährige Täter los. Da es ein Jugendstrafprozess ist, soll dieser unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Auch der Vater des Opfers darf nur als Zeuge in den Saal und muss diesen danach wieder verlassen, wie die «Zuger Zeitung» berichtet.

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Dies stösst nicht überall auf Verständnis: Er sei schon sehr überrascht über diese Anordnung des Strafgerichts gewesen, den Vater zur Verhandlung nicht zuzulassen, sagt Alex Briner, ehemaliger Jugendanwalt des Kantons Zug gegenüber der Zeitung. Für den Vater des Opfers sei es doch sehr wichtig, das Ganze verarbeiten zu können. Aus diesem Grund sollte dieser am Prozess auch anwesend sein können, so briner. Nicht zuletzt sei es ja heutzutage auch möglich, Jugendstrafverhandlungen im Ausnahmefall öffentlich zu machen – wenn dies wirklich im öffentlichen Interesse stünde. In Briners Augen ist die Publizität des Falls und die Schwere des Delikts sogar Kriterien für ein solches Interesse.

Der «Fall Alain» interessiert sie? zentralplus wird umgehend über die Neuigkeiten informieren.

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