Faire Löhne für Feuerwehrleute gefordert
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Die Feuerwehr Baar im Einsatz – künftig soll sie von der ersten Minute an bezahlt werden. (Bild: Gemeinde Baar)

Baar stimmt ab Faire Löhne für Feuerwehrleute gefordert

2 min Lesezeit 5 Kommentare 22.11.2020, 10:28 Uhr

Dauert ein Einsatz weniger als eine Stunde, erhalten die Angehörigen der Feuerwehr Baar keine Entschädigung. Diese veraltete Regelung soll an der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember angepasst werden.

Geht der Alarm los, lässt ein Angehöriger der Feuerwehr alles stehen und liegen – am Arbeitsplatz oder in der Freizeit – und macht sich auf den Weg ins Feuerwehrdepot. Zum Glück erweisen sich zahlreiche Aufgebote als Fehlalarme oder die Einsätze sind rasch beendet.

Die Feuerwehrfrau kann das Depot nach weniger als einer Stunde wieder verlassen und an seinen Arbeitsplatz oder zu ihrer Familie zurückkehren. Eine Entlöhnung erhalten die Baarer Feuerwehrangehörigen für ihren Dienst an der Öffentlichkeit in einem solchen Fall nicht, obwohl die Arbeit oder der Grillplausch mit der Familie unterbrochen werden musste.

Das aktuelle Feuerwehrreglement der Gemeinde Baar besagt, dass Einsätze der Feuerwehr erst ab einer Einsatzzeit von einer Stunde entschädigt werden. Als Einsatzzeit gilt die Spanne zwischen dem Betreten und dem Verlassen des Feuerwehrgebäudes. «Diese Regelung ist nicht mehr zeitgemäss», wird der für die Feuerwehr zuständige Gemeinderat Zari Dzaferi in einer Mitteilung zitiert. Im Kanton Zug würden derzeit in sieben von elf Gemeinden Alarmaufgebote ab der ersten Minute entschädigt. 

Mehrkosten bis zu 45’000 Franken

Erfahrungsgemäss dauern rund drei Viertel der Alarmaufgebote nur 30 bis 45 Minuten, werden bis anhin also nicht entschädigt. Zukünftig soll die erste Einsatzstunde pauschal vergütet werden.

Mit dieser Anpassung des Feuerwehrreglements und der Einführung der Besoldung ab der ersten Einsatzminute entstehen jährliche Mehrkosten von zwischen 35’000 und 45’000 Franken. Die Stimmbürger werden an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 9. Dezember (19.30 Uhr, Waldmannhalle), über die entsprechende Anpassung des Feuerwehrreglements befinden.

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5 Kommentare
  1. Linus, 23.11.2020, 11:22 Uhr

    Ich oute mich mal als konservativer Pfeffersack. Dieser Gender Wahnsinn geht mir echt gewaltig auf die Nerven. Das ist sowas von aufgesetzt und Weltfremd. Feuerwehrfrau echt jetzt? Wisst ihr eigentlich dass es ziemlich viele Frauen in der Feuerwehr z.B in Steinhausen gibt. Geht doch mal in die weite Welt und seht selber. Ein Besuch bei der Feuerwehr würde den Leuten wahrscheinlich mehr über Gleichberechtigung lehren, als dieser moralistische Genderquatsch. Es heisst Feuerwehrmann, wär ja gleichbescheuert wie wenn ich sagen würde schweizer frauen nationalfrauschaft… Oh man. Keine Frau wird sich für die Feuerwehr interessieren, nur weil man von Feuerwehrfrau spricht, so ein Quatsch. Ausserdem sind Männer sowieso viel geeigneter, weil sie schon seit Geburt im Umgang mit ihrem Schlauch und dem rum Spritzen geübt sind. Warum versteht ihr das nicht? Das ist natürlich totaler Quatsch, aber Hauptsache seinen Senf dazugeben… Bringt doch gescheiter irgend ein Portrait, bei der Feuerwehr hat es genug Frauen, die als Vorbilder dienen. Und hört endlich mal auf Professoren, Politiker, CEOs als die Elite anzusehen, die Welt wird nicht gerechter, wenn man das auch noch den Frauen vorgauckelt. Zum Artikel. Das man sowas überhaupt diskutieren muss, die Feuerwehr gerecht zu bezahlen. Trotzdem wird niemand Feuerwehrmann wegen des Geldes, deshalb sind das ja gerade Helden. CEO wird niemand, weil er ein Held sein will, sondern ein reicher Pfeffersack.

    1. Guellemaetteli, 23.11.2020, 19:10 Uhr

      @Linus
      Weitgehend teile ich deine/Ihre Meinung bezüglich Gender-Wahnsinn, aber hier nicht:
      „Ausserdem sind Männer sowieso viel geeigneter, weil sie schon seit Geburt im Umgang mit ihrem Schlauch und dem rum Spritzen geübt sind.“
      In jedem Berufsfeld braucht es differenzierte Eigenschaften – auch bei der Feuerwehr! Und da sind taffe Frauen wie Männer gefordert. Aber Bezahlen ist ein kleiner, aber keines Falls unwesentlicher, Teil der Anerkennung.

  2. igarulo, 22.11.2020, 18:18 Uhr

    Die brauchen gute Bezahlung. Die Bänker bezahlt man auch gut, nützen aber nichts. Im Gegensatz zum Feuerwehrman+Frau.

  3. Kasimir Pfyffer, 22.11.2020, 18:00 Uhr

    „Die Feuerwehrfrau kann das Depot nach weniger als einer Stunde wieder verlassen und an seinen Arbeitsplatz oder zu seiner Familie zurückkehren.“
    Das Feuerwehrfrau ist männlich?

    1. Redaktion Lena Berger, 22.11.2020, 19:20 Uhr

      Danke für den Hinweis. Ich korrigiere das.

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