Die Luzerner Politik sorgt sich um das Pflegepersonal
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Ein neuer Lehrgang den Einstieg in die Gesundheisbranche vereinfachen. (Bild: luks.ch)

Regierung sieht Spitäler in der Pflicht Die Luzerner Politik sorgt sich um das Pflegepersonal

2 min Lesezeit 3 Kommentare 27.04.2021, 07:49 Uhr

Mehrere Vorstösse von Luzerner Parteien fordern besser Arbeitsbedingungen für das Gesundheitspersonal. Die Luzerner Regierung sieht sich aber nur bei der Ausbildung des Pflegepersonals in der Verantwortung.

Die Corona-Pandemie belastet nicht nur die Luzerner Bevölkerung, sondern gerade auch das Gesundheitspersonal. Nun nehmen sich mehrere Vorstösse von Politiker aus unterschiedlichen Parteien dem Thema an. Die Luzerner Politik fordert, dass der Kanton sich besser um die Angestellten kümmern soll.

Unter anderem soll der Pflegeberuf attraktiver gestaltet und gegen den Fachkräftemangel vorgegangen werden, berichtete das «Regionaljournal» heute Morgen.

Die Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen liegt bei den Spitälern

Es werden verschiedene Vorstösse an die Luzerner Regierung herangebracht. Die SP bringt vor, dass einzelne Angestellte bereits nach wenigen Jahren aus der Gesundheitsbranchen aussteigen. Es wird gefragt, wie der Kanton Luzern diesen Rückgang zukünftig stoppen will. Die CVP setzt bei diesem Anliegen an. Sie macht sich Sorgen, dass die Pandemie die Fluktuation beschleunigen werde.

Die Antwort der Regierung auf diese und weitere ähnliche Vorstösse zeigt auf, dass sie das Anliegen zwar anerkennt, die Verantwortung aber bei den Spitälern und Heimen selber sieht. Faire Arbeitsbedingungen seien daher Aufgabe der Arbeitgeber.

Es wird weiter Kritik von den Luzerner Parteien ausgeübt, das beispielsweise das Umziehen des Pflegepersonals nicht als Arbeitszeit verrechnet wird. Die Regierung nimmt bisher dazu keine Stellung. Dies, weil im Moment ein Gerichtsverfahren laufe. Ob die Umkleidezeit bezahlt werden sollte oder nicht, ist weiterhin Aufgabe der Spitäler.

Neuer Lehrgang im Sommer soll helfen

Die Regierung sieht sich jedoch in der Pflicht, wenn es um die Ausbildung des Personals geht. Hier betont sie, dass der Kanton Einfluss nehmen zu können. So startet diesen Sommer ein neuer Lehrgang, der Erwachsene für den Pflegeberuf vorbereiten soll. Dies soll helfen, mehr Menschen den Einstieg in die Branche zu ermöglichen.

In einem Punkt schätzt die Regierung die Lage nicht so problematisch ein, wie aus den Vorstössen vorgeht. Es sind nicht mehr Kündigungen bei der Spitex, Heimen oder Spitälern eingegangen. Auch gebe es kaum Angestellte, die wegen einer Corona-Erkrankung längerfristig ausfallen würden. Es wird schliesslich auf die Diskussion auf nationaler Ebene verwiesen: Der indirekte Gegenvorschlag zu der Pflegeinitiative soll zu besseren Bedingungen in der Gesundheitsbranche führen.

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3 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 27.04.2021, 09:05 Uhr

    Dauerte aber lange, dass die Politik gemerkt hat, dass das Beklatschen das Pflegepersonal nicht froh macht. Gerade die CVP sollte sich hier vornehmlich zurückhalten. Versuchte nicht gerade diese Partei mit Schokolade das Ganze zu lösen? Solange die CVP mit krankenversicherungshörigen Politiker (Hummel VR Concordia, Graf Concordia nah und künfitger VR?) agiert, sind solche Aktionen wohl eher zynisch. Hier geht es wohl kaum um das Umkleiden sondern um die Tatsache, dass das Pflegepersonal massiv unterbezahlt ist.

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    1. Hans Hafen, 27.04.2021, 13:37 Uhr

      Es ist wie Sie sagen: Die hoffnungslose Verfilzung des gesamten Systems verhindert eine sinnvolle und zweckdienliche Reformation des KVGs. Hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand weiss es mittlerweile jede/r: Das KVG ist längstens zum Selbstbedienungsladen mutiert für Lobbyisten, KK-Verwaltungsräte, die Medizinal- und Ärzteindustrie usw., finanziert aus Zwangsabgaben und ohne Einflussmöglichkeiten der Geprellten. Wüsste ich es nicht besser und wäre die Faktenlage nicht so eindeutig, würde ich solch ein System gerne als legalisiertes, organisiertes Verbrechen und als Diebstahl an der Bevölkerung bezeichnen! Das paralysierte Stimmvolk fällt leider noch immer seit Jahr und Tag auf die irreführende PR der Krankenkassenindustrie herein. Und bezahlt am Ende lächelnd die Zeche!

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    2. Michel von der Schwand, 27.04.2021, 15:41 Uhr

      @Hans Hafen: Nahezu perfekt analysiert! Nur, dass es noch viel Schlimmer ist, als Sie es beschreiben. Es kann nicht sein, dass der Verwaltungsratspräsident der Concordia im Spitalrat des Luzerner Kantonsspital gesessen hat! Was hat dieser dort zu suchen? Warum sitzen Nationalräte in den Verwaltungsräten von Krankenversicherungen wie CSS, Concordia, Groupe Mutuel etc. Dies hat zur Folge, dass diese Politiker in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit sitzen. Wiederum glänzt hier die Concordia mit Frau Humbel (Mitglied Verwaltungsrat der Concordia) oder Lorenz Hess, der gar als Verwaltungsratspräsident der Visana in dieser Kommission Einsitz hat. Oder fragen Sie sich einmal, wieso der Präsident von GastroSuisse im Verwaltungsrat der Swica sitzt? Nicht lustig ist das Ganze!

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