EWL und EGZ müssen Millionen-Busse bezahlen
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Die EWL wurde gemeinsam mit der EGZ zu einer Millionenbusse verdonnert. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Zugang zum Gasnetz verweigert EWL und EGZ müssen Millionen-Busse bezahlen

1 min Lesezeit 1 Kommentar 04.06.2020, 12:16 Uhr

Die beiden Energieversorger sind von der Wettbewerbskommission gebüsst worden. Sie hätten ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht. Für den Entscheid hat die EWL aber kein Verständnis.

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat der Energie Wasser Luzern (EWL) und der Erdgas Zentralschweiz AG (EGZ) eine Busse von über 2,6 Millionen Franken auferlegt. Sie hatten Drittanbietern die Nutzung des Gasnetzes in der Stadt Luzern verweigert, wie die Weko am Donnerstag bekannt gab.

Eine Anbieterin hatte ein Gesuch für eine Durchleitung zu ihren Kunden gestellt, die beiden Erdgas-Betreiber lehnten jedoch ab. Eine Privatperson hatte daraufhin geklagt. Nun urteilt die Weko: Das sei ein Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung. Damit fällt sie einen Grundsatzentscheid und öffnet den Zentralschweizer Gasmarkt.

EWL und EGZ halten Busse für nicht gerechtfertigt

Die Busse wäre noch höher ausgefallen. Doch die EWL und die EGZ haben von sich aus ein Konzept erarbeitet, wie sie künftig allen Anbietern die Erdgas-Lieferung an deren Kunden ermöglichen wollen. Deshalb fiel die Busse reduziert aus. Zwar akzeptieren die beiden Unternehmen die Busse, halten sie aber nicht für gerechtfertigt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Mit der Busse hatte die ewl gerechnet. Deshalb hat sie bereits begonnen, finanzielle Reserven zu bilden (zentralplus berichtete). Diese belaufen sich auf 3,2 Milllionen Franken.

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1 Kommentare
  1. Joseph de Mol, 04.06.2020, 12:48 Uhr

    Die WEKO ist eine gute und sehr wichtige Institution. Dieses Monopolgehabe eines ehemaligen öffentlichen Anbieters ist einfach nicht auszuhalten. Die gesamte Infrastruktur konnte unter hermetisch abgeriegelten und von sämtlichen Marktkräften abgeschotteten Verhältnissen auf Staatskosten aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Diese betriebswirtschaftlichen Vorteile nun illegitimerweise gegen Konkurrenten auf dem freien Markt einzusetzen und damit faktisch die immer noch vorhandene, de facto durch protektionistische Massnahmen geschützte Marktsituation auszunutzen, auf Kosten des abhängigen Endkonsumenten, zeigt deutlich auf, was diese Privatisierungen im Bereich elementarer öffentlicher Güter gebracht haben! Pseudo-neoliberales Gebaren auf Kosten des Konsumenten!! Wo sind bloss all die Synergien und Vorteile hin, von denen man vorgängig geschwärmt hat? Unglaublich frechdreistes Gebaren! Dasselbe der VBL. Hoffe echt, dass unter Rot/Grün in der Stadt Luzern diese Anbieter wieder vollverstaatlicht werden!

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