Planungen für EWL-Areal kosten knapp 8 Millionen Franken
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Blick aus Richtung der Industriestrasse auf die geplanten Neubauten. (Visualisierung: EWL Areal AG)

Stadtratsantrag zum ersten Finanzierungsschritt Planungen für EWL-Areal kosten knapp 8 Millionen Franken

3 min Lesezeit 29.10.2019, 11:00 Uhr

Nachdem das Siegerprojekt für die neue Überbauung auf dem EWL-Areal seit Sommer feststeht, treibt der Luzerner Stadtrat die Pläne nun voran. Er beantragt dem Parlament für den ersten Finanzierungsschritt einen Kredit von 7.83 Millionen Franken.

Beim EWL-Areal geht es voran: Im Juli wurde das Siegerprojekt «Rotpol» des Teams ARGE Halter/Eberli Sarnen AG erkoren (zentralplus berichtete). Nun legt der Luzerner Stadtrat dem Parlament den Bericht und Antrag zum ersten Finanzierungsschritt der EWL-Areal AG und zum Projektierungskredit für den Mieterausbau vor.

Die Finanzierung erfolgt in zwei Teilschritten. Der Stadtrat beantragt dem Parlament, für den ersten Schritt bis zur Erlangung der Baubewilligung eine Kapitaleinlage von sieben Millionen Franken sowie für die Projektierung des Mieterausbaus 0,83 Millionen Franken zu bewilligen.

Lobende Worte des Stadtrats

Der Stadtrat um Adrian Borgula (Grüne), der Verwaltungsratsmitglied der EWL-Areal AG ist, musste im Sommer die Pläne verteidigen, als unter anderem von Seiten der IG Industriestrasse und der IG Stadtentwicklung der Vorwurf eines «überladenen Raumprogramms» laut wurde. «Das Projekt Rotpol genügt in seiner jetzigen Form den Ansprüchen einer modernen Siedlungsgestaltung nicht», schrieb die IG Industriestrasse (zentralplus berichtete).

Im Bericht lobt der Stadtrat das Projekt. Die Umnutzug des EWL-Areals leiste einen wesentlichen Beitrag zur innerstädtischen Verdichtung, sei für die städtische Entwicklung von grosser Bedeutung und sei ein wesentlicher Beitrag zur Arealentwicklung Steghof. Das Projekt komme der gesamten Bevölkerung von Stadt, Region und Kanton zugute.

Der Stadtrat sei sich bewusst, dass bei einem solchen Grossprojekt auch gewisse Einschränkungen und Kompromisse nötig seien. «Das Projekt weist bedingt durch die grossen Nutzerbedürfnisse eine hohe – städtebaulich aber durchaus vertretbare – Dichte auf.»

Volk darf über zweiten Finanzierungsschritt befinden

Aktionäre der EWL-Areal AG sind je zu einem Drittel die Stadt Luzern, die EWL sowie die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern (ABL). Auf dem 20’000 Quadratmeter grossen Gebiet rund um die EWL wollen sie zwischen 2022 und 2026 eine neue Überbauung errichten. Dazu gehören einerseits Wohnungen, andererseits ein Sicherheits- und Dienstleistungszentrum. Die Feuerwehr der Stadt Luzern erhält mit dem Projekt einen neuen Stützpunkt.

Die heutige Feuerwache Kleinmatt befinde sich in einem schlechten baulichen Zustand, stehe am Ende ihrer Lebensdauer und könne den Ansprüchen der Berufsfeuerwehr nicht mehr genügen, so die Stadt Luzern. Investiert werden im Dreieck zwischen Geissensteinring, Industrie- und Fruttstrasse total rund 200 Millionen Franken.

Baubeginn für 2022 geplant

Über den zweiten Finanzierungsschritt für die Bauphase und die Investitionen in den Mieterausbau sowie die Miet-, Neben- und Unterhaltskosten der städtischen Nutzungen wird das Luzerner Stimmvolk voraussichtlich im Juni 2021 abstimmen können. Der gesamte städtische Finanzbedarf für die Beteiligung an der EWL-Areal AG, für die Investitionen in den Mieterausbau sowie für die künftigen Mieten inklusive Nebenkosten beläuft sich voraussichtlich auf 71,2 Millionen Franken.

Der Baubeginn der ersten Etappe soll im Sommer 2022 erfolgen, der Bezug ist für Sommer 2024 geplant, für die zweite Etappe wird der Sommer 2026 angepeilt. Es kann jedoch zu Projektverzögerungen kommen, sollte es zu Einsprachen gegen den Gestaltungsplan oder das Baugesuch kommen.

Nun geht es um die Berechnung der Mietpreise

Ausserdem läuft aktuell eine Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) in Luzern. Dabei wird für das EWL-Areal eine Erhöhung der Überbauungsziffer und der maximalen Fassadenhöhe von 21 auf 30 Meter beantragt. Dies unter anderem, weil die Feuerwehr und weitere Blaulichtorganisationen extra hohe Räume benötigen. Gegen die Anpassung der BZO auf dem Steghof-Areal wurden im Juli im Rahmen der öffentlichen Auflage Einsprachen eingereicht. Aktuell laufen die Einspracheverhandlungen.

Bei der weiteren Planung geht es nun um folgende Punkte: Unter anderem wird die EWL-Areal AG die Mietpreise berechnen und festlegen. Ausserdem plant sie, mit allen Nutzern bis Anfang 2020 Absichtserklärungen bezüglich der Mietflächen abzuschlissen. Bis zum Abschluss der Gesamtleistungsstudie bestand die Projektorganisation aus einem Projektleiterausschuss vonseiten Stadt, EWL und ABL. Mit dem Start der nächsten Planungsphase wird die Führung nun an die EWL-Areal AG übergeben.

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