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EVZ: Warum noch kein Ticket-Sharing?
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Es hat nicht sein sollen: Der EVZ verliert mit 3:6 gegen den SC Bern. Die Mannschaft bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung. (Bild: Fabrizio Vignali)

Trotz ausverkauftem Haus noch leere Plätze EVZ: Warum noch kein Ticket-Sharing?

4 min Lesezeit 06.10.2017, 14:55 Uhr

Erfolg wirkt anziehend: Ganze 6’000 Saisonkarten hat der EVZ für diese Saison verkauft – bei rund 7’200 verfügbaren Plätzen. Nicht selten werden die Abos aber gar nicht voll genutzt und die Plätze bleiben leer – andere Fans könnten profitieren, doch die Weitergabe gestaltet sich schwierig. Der EVZ denkt nun über eine Plattform nach.

Mitte September gab der EVZ bekannt, dass der Verkauf von Saison-Abonnementen per sofort eingestellt werde. Der Grund: Noch nie hatte es einen so grossen Andrang gegeben. «Ja, wir haben noch nie so viele Abos verkauft wie in dieser Saison», bestätigt Marisa Hürlimann, Mediensprecherin des EVZ. Mit dem Verkaufsstopp für Saisonabos wolle man beim Eissportverein sicherstellen, dass auch Einzeltickets im Umlauf bleiben – ein Heimspiel-Besuch soll für alle drinliegen.

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Vor der Saison aufgerüstet

Auf die neue Saison hin hatte der Verein bereits auf den Rängen aufgerüstet und Platz für neu 7’200 statt wie zuvor 7’015 Zuschauer geschaffen (zentralplus berichtete). Theoretisch würden also die restlichen 1’200 Karten pro Heimspiel auf sehnsüchtige Abnehmer warten. Allerdings: «Die Tickets im freien Verkauf sind unter anderem auch abhängig von verschiedenen Aktionen wie etwa der Schüleraktion, aber auch der Auslastung der Sponsorenkontingente», erklärt Hürlimann. Eine genaue Zahl könne somit nicht genannt werden.

«Die Zuschauerzahlen sind schon recht hoch, seit wir in der neuen Halle spielen.»

Reto Graf, Präsident des Fanclubs «Der 7. Mann – Herti Nordkurve»

Nicht alle freut es

Dass sich der EVZ über so viel Unterstützung freuen kann, kommt nicht bei allen gut an – zumindest auf Social Media. Unter dem Facebook-Post des EVZ zum Saisonkarten-Verkaufsstopp finden sich einige Kommentare, die sich über «Modefans» beschweren; nur jetzt, wo der EVZ Erfolg habe, würden sie den Weg ins Stadion finden. Andere hingegen meinen, die Zeit habe völlig gereicht, um sich ein Abo zu besorgen – jammern sei nicht angebracht.

Auf die Ankündigung, dass mit dem Saison-Abo-Verkauf Schluss ist, reagieren nicht alle Fans gut.

Auf die Ankündigung, dass mit dem Saison-Abo-Verkauf Schluss ist, reagieren nicht alle Fans gut.

(Bild: Facebook)

Wie sieht das Fan-Barometer diesbezüglich tatsächlich aus? Wir fragen bei Reto Graf, dem Präsidenten des Fanclubs «Der 7. Mann – Herti Nordkurve», nach. «Natürlich kommt in den Playoffs das Problem auf, dass Leute, die regelmässig an den Spielen waren, aber keine Saisonkarte besitzen, nicht mehr an ein Spiel gehen können. Während andere, die vorher nie da waren, das Glück hatten, ein Ticket zu ergattern. Aber dieses Risiko geht man halt ein, wenn man auf eine Saisonkarte verzichtet», erklärt Graf.

Dass sich nicht jedermann ein Saisonabo leisten kann, ist verständlich – selbst wenn die Zuger bei den Preisen nicht schlecht drinliegen. Vergleicht man die Stehplatz-Preise beim derzeitigen Spitzentrio der NLA, kommt man sogar deutlich am günstigsten weg: 570 Franken kostet eine EVZ-Saisonkarte auf den Stehrängen, inklusive Playoffs und Champions Hockey League. Fans des Spitzenreiters Bern müssen dafür 660 Franken hinblättern, beim momentan Drittplatzierten Fribourg-Gottéron sind es 650 Franken.

Trotz Strapazen happy: Diese EVZ-Fans sind die ersten in der Ticketschlange.

Der Ansturm auf die Playoff-Tickets ist stets gross – im Frühjahr standen Hartgesottene stundenlang für die begehrten Karten an.

(Bild: woz)

Man könne logischerweise auch feststellen, dass in erfolgreichen Zeiten mehr Fans kämen, welche man sonst nicht so oft an einem Spiel sehe, erklärt Graf weiter. «Die Zuschauerzahlen sind aber schon recht hoch, seit wir in der neuen Halle spielen; eine extreme Änderung habe ich nicht wahrgenommen.» Beim EVZ erklärt man auf die Frage nach den Fan-Reaktionen: «Konkrete Beschwerden darüber sind bei uns nicht eingegangen.»

Mögliche Lösung: Saisonkarten-Sharing

Ob Fan-Unmut oder nicht: Angesichts das Andrangs wäre es sicherlich eine gute Lösung, Saisonabos zu teilen, die nicht ständig im Gebrauch stehen. Möglich ist dies, wie die Medienverantwortliche erläutert: «Die Saisonabos sind übertragbar, somit ist es möglich, dass die Fans die Tickets weitergeben – was meistens im persönlichen Freundeskreis bereits geschieht.»

«Es muss zuerst ein zugeschnittenes Angebot gefunden werden, welches sich für den Klub und die Saisonkartenbesitzer dann auch lohnt.»

Marisa Hürlimann, Mediensprecherin EVZ

Den Bedarf oder den Wunsch an Eintritten für Heimspiele dürfte das jedoch noch nicht abdecken. Eine Lösung wäre deshalb die Nutzung von «Splitseat». Auf der von zwei SCB- und YB-Fans kreierten Plattform können Abos für einzelne Spiele geteilt werden. Dabei «verkaufen» die Besitzer ein Spiel und übergeben die Karte persönlich oder per Post.

Grundsätzlich stünde die Nutzung der Plattform auch EVZ-Fans offen, da die Saisonkarten übertragbar seien, erklärt Hürlimann auf Anfrage. Genutzt wird dies bisher aber wenig bis gar nicht, wie ein wenig Herumstöbern auf der Webseite zeigt: Für alle Heimspiele des EV Zug bis im März nächsten Jahres ist vorerst kein Angebot zu finden.

Eigene Plattform noch nicht in Planung

Eine eigene Plattform zum Abo-Sharing betreibt der EVZ nicht; über eine Einführung wurde jedoch schon diskutiert. «Es ist sicher ein Thema, welches wir intern besprechen und weiterverfolgen. Da die Investition in eine solche Plattform jedoch relativ gross ist, muss zuerst ein zugeschnittenes Angebot gefunden werden, welches sich für den Klub und die Saisonkartenbesitzer dann auch lohnt», erklärt Hürlimann.

Fakt ist: Knüpft der EVZ auch diesmal an die Leistungen der vorigen Saison an, müsste ein solches Sharing-System wirklich zum Thema werden.

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