Er steht vor einer Verlängerung der Zusammenarbeit mit dem EV Zug: Stürmer Marco Müller.
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Er steht vor einer Verlängerung der Zusammenarbeit mit dem EV Zug: Stürmer Marco Müller. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Bachofner und Cadonau vor Abgang EVZ vor Einigung mit Müller – und was ist mit Bertaggia?

5 min Lesezeit 18.11.2021, 17:01 Uhr

Schritt für Schritt macht Sportchef Reto Kläy mit der Kaderplanung des EV Zug für die nächste Saison vorwärts. Die Zuger und Marco Müller werden ihre Zusammenarbeit über die laufende Meisterschaft hinaus verlängern. Dafür endet die Zeit der Meisterspieler Jérôme Bachofner (25) und Claudio Cadonau (33) im EVZ-Dress.

Zwei «Nuller» in Folge – so eine Torflaute wie in den letzten beiden Spielen gegen die Rapperswil-Jona Lakers (0:3) und Davos (0:2) hat es unter der Leitung von EVZ-Trainer Dan Tangnes noch überhaupt nie gegeben. Der 42-jährige Meistermacher hat den Job im Sommer 2018 übernommen.

Das letzte Mal, als die Zuger in zwei aufeinanderfolgenden Spielen ohne Torerfolg vom Eis mussten, war in der Saison 2016/17. Damals kassierten sie am 14. und 17. Februar 2017 jeweils eine 0:3-Niederlage in Biel und Lausanne.

Aber es ist nicht die Zuger Ladehemmung, die Sportchef Reto Kläy dieser Tage umtreibt. Trotz massiver Verletzungsprobleme haben die Zuger in der Zeit vor der Nationalmannschaftspause acht Siege in Serie feiern können. Und das verleiht dem EVZ-Sportchef Gelassenheit und Zuversicht, dass ausreichend Charakter im Team vorhanden ist, um so schnell wie möglich wieder Tritt zu fassen.

Herausforderung mit vielen Unbekannten

Vielmehr ist der 43-Jährige damit beschäftigt, in der Kaderplanung 2022/23 Nägel mit Köpfen zu machen. Einige wichtige Personalien hat er dabei schon eingetütet: Captain Jan Kovar, Nati-Flügel Dario Simion, Goalie-Talent Luca Hollenstein und Verteidiger Nico Gross haben ein neues Arbeitspapier unterschrieben.

Kläy steht vor einer Herausforderung mit vielen Unbekannten. «Alles hängt davon ab, ob es mit Grégory Hofmann in der NHL weitergeht», sagt er. Der Zuger Meisterschütze hat auf diese Saison hin die Chance ergriffen, sich seinen Traum von der NHL mit den Columbus Blue Jackets zu erfüllen. Zugleich hat Grégory Hofmann aber auch noch einen bis zum Ende der nächsten Saison gültigen Vertrag mit dem EV Zug.

Seine dritte Saison im EVZ-Dress wird seine letzte sein: Jérôme Bachofner im Gespräch mit Assistenztrainer Josh Holden. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Aus aktueller Warte ist es für Kläy unmöglich abzuschätzen, ob sich der Goalgetter in der besten Liga der Welt durchsetzen kann – oder ob er im nächsten Sommer wieder vor der Türe der Zuger Bossard Arena stehen wird. Bis jetzt bringt es Hofmann in 13 NHL-Spielen auf ein Tor und zwei Assists und eine durchschnittliche Eiszeit von 11 Minuten und 39 Sekunden pro Spiel. Nur zwei Teamkollegen erhalten noch weniger Auslauf.

Aber das muss rein gar nichts bedeuten. Hofmann kann noch immer durchstarten, wenn er in eine grössere Rolle schlüpfen kann.

Warum sich Reto Kläy eine Kristallkugel wünscht

Eine ziemlich ähnliche Ausgangslage wie bei Hofmann hat Kläy auch im Fall von Tobias Geisser. Der zurzeit in der zweitklassigen AHL beschäftigte Verteidiger versucht sich einen Platz im NHL-Team von Washington zu ergattern. Gelingt ihm das nicht, wird der EVZ wohl ein wichtiger Ansprechpartner im Hinblick auf die Fortsetzung seiner Karriere werden.

«Ich bin positiv gestimmt, dass wir mit Marco Müller eine Lösung finden werden.»

EVZ-Sportchef Reto Kläy

Und diese Unbekannten spielen sich vor dem Hintergrund ab, dass der EV Zug ab nächster Saison kein Farmteam mehr in der Swiss League stellen wird. Das bedeutet, dass sich Kläy in absehbarer Zeit darüber klar werden muss, welchem Talent er einen Platz im Zuger Fanionteam zur Verfügung stellen will. Dabei kann es gerade bei der Entwicklung von jungen Hochbegabungen schnell in die eine oder andere Richtung gehen. «Ich wünsche mir oft eine Kristallkugel, um einen Blick in die Zukunft erhaschen zu können», stöhnt der Sportchef.

Das Schweizer Transfer-Business nimmt allerdings keine Rücksicht auf Kläys ungewisse Entscheidungsgrundlage. Er muss in seiner Personalplanung weiterhin am Puck bleiben.

Kläy entscheidet sich gegen Bachofner

Mittlerweile hat er sich darauf festgelegt, dass er den Vertrag mit dem offensiv als Center und Flügel einsetzbaren Marco Müller verlängern will. Der 27-Jährige ist erst im letzten Sommer zum Titelverteidiger gestossen und konnte die sportliche Leitung der Zuger von seinen Qualitäten überzeugen.

«Wir sind am Reden», sagt Reto Kläy und erläutert: «Das Interesse an einer Weiterführung der Zusammenarbeit haben beide Seiten bekundet. Ich bin positiv gestimmt, dass wir eine Lösung finden werden.» Es ist eine Wortwahl, die er oft benutzt, wenn eine Einigung kurz bevorsteht. Marco Müller hat in 17 Einsätzen für den EVZ bislang je vier Tore und Assists produziert.

«Marco Müller bietet im Vergleich zu Jérôme Bachofner einen Mehrwert, weil er Center und Flügel spielen kann.»

Deshalb stehen die Zeichen für Jérôme Bachofner auf Abschied (zentralplus berichtete). Hätte Reto Kläy den Meisterstürmer weiterhin beschäftigen wollen, hätte er die Personalie wohl zum Abschluss gebracht. Der Sportchef sagt stattdessen: «Marco Müller bietet im Vergleich zu Jérôme Bachofner einen Mehrwert, weil er Center und Flügel spielen kann.»

Bertaggia hat beim EVZ nur zweite Priorität

Darüber hinaus erreicht zentralplus ein Gerücht aus dem Tessin, wonach Luganos Alessio Bertaggia ein Thema beim EVZ sein soll. Kläy wiegelt ab: «Er ist einer der spannenderen Namen auf dem Schweizer Transfermarkt. Aber Alessio Bertaggia geniesst in meinen Planspielen nur zweite Priorität.»

Der 28-jährige Sohn von Lugano-Legende Sandro Bertaggia war schon ab der Saison 2013/14 EVZ-Stürmer, bevor ihn Reto Kläy im Verlauf der darauffolgenden Saison zusammen mit Calle Andersson gegen den damaligen Lugano-Verteidiger Dominik Schlumpf eintauschte.

Aber nicht nur die berufliche Zukunft von Jérôme Bachofner wird nächste Saison ausserhalb von Zug liegen, sondern auch jene von Claudio Cadonau. Für den 33-jährigen Abräumer hat es keinen Platz mehr in der künftigen EVZ-Abwehr.

«Ich muss freie Plätze offenhalten für unsere Verteidiger-Talente», so Kläy. Vor Beginn einer langen Saison plant er wegen verletzungsbedingter Ausfälle und möglicher Sperren stets mit zehn Verteidigern und 15 Stürmern.

Nico Gross hat den siebten Platz in der EVZ-Verteidigung 2022/23 erhalten (zentralplus berichtete), im Sturm sind mit Marco Müller deren elf vergeben.

Gibt es am Ende der laufenden Meisterschaft einen weiteren Aufsteiger in die National League, werden sechs Ausländer spielberechtigt sein (sonst deren fünf). Und falls auch Grégory Hofmann zum EVZ zurückkehren sollte, stünden bereits 13 der 15 EVZ-Stürmer unter Vertrag.

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