EVZ-Verteidiger Livio Stadler: «Choreo gibt uns einen extra Push»
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45 Fans arbeiteten über sechs Stunden, um die Star-Wars-Choreo in der Zuger Bossard Arena aufzubauen. (Bild: Claudio Thoma/freshfocus)

Fans investieren viele Arbeitsstunden EVZ-Verteidiger Livio Stadler: «Choreo gibt uns einen extra Push»

5 min Lesezeit 17.04.2021, 14:00 Uhr

Zum Auftakt der Playoff-Serie präsentierten die Fans des EV Zug eine begeisternde Choreo in der Bossard Arena und manifestieren damit die Unterstützung aus der Distanz für ihren Herzensverein. Die Zuger Mannschaft spürt und schätzt die Anfeuerung.

Drei acht Meter hohe Figuren aus der «Star Wars»-Saga ragen über die gesamte Breite und Höhe der Zuger Fankurve. Dort, wo zu normalen Zeiten der EVZ-Anhang zu stehen und ihre Mannschaft lautstark anzufeuern pflegt.

Aus bekannten Gründen ist diese Fankurve leider bereits seit Oktober letzten Jahres komplett still.  

So suchen die Supporter des EVZ nach anderen Wegen, ihr liebstes Eishockeyteam zu unterstützen. Eine dieser Arten sind eben Aufsehen erregende Choreos, für welche die Zuger Fans schon länger bekannt sind. 

Mit viel Fleiss und Fliess 

Zentralplus wollte genauer wissen, wer diese beeindruckenden Choreos kreiert hat und wie viel Aufwand, Herzblut sowie Leidenschaft dahinter steckt. Von einem der kreativen Köpfe der federführenden Choreogruppe, der namentlich nicht erwähnt werden will, konnten wir mehr in Erfahrung bringen. 

Es sind eindrückliche Zahlen, die hinter diesem grossen Projekt stehen. In die Vorbereitung der Elemente wurden ungefähr 50 Arbeitsstunden investiert. Auf über 150 Quadratmetern Vliess hat die fleissige Choreogruppe die drei acht Meter hohen Figuren aufgemalt und mit etwa 450 Metern Klebeband fixiert.

Es handelt sich um die Charakter Obi Wan Kenobi, Darth Vader und einen Stormtrooper aus der berühmten «Star Wars»-Filmreihe. Das passende Motto dazu ist auf einem 22 Meter langen und 1,5 Meter hohen Transparent zu lesen: «Zäme d’Sterne erobere!» 

Der Aufbau der ganzen Installation, zu der auch auch 5500 weisse und blaue Blätter gehören, die im ganzen Stadion auf den Sitzplätzen verteilt wurden, um das Zuger Wappen darzustellen, erfolgte bereits am letzten Samstag 11. April. Etwa von 10 Uhr bis 16 Uhr halfen bis zu 45 Personen mit, die Bossard Arena im neuen temporären Erscheinungsbild erstrahlen zu lassen. 

Ein Choreoprojekt erstreckt sich über die gesamte Saison 

Die Choreogruppe setzt sich aus diversen Fans zusammen, die nicht an einen offiziellen Fanclub gebunden sind. Bereits vor der Saison trifft sich der harte Kern dieser Gruppe zum Brainstorming, bei dem Ideen kreiert, Vorschläge besprochen und ein Entwurf erarbeitet wird. Zu Beginn der Saison wird dann das Material bestellt, das übrigens, wenn immer möglich, regional bezogen wird. 

Der Materialaufwand für eine Choreo beläuft sich meist auf mindestens 1000 Franken. Bei grösseren Projekten wie der aktuellen Installation oder dem bombastischen Schiff, das vielen Fans aus dem Playoff-Final der Saison 2018/19 (exakt zwei Jahre zuvor, am 13. 4. 2019) noch in bester Erinnerung ist, können die Kosten auch über 2000 Franken hinausgehen.

Die letzte gigantische Choreo der EVZ-Fans vor dem Playoff-Start 2019 (Bild: Marc Schumacher/freshfocus).

 

Zur Finanzierung ihrer Aktionen ist die Choreogruppe auf Spenden angewiesen. Diese fliessen der Gruppierung sowohl von Privatpersonen als auch von Clubs, Vereinigungen und Firmen zu. Dazu kommen die Becherspenden und ein Teil der Einnahmen kann auch durch den Verkauf von Fanartikeln generiert werden.

Erwähnenswert ist dabei, dass die Choreogruppe ihrerseits jeweils zur Weihnachtszeit eine wohltätige Institution unterstützt, wie beispielsweise «Jeder Rappen zählt» oder die Krebshilfe. 

Dankbar ist die Choreogruppe zudem, dass sie verschiedene Orte gefunden hat, wo sie an den Kreationen arbeiten kann. Selbstredend wird dazu einiges an Platz benötigt. Das ist am Standort Zug nicht ganz so einfach. 

Das Team des EV Zug spürt und schätzt den Support

Die Choreogruppe will mit dem jeweiligen Sujet das Team und deren Unterstützung in den Vordergrund stellen. Diese Message kommt auf allen Ebenen beim EVZ an. 

Der EVZ-Fandelegierte Mario Vassanelli lobt: «Wir sind sehr stolz auf unsere Fans, die auch in dieser schwierigen Situation, in der sie die Matches nicht im Stadion verfolgen dürfen, so viel Zeit investieren, um eine Motivationsspritze für die Spieler auf die Beine zu stellen.» 

«Es ist berührend, wenn du siehst, wie viel der EV Zug sehr vielen Leuten bedeutet.»

EVZ-Trainer Dan Tangnes

Das Team bekomme die Unterstützung auf jeden Fall mit, betont der Zuger Verteidiger Livio Stadler: «Gerade in dieser Situation, in der wir keine Zuschauer haben dürfen, ist das ein riesiges Statement. Wir merken richtig den Willen unserer Fans, uns zu unterstützen, auch wenn sie nicht dabei sein dürfen. Wir spüren regelrecht die grosse Liebe zum Verein.»

Der 21-Jährige aus Steinhausen findet es unglaublich schön, zum Playoff-Start eine solche Choreo zu sehen, «das gibt uns noch einen extra Push und eine extra Motivation.» 

Neue Choreo bei Finalqualifikation

Dan Tangnes liegen die Fans ebenfalls am Herzen: «Wir vermissen unsere Fans. Es ist berührend, wenn du siehst, wie viel der EV Zug sehr vielen Leuten bedeutet.»

Zugs Cheftrainer erzählt: «Wir sprechen schon das ganze Jahr darüber, dass wir für die vielen Fans spielen wollen, auch wenn sie nicht hier sind und uns aus der Ferne verfolgen müssen.» Mit funkelnden Augen schwärmt der charismatische Norweger, wie sehr das ganze Team die Unterstützung schätzt: «Ich glaube, da waren auch ein paar Fans ausserhalb des Stadions vor dem Spiel. Das gibt den Spielern natürlich Energie. Ich bin stolz und glücklich, dass wir diese Unterstützung geniessen. Es bedeutet uns allen viel und wir werden tun, was immer wir können, um die Fans stolz zu machen.» 

Die Choreo wird mindestens während der ganzen Viertelfinalserie zu bewundern sein. Sollte sich der EVZ für den Final qualifizieren, darf davon ausgegangen werden, dass die Choreogruppe noch eine Schippe drauflegen wird. 

Bis dahin bleibt für das Team des Ligadominators allerdings noch viel zu tun. Denn eines scheint nach dem Spiel in Bern vom vergangenen Donnerstag auch klar zu sein: Der EVZ wird froh um jegliche Art der Unterstützung sein.  

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