«EVZ light» für bloss 25 Minuten Hockey mit einem Punkt belohnt
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Die Entscheidung 46 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung: Berns Ted Brithen bezwingt Zug-Goalie Luca Hollenstein (rechts Teamkollege Ryan McLeod) zum 2:1. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Was war denn da los? «EVZ light» für bloss 25 Minuten Hockey mit einem Punkt belohnt

3 min Lesezeit 04.12.2020, 05:00 Uhr

Dem EV Zug fehlten fünf namhafte Spieler gegen den SC Bern – aber das liess Trainer Dan Tangnes nicht als Ausrede gelten für den wohl schlechtesten Auftritt der Zuger seit seinem Jobantritt 2018. Unglaublich: Weil der Gegner kaum besser war, reichte das zu einem Punktgewinn.

Langweile im Eishockey? Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Weil in der schnellsten Mannschaftssportart der Welt immer was los ist. Selbst wenn es an Torszenen mangeln sollte.

Die Ausnahme der Regel war der Match am Donnerstagabend zwischen Zug und Bern, den Playoff-Finalisten der Jahre 2017 und 2019. Dieses Mal kamen beide Mannschaften aus einer Quarantäne und bestritten ihr erstes Spiel nach jeweils 19 Tagen Pause.

Ein Duell, dem jeglicher Unterhaltungswert abging. Als der Match nach über 64 Minuten und dem siegbringenden 2:1 für den SC Bern in der Verlängerung endlich vorbei war, verschonte Zug-Trainer Dan Tangnes die Fragesteller mit Schönfärberei und Ausflüchten.

Zwei Debütanten in den Zuger Reihen

Der 41-jährige Norweger hätte darauf verweisen können, dass ihm mit Leonardo Genoni, Grégory Hofmann, Lino Martschini, Dario Simion und Jesse Zgraggen fünf Leistungsträger gefehlt haben. Aber das tat er nicht, weil es nicht seiner Wesensart entspricht.

«Wir waren sowas von schlecht.»

EVZ-Trainer Dan Tangnes

Stattdessen sagte Dan Tangnes: «Wir konzentrieren uns ausnahmslos auf die Spieler, die einsatzfähig sind. Alles andere bringt nichts. Sie müssen das Beste aus sich herausholen und aufs Eis bringen. Aber gegen Bern gelang uns das nicht. Wir waren sowas von schlecht.»

Der «EVZ light» mit den Stürmern Dario Allenspach und Andreas Döpfner als Debütanten in der höchsten Schweizer Spielklasse brachte keine Intensität aufs Eis, keine Wucht in seine Offensivaktionen. Stattdessen unterliefen ihm viele Ungenauigkeiten.

Bis Sonntag in häuslicher Isolation

Aus Integritätsgründen wollte Tangnes nicht bestätigen, dass es sich beim abwesenden Quintett um jene Zuger handelt, die bis zum vergangenen Sonntag wegen einer Corona-Infektion in häuslicher Isolation bleiben mussten.

Weil aber EVZ-Sportchef Reto Kläy im Verlauf der letzten Woche gegenüber zentralplus sagte, dass sich fünf Spieler hätten isolieren müssen, kann man eins und eins zusammenzählen.

Im besten Fall geht Tangnes davon aus, dass zwei der fünf Spieler am Freitag gegen den gleichen Gegner in Bern in sein Aufgebot zurückkehren können.

Etwas Energie im Schlussdrittel

Wenn das Bonmot im Eishockey stimmt, dass man so ins nächste Spiel steigt, wie man das letzte aufgehört hat, kann es mit den Zugern nur aufwärts gehen. Denn im letzten Drittel haben sie immerhin etwas Energie aufs Eis gebracht – und das genügte schon, um die nach wie vor weit unter Wert spielenden Berner ins Wanken zu bringen.

«Wir müssen wieder mehr Speed reinbringen und ab sofort wieder mehr Zweikämpfe gewinnen.»

Doch mehr als zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Jan Kovar in der 43. Minute reichte es den Zugern nicht mehr. Aber mehr wäre auch des Guten zu viel gewesen. Nur schon der eine Punkt für die dritte EVZ-Niederlage im elften Saisonspiel ist ein schöner Lohn.

Maske kann Unmut nicht verbergen

«Es standen zwei schlechte Mannschaften auf dem Eis. So entstand kein Rhythmus und schon gar kein Fluss im ganzen Spiel», befand Dan Tangnes.

Auch wenn sein Gesicht mehrheitlich von einer Maske bedeckt war, so verriet die Augenpartie seinen Unmut darüber, dass «wir weit davon entfernt waren, nur schon unser normales Leistungsniveau zu erreichen. Wir müssen wieder mehr Speed reinbringen und ab sofort wieder mehr Zweikämpfe gewinnen, um auf Betriebstemperatur zu kommen.»

Gut, dass sich den Zugern in 24 Stunden die Chance bietet, den missratenen Auftritt zu korrigieren und ihren Coach zu besänftigen.

Weil nochmals derart langweilig und schwach – das gelingt wohl kaum ein zweites Mal.

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