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EVZ-Krise: Jetzt sprechen die Fans!
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Was sagt eigentlich EVZ-CEO Patrick Lengwiler zu den Ansichten der Fans? Wir haben ihn gefragt. (Bild: Montage wia / Facebook Screenshots)

Herr Lengwiler, was sagen Sie zu dieser Kritik? EVZ-Krise: Jetzt sprechen die Fans!

5 min Lesezeit 1 Kommentar 08.11.2017, 10:52 Uhr

Nein, nach acht Niederlagen in Serie befindet sich der EVZ in keiner gemütlichen Position. Geht es nach den Meinungen der Zuger Fans, sind die Gründe klar. Und auch Lösungen haben sie bereits parat. Was hält CEO Lengwiler von den Ansichten aus der Fangemeinde? Wir haben ihn gefragt.

Erneuter Rückschlag für den EVZ gestern Abend: Auch das Champions Hockey League-Rückspiel gegen den HC Kometa Brno ging verloren. 2:5 lautete das Endresultat, damit scheiden die Zuger bereits im Achtelfinal aus dem Wettbewerb aus. Es ist bereits die achte Niederlage in Folge – die Fans sind not amused. Was ist bloss los?

Nicht selten sind Sportfans die Leute, die einen Club am besten kennen. Dennoch gehen Meinungen, die sie kundtun, häufig sang- und klanglos in den Tiefen der Foren- und Facebook-Fanlandschaften unter. Ändern wir das. Wir haben uns auf den Fanplattformen umgesehen, haben den leidenden Fans den Puls gefühlt und ganz genau hingehört, wo es den EVZ-Treuen denn genau wehtut. Und damit das Ganze etwas bringt, haben wir den EVZ-CEO Patrick Lengwiler mit den Meinungen konfrontiert.

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Kritik, da Kreis den Jungen keine Chancen gebe:

Der EVZ baut zwar seinen Nachwuchs auf, diese dürfen jedoch nicht zeigen, was sie können. Kreis kann seine «alten» Stars nicht loslassen.

Das sagt der CEO dazu:

«Nun, ich finde, dies muss man ein wenig differenzierter betrachten. In der Verteidigung hatten zum Beispiel die drei jungen Spieler Geisser, Thiry und Oejdemark durchschnittlich zwischen 11 und 15 Minuten Eiszeit. Sie alle sind zwischen 18 und 20 Jahren alt, haben sich aufgedrängt und haben sich diese Einsätze verdient. Bei den Stürmern bin ich hingegen noch nicht zufrieden, da sich hier bis dato nur Haberstich immer mehr Eiszeit erarbeitet hat. Dies kann und muss verbessert werden. Dies liegt einerseits an den Coaches: Sie müssen den jungen Spielern Vertrauen schenken. Andererseits liegt es aber auch an den jungen Spielern selber, eine Rolle zu akzeptieren und diese ohne Wenn und Aber zu übernehmen.»

Kritik zum erhöhten Einsatz der Spieler:

Kreis forciert die Topspieler viel zu sehr. Das führt zu Müdigkeit, Konzentrationsschwächen, grösserem Verletzungsrisiko und dadurch entstehe ein Teufelskreis.

 

Dazu sagt Lengwiler:

«Natürlich können die Eiszeiten besser auf die Spieler verteilt werden, was mittel- und langfristig auch das Ziel sein muss. Insbesondere zu Beginn der Saison waren sie zu einseitig verteilt – dies, weil wir zu fest von einer einzelnen Sturmlinie abhängig waren und einen guten Start hinlegen wollten. Worum ich aber auch froh bin. Das ganze Thema mit der Eiszeit wird jedoch auch viel zu heiss gekocht. Ich habe zuletzt überall gelesen, wie stark bei uns Roe mit durchschnittlich 21 Minuten 34 Sekunden pro Spiel forciert wurde. Arcobello von Bern hat durchschnittlich nur 4 Sekunden weniger gespielt und hier sagt keiner was! Ganz generell kann man festhalten, dass die Eiszeiten der Spieler von Bern und unseren Spielern vergleichbar sind, und Bern liegt mit Abstand auf dem ersten Platz!»

Kritik an Kreis’ Strategie:

Der Verein hat eine riskante Strategie gewählt, als er nur mit 6 NLA-tauglichen Verteidigern in die Saison startete. So musste bereits im Sommer aufgrund Alatalos Ausfall auf Junioren zurückgegriffen werden. Die Unterbesetzung habe zu einem Spielerverschleiss geführt. Die Folgen: Energiemangel und Verletzungen.

Dazu äussert sich Patrick Lengwiler wie folgt:

«Wir haben uns bewusst vom einen oder anderen etablierten Spieler getrennt, um Platz für junge Spieler und deren Entwicklung zu machen. Wir wollen gezielt junge Spieler aus unserem Ausbildungsprogramm fördern und diese an die National League heranführen. Ohne dies würde letztlich unsere intensive Arbeit keinen Sinn machen. Die grosse Anzahl von verletzten Spielern hat jedoch nichts hiermit zu tun und hat auch nicht zu einem Spielerverschleiss geführt.»

Kritikpunkt: Ein Ausländer mehr müsste her

Man hätte einen günstigen Ausländer unter Vertrag nehmen müssen. Damit hätte man gleich Alatalo ersetzen können. Holden als Aushilfe sei Anfang Saison ohne Form und Einfluss gewesen.

CEO Lengwiler kontert:

«Santeri Alatalo spielt mit einer Schweizer Lizenz, da nützt uns ein ausländischer Spieler als Ersatz nur wenig. Zudem waren dann ja auch unsere vier gesetzten Ausländer Roe, Stalberg, McIntyre und Klingberg alle gesund.»

Kritikpunkt: Wird hier gespart?

Es kommt einem so vor, als wenn der EVZ trotz gutem Polster auf allen Ebenen Geld einsparen will. Ist dies der Grund, warum kein fünfter Ausländer verpflichtet wurde?

Herr Lengwiler erklärt:

«Man kann nur so viel Geld ausgeben, wie man einnimmt und hat. Es ist für uns Jahr für Jahr stets eine grosse Herausforderung, dass wir die notwendigen Erträge für ein ausgeglichenes Budget erwirtschaften können (zentralplus berichtete). Wir haben extra auf diese Saison hin Josh Holdens Engagement bei unserem Academy Team weitergeführt, mitunter auch deswegen, damit wir über die ganze Saison hinweg einen valablen fünften Ausländer zur Verfügung haben. Dies wurde so kommuniziert und scheint leider schon vergessen zu sein.»

Die Fanmeinung: Erwartungen runter!

Es ist normal, dass eine Mannschaft diese Phasen hat. Man soll seine Ansprüche an den EVZ im Moment runterschalten und den Spielern ihre Schwächen verzeihen.

Herr Lengwiler sagt:

«In der Tat ist es so, dass über den Verlauf einer Saison eine Mannschaft bessere und schlechtere Phasen hat. Wir hatten einen sehr guten Saisonstart und haben viele Spiele dann auch gewonnen, in welchen wir gar nicht sonderlich gut gespielt haben. Wir hatten das Glück auf unserer Seite. Dieses hat uns in den vergangenen Wochen verlassen, wir hatten zuletzt sechs verletzte Spieler und einigen Spielern gelingt nicht viel auf dem Eis. Das hat letztlich zu den sieben Niederlagen hintereinander geführt. Wir alle hätten dies gerne anders. Wir werden uns aber daraus herauskämpfen, hiervon bin ich überzeugt.»

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1 Kommentare
  1. Roman Häberli, 08.11.2017, 11:51 Uhr

    Der EVZ muss sich schon die Frage gefallen lassen, wie gross der Anteil von Trainer Harold Kreis am letztjährigen Erfolg war. Er lässt konservativ spielen und setzt nur alibimässig auf die Jungen. Warum nicht Lars Leuenberger holen?