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EVZ: Der härteste Final-Gegner ist der eigene Kopf
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Der Zuger Garrett Roe zerknautscht den Berner Tristan Scherwey während des zweiten Finalspiels. (Bild: EVZ/Philipp Hegglin)

Roe: «Machen alles, um Titel nach Zug zu bringen» EVZ: Der härteste Final-Gegner ist der eigene Kopf

4 min Lesezeit 15.04.2019, 15:33 Uhr

Der Amerikaner Garrett Roe gibt offen zu, dass er schon an einen Titelgewinn mit dem EVZ gedacht habe. Nach dem gegnerischen Re-Break braucht es dafür aber wieder einen EVZ-Sieg in Bern. Das entsprechende Rezept kennt Zug-Trainer Dan Tangnes: «Wir müssen wieder unsere DNA anwenden.»

Grosse, meisterliche Mannschaften erkennt man nicht in erster Linie an brillanten Siegesserien, sondern vor allem daran, wie sie auf Widrigkeiten reagieren. Nachdem der EVZ neun von zehn Playoff-Partien gewonnen hat und sowohl vom HC Lugano im Viertelfinal als auch vom Lausanne HC im Halbfinal selten über eine längere Periode gefordert wurde, stellt der SC Bern ein anderes Kaliber dar. Diese Erkenntnis hat der Qualifikationssieger mit seiner überzeugenden Darbietung am Samstag bestätigt.

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Nach der ersten Niederlage in den laufenden Playoffs gegen Lausanne haben die Zuger ihren Gegner demontiert und mit einer 5:0-Packung nach Hause geschickt. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Mutzen am Dienstag ähnlich vorführen lassen werden.

Euphorie für Spieler sicht- und fühlbar

So stark der Gegner ist, wohl ein grösseres Hindernis auf dem Weg zum Erfolg dürfte zu diesem Zeitpunkt der Saison der eigene Kopf darstellen. Zwar versuchen sich die Spieler nur auf den nächsten Einsatz zu konzentrieren und alle äusseren Einflüsse auszublenden, doch ist dies einfacher gesagt als getan.

So bestätigte Garrett Roe, dass er die Euphorie, die im Kanton Zug um das Team herrscht, wahrnimmt. «Du siehst Schilder, wenn du herumfährst. An den Häusern siehst du Fahnen. Du fühlst die Euphorie und als Teil der Gemeinschaft willst du nicht nur für das Team, sondern auch für die ganze Stadt und den Kanton gewinnen. Wir wissen, dass wir die besten Fans haben, und machen alles, um den Titel nach Zug zurückzubringen.»

Besonders speziell ist die Situation für Raphael Diaz, der wenige Meter neben dem Stadion aufgewachsen ist und den die jetzige Euphorie an Tage aus seiner Kindheit erinnert. «Es herrschte in Zug schon eine tolle Atmosphäre, als ich 1997 und 1998 noch ein Bub war», so der Captain, der die gestiegene Erwartungshaltung, welche mit der Begeisterung einhergeht, nicht als belastenden Druck empfindet, sondern als Motivation, um den Kindheitsidolen und Meisterhelden von 1998 nachzueifern.

Der Zuger Stürmer Lino Martschini im Anflug.

Der Zuger Stürmer Lino Martschini im Anflug.

(Bild: EVZ/Philipp Hegglin)

Erfolgsrezept, um von Gedanken abzulenken

Dient die tolle Stimmung insbesondere während der Partien als zusätzliche Quelle der Inspiration, so kann die grosse Begeisterung neben dem Eis und das Wissen darum, so kurz vor dem Ziel zu stehen, gerade an spielfreien Tagen zuweilen eine mentale Herausforderung darstellen. «Es wäre eine Lüge, wenn ich sagen würde, dass ich zu diesem Zeitpunkt der Saison nie an den Titel denken würde», gibt Roe zu.

«Wir wissen aber, dass der Weg, um unser Ziel zu erreichen, darin besteht, das nächste Spiel zu gewinnen. So fest du an den Titelgewinn denkst, musst du dich auf das nächste Spiel fokussieren, den nächsten Einsatz. Ich weiss, dass es nach einem Hockey-Klischee klingt, aber wenn wir bereits jetzt an Spiel 4 denken, dann werden wir in Spiel 3 bestraft werden», versucht der Amerikaner, der nach dem mit Salzburg verlorenen Final in der österreichischen Liga vor fünf Jahren nun seinen ersten Meistertitel holen will, das Erfolgsrezept zu beschreiben.

«Wir müssen unsere DNA anwenden.»

EVZ-Trainer Dan Tangnes

Und worin besteht das Erfolgsrezept auf dem Eis, damit die Zuger wieder in die Erfolgsspur finden? «Wir müssen besser um den Raum vor dem gegnerischen Tor kämpfen und Pucks dorthin, in die gefährliche Zone, bringen», so Roes Linienpartner Dennis Everberg. Diese Erkenntnis teilten nach der Partie vom Samstag alle Protagonisten.

Coach Dan Tangnes lieferte wie üblich die passende Formulierung: «Wir müssen unsere DNA anwenden», also das eigene Spielsystem konsequent ausführen. Die Zuger müssen wieder mehr Schlittschuhlaufen, die Gegenspieler früher und konsequenter unter Druck setzen, beim Gewinn des Pucks sofort umschalten und vor Berns Torhüter Leonardo Genoni mehr Schüsse abzulenken versuchen. Eben: Gemäss der eigenen DNA auftreten.

Wieder ein erfolgreicher Ausflug nach Bern?

Dass die Zuger dies am Samstag nicht hundertprozentig getan haben, muss freilich nicht zu Sorgen Anlass geben. «Wir wussten, dass wir keine perfekte Serie ohne Niederlage haben würden und müssen deshalb nach einer Niederlage keine grosse Sache daraus machen», so Tangnes, der es zudem positiv erachtete, dass seine Schützlinge trotz einer nicht optimalen Leistung den SCB bis in die Verlängerung zwingen konnten.

Hinzu kommt, dass die Zuger mehr als einmal in der laufenden Spielzeit bewiesen haben, dass sie über die Qualitäten verfügen, um in Bern (Dienstag, 20 Uhr, Postfinance-Arena) zu gewinnen. Drei- von viermal – inklusive Cup – reisten sie siegreich aus der Hauptstadt zurück. Gelingt es den Spielern, nun hauptsächlich an die DNA zu denken und süsse Tagträume auszublenden, stehen die Chancen eines erneuten Breaks aussichtsreich.

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