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EVZ Academy: Playoffs finden ohne Josh Holden statt
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Der Zuger Torschuetze Josh Holden bedankt sich bei  Torhueter Tobias Stephan für dessen matchentscheidende Leistung. (Bild: Juergen Staiger / EQ Images)

National-League-Playoffs geniessen Priorität EVZ Academy: Playoffs finden ohne Josh Holden statt

4 min Lesezeit 1 Kommentar 23.02.2018, 17:22 Uhr

Lange wurde innerhalb des Vereins darüber beraten, ob man Josh Holden und Torhüter Sandro Aeschlimann für die Playoffs des Academy-Teams aufstellen soll. Nun ist klar: Die jungen Wilden werden ohne ihren kanadischen Leitwolf und den Keeper auskommen müssen.

Die junge Mannschaft der EVZ Academy muss in ihren ersten Playoffs ohne Josh Holden auskommen. Die Krux ist die, dass Spieler über 23 Jahre erst nach dem Ausscheiden aus den Swiss-League-Playoffs für die National League spielberechtigt sind (zentralplus berichtete). Das Dilemma liegt auf der Hand: Sollte die EVZ Academy die SC Rapperswil-Jona Lakers in ein siebtes Spiel zwingen oder sich gar für die Halbfinals qualifizieren, stünde Holden dem NL-Team zum Playoff-Start nicht zur Verfügung.

Der 40-jährige Altmeister würde jedoch bei einem verletzungsbedingten Ausfall einer der NL-Ausländer gebraucht werden. Noch am Donnerstag wollte sich Sportchef Reto Kläy nicht auf die Äste hinauslassen, ob wir Holden in den Swiss-League-Playoffs auf dem Eis sehen werden. Am Freitag ist nun der Entscheid bezüglich Holden und Ersatzkeeper Sandro Aeschlimann gefallen. Die Academy wird sich ohne die beiden Teamstützen mit den Qualifikationssieger vom Zürichsee messen müssen.

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Holden und Aeschlimann werden im Fall der Fälle gebraucht

«Wir wollen kein Risiko eingehen und die beiden Spieler bestmöglich auf die National-League-Playoffs vorbereiten. Die National League hat in dieser Phase der Meisterschaft Priorität und bei einem Ausfall eines Ausländers oder von Keeper Tobias Stephan müssen die beiden bereit und spielberechtigt sein”, begründet Sportchef Reto Kläy diese Entscheidung. Es sei gewissermassen eine Sicherheitsmassnahme und ein Entscheid des Kopfes gewesen, erklärt Kläy gegenüber zentralplus. Die Priorität des Vereins liege voll auf den NL-Playoffs.

«Die Mannschaft hat auch ohne Holden Qualität in ihren Reihen.»

Reto Kläy, Sportchef EV Zug

Dass man sich zur ersten Mannschaft bekennt, ist durchaus verständlich. Doch der Fakt, dass Holden erst bei einem allfälligen siebten Spiel gegen die Lakers dem EVZ im ersten NL-Playoffspiel fehlen würde, unterstreicht die Unwahrscheinlichkeit, dass dieses Szenario überhaupt eintritt. «Natürlich sind die Lakers der haushohe Favorit. Gleichzeitig lastet aber auch der ganze Druck auf ihnen. Wir sind der Underdog und haben nichts zu verlieren – und im Eishockey kann vieles passieren», sagt Kläy. Die Lakers haben die Qualifikation jedoch fast nach Belieben dominiert und die Academy in sämtlichen Partien geschlagen. Einmal sogar mit 7:0.

Betreibt der EVZ Wettbewerbsverzerrung?

Es stellt sich die Frage, wie die jungen Zuger Spieler den SCRJ erst noch ohne ihren 40-jährigen Teamleader Holden in die Knie zwingen sollen. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass die Rapperswiler viel einfacher durch die Playoff-Viertelfinals marschieren als ihre Mitkonkurrenten aus Langenthal oder Olten. Selbst gegenüber Kloten oder Ambrì-Piotta könnten die St. Galler in einer allfälligen Ligaqualifikation einen Vorteil in Sachen Energiehaushalt haben.

Fünf Spieler der EVZ-Academy sind in diesem Jahr in der U20-Mannschaft in Kanada dabei.

Die Spieler der EVZ Academy müssen in den Playoffs ohne «Papa» Holden auskommen.

(Bild: zvg.)

Den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung lässt Kläy jedoch nicht gelten. «Die Academy-Equipe hat während der Qualifikation sogar gänzlich ohne Ausländer Top-Teams der Liga geschlagen. Die Mannschaft hat auch ohne Holden Qualität in ihren Reihen.» Talent ist im Swiss-League-Team zweifellos vorhanden. Doch in den Playoffs zählen vor allem auch Härte und Routine. Die Erfahrung geht dem Team nun fast gänzlich ab.

Olympioniken scheinen fit nach Hause zu kommen

Kläy und Co. warteten mit der Entscheidung auch deshalb bis Freitag zu, um zu sehen, ob die Ausländer Garret Roe, Viktor Stålberg und Carl Klingberg alle verletzungsfrei von den Olympischen Spielen in Südkorea nach Hause kommen. «Nach heutigem Stand sind alle fit», erklärt Kläy.

«Die Playoffs waren das erklärte Saisonziel.»

Reto Kläy

In Zug ankommen würden sie jedoch erst im Verlauf des Wochenendes. Am Montag erwarte Coach Harold Kreis die Olympia-Fahrer wieder zum Training. Es scheint sich also kein Ausländer zur Verletztenliste zu gesellen. Die Olympia-Ausländer sollten somit keinen Einfluss auf den gefällten Entscheid der EVZ-Führung gehabt haben.

Das Saisonziel ist erreicht

Man wird den Eindruck nicht los, für die EVZ Academy sei die Saison mehr oder weniger durch und die Luft könnte gegen die Lakers etwas draussen sein. Kläy gibt denn auch zu: «Die Playoffs waren das erklärte Saisonziel, damit wir unseren jungen Spielern diese Spielerfahrung auch bieten können – schlussendlich ist die Academy ja eine Ausbildungs-Mannschaft.»

Das Ziel in der Swiss League wurde für die Spielzeit 2017/18 also erreicht. Für ein Farmteam ist es alles andere als selbstverständlich, die Playoffs zu erreichen. Zumal es für die EVZ Academy erst die zweite Saison in dieser Liga ist. Geheimnis für die frappante Leistungssteigerung im Vergleich zur Vorsaison gebe es laut Kläy keines. «In erster Linie ist die Mannschaft konstanter geworden und hat eine sehr gute Saison gespielt. Auch ist jetzt, im zweiten Jahr, schon mehr Erfahrung vorhanden.» Nicht zuletzt sei auch Josh Holden ein Faktor gewesen. Ein Faktor, der nun in den Playoffs fehlen wird. 

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1 Kommentare
  1. Ta vares, 26.02.2018, 09:30 Uhr

    Ganz klar Wettbewerbsverzerrung und ein sehr guter Grund, warum “Farmteams” in der zweithöchsten Liga verboten sein sollten. So werden die Playoffs zur Farce!