EV Zug
Trotz drohender Energie-Knappheit

In Betrieb nützt das EVZ-Stadion der Stadt Zug mehr

Wird der EV Zug seinen Titel nächste Saison erfolgreich verteidigen können? (Bild: Andreas Busslinger)

Nach Corona bedroht eine mögliche Energiekrise den Schweizer Sport. Was bedeutet es für den Meister EV Zug und das nationale Eishockey, wenn Energie rationiert werden müsste? Selbst EVZ-CEO Patrick Lengwiler weiss: «Eishockey braucht es nicht zwingend.»

Falls sich die düsteren Prognosen betreffend Energieversorgung in der Schweiz bewahrheiten sollten, wird die Debatte darüber, was nicht lebensnotwendig und darum verzichtbar ist, Fahrt aufnehmen. Sportstätten wie Eishockey- oder Fussballstadien sowie Schwimmbäder werden unweigerlich in den Fokus der politischen Diskussion geraten.

Sie verbrauchen einiges an Energie. Aber lebensnotwendig ist ihr Betrieb nicht. Dessen ist sich EVZ-CEO Patrick Lengwiler bewusst: «Die Diskussion muss auf nationaler Ebene geführt werden und wir sind auf dieses Thema sensibilisiert. Wir hoffen jedoch, dass es gar nicht so weit kommen wird.»

Stadt Zug lässt EVZ Meistertitel verteidigen

Kann die nächste Eishockey-Meisterschaft, die in der National League im September starten wird, wegen der Energie-Knappheit gar nicht zu Ende gespielt werden? Es wäre Kaffeesatzlesen, zum aktuellen Zeitpunkt eine verlässliche Antwort geben zu wollen.

In der Führung der National League hat die drohende Energie-Knappheit bislang keinen Alarm ausgelöst. Ein Mitglied sagt gegenüber zentralplus: «Bis jetzt war das noch nie ein Thema.»

«Der Meistertitel wird verteidigt.»

Marco Bendotti, Finanzdepartement Stadt Zug

Die 2010 nach dem neusten Minergie-Standard erbaute Bossard-Arena in Zug gehört der Stadt. Und diese hat nicht vor, zur Spielverderberin zu werden. Auf die Frage von zentralplus, ob in Anbetracht der drohenden Energie-Knappheit vorgesehen sei, das Stadion ausser Betrieb zu nehmen, schreibt Marco Bendotti vom Finanzdepartement kämpferisch: «Nein, der Meistertitel wird verteidigt.»

EVZ-Stadion ist ein kleines Kraftwerk

Denn die Bossard-Arena ist kein «Energiefresser». Vielmehr funktioniert sie wie ein kleines Kraftwerk. «Das Eis in der Bossard-Arena wird mit einer Seewasserwärmepumpe sehr energieeffizient hergestellt. Zudem entsteht durch die Eisproduktion Abwärme, welche für das Warmwasser und die Heizung der anliegenden Sportanlagen, des Hochhauses Uptown und der Wohnsiedlung Stierenmarkt verwendet wird», heisst es von der Stadt Zug weiter.

Darum gibt sie letztlich zu bedenken: «Wird das Stadion ausser Betrieb gesetzt, würde tatsächlich mehr Energie verbraucht als eingespart.» In Betrieb nützt die Bossard-Arena ihrer Eigentümerin also mehr.

Auch wenn viele der 14 Klubs in der höchsten Spielklasse mit ihrer Spielstätte modernen Ansprüchen genügen, so weisen nicht alle den gleich positiven Energiehaushalt auf wie die Bossard-Arena.

Es braucht also ein nationales Bekenntnis, damit die Durchführung der nächsten Eishockey-Meisterschaft in trockenen Tüchern ist. Affaire à suivre.

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit EVZ-CEO Patrick Lengwiler
  • Schriftlicher Austausch mit Marco Bendotti vom Finanzdepartement der Stadt Zug

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