EV Zug
Nur zwei Punkte gegen die SCL Tigers

EVZ: Kovars Aufschwung und Martschinis verspätetes Siegtor

Carl Klingberg ist erster Gratulant des Zuger Trios, das für den Siegtreffer zum 3:2 gegen Langnau sorgte (von links): Torschütze Lino Martschini und die Assistgeber Christian Djoos sowie Jan Kovar. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

Zum erst zweiten Mal in dieser Saison macht EVZ-Captain Jan Kovar mehr als einen Punkt in einem Spiel. Bei allen drei Treffern des Meisters hat der Center seinen Stock im Spiel. Aber das reicht dem EV Zug nicht, um gegen leidenschaftliche SCL Tigers drei Punkte zu holen. Das 3:2 für die Zuger fällt erst in der Verlängerung.

Jan Kovar ist ein Genie. Darüber kann es keine zwei Meinungen geben. Der 31-jährige Tscheche war der beste Spieler der letzten Qualifikation, der beste im Meister-Playoff und führte den EV Zug nach 23 Jahren zum zweiten Mal zu Titelehren. Als faszinierender Ausnahmekönner ist Jan Kovar bereits in die Klubgeschichte eingegangen.

Aber in der laufenden Qualifikation, im Zuge derer er seinen Vertrag mit dem EV Zug frühzeitig und ohne Ausstiegsklausel für die Kontinental Hockey League (KHL) verlängerte, ist er noch nicht richtig auf Touren gekommen. Vor dem Spiel am Freitag vor über 6'800 Zuschauern in der Bossard Arena tauchte Jan Kovar mit drei Toren und 11 Assists erst an 62. Stelle in der Liga-Bestenliste auf.

Wüsste es zentralplus nicht besser, es käme nicht darum herum, die Tauglichkeit des Stürmers für unsere höchste Spielklasse in Zweifel zu ziehen. Aber das wäre eine Torheit, die ihresgleichen sucht.

EVZ-Captain verwahrt sich vor Entschuldigungen

Es gibt durchaus nachvollziehbare Gründe für Kovars Kaltstart in die Saison. Zum einen ist sein kongenialer Flügel Grégory Hofmann nach der Meistersaison nach Columbus gezogen, um sein sportliches Glück in der NHL zu suchen. Mit ihm hat sich Jan Kovar blind verstanden.

«Ganz egal, wie meine Sturmpartner heissen – es liegt ausschliesslich an mir, ihnen Torchancen zu ermöglichen.»

EVZ-Captain Jan Kovar

Zudem ist mit Dario Simion sein zweiter Linienpartner am 26. Oktober in Lausanne verletzt ausgefallen. Hofmann und Simion haben schier alles ins gegnerische Netz gedonnert, was Jan Kovar mit seinen nicht selten genialen Pässen aufs Eis blitzte. Nach einer Corona-Erkrankung, die ihn drei Spiele verpassen liess, muss er sich nun mit Lino Martschini und Reto Suri auf zwei neue Sturmpartner einstellen.

Aber alles, was nach einer möglichen Ausrede roch, liess Jan Kovar nach dem Spielende gegen die SCL Tigers nicht gelten: «Ganz egal, wie meine Sturmpartner heissen – es liegt ausschliesslich an mir, ihnen Torchancen zu ermöglichen.» Eine Aussage, die zur DNA von grossen Champions passt.

Jan Kovar löst für Zug den Knoten

Nach dem Kaltstart scheint nun Tauwetter angesagt: Zum erst zweiten Mal in dieser Saison hat sich Jan Kovar mehr als einen Punkt in einer Partie gutschreiben lassen. Davor war dies beim 5:4 nach Verlängerung gegen Leader Fribourg am 30. Oktober der Fall (ebenfalls drei Punkte). Seither sind wiederum sechs Partien ins Land gezogen.

Nach einem wenig überzeugenden Beginn lenkte Jan Kovar die Partie in die für die Zuger angestrebte Richtung: Grossartig war, wie er im Überzahlspiel den im Slot stehenden Reto Suri zum 1:0 bediente.

«Es darf nicht sein, dass wir noch einen Punkt hergeben.»

EVZ-Captain Jan Kovar

Keine drei Minuten später zeigte er, wie es selbst bei einem Mann weniger auf dem Eis mit dem Toreschiessen klappen kann. Kovars Abschluss liess Langnaus Goalie Ivars Punnenovs hinter sich fallen. EVZ-Stürmer Fabrice Herzog setzte konsequent nach und erzielte seinen ersten Treffer im zweiten Match nach den fünf abgesessenen Spielsperren (zentralplus berichtete).

Eine Drohung an die Zuger Konkurrenz

Doch die Zwei-Tore-Führung gaben die Zuger im Schlussdrittel preis. «Wir hätten mehr Sorge zu unserem Vorsprung tragen sollen und das Spiel früher für uns entscheiden sollen. Es darf nicht sein, dass wir noch einen Punkt hergeben», monierte Jan Kovar.

Denn Chancen für den dritten Zuger Treffer waren vorhanden. Erst stürmte Dario Allenspach alleine auf Punnenovs zu, doch er scheiterte am gegnerischen Goalie. Nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Langnauer (49.) traf Lino Martschini nur die Latte. Dann brachte er es bei seinem nächsten Einsatz fertig, backhand das leere Gehäuse aus kürzester Distanz zu verfehlen. Und nach dem 2:2 (58.) vergab Fabrice Herzog in der Schlussminute seine Chance auf einen zweiten Shorthander. Auch er konnte alleine auf Punnenovs losziehen, diesen aber nicht überwinden.

«Ich arbeite daran, mein Spiel auf ein höheres Niveau zu bringen.»

Jan Kovar

Aber zum Glück für die Zuger war da noch Jan Kovar. In der vierten von fünf Minuten Verlängerung lancierte er jenen Angriff, den Lino Martschini nach einem schönen Pass von Christian Djoos zum 3:2 abschloss.

Seine drei Punkte haben Jan Kovar derzeit auf Platz 39 der besten Punktesammler in der Liga vorrücken lassen. Geht es jetzt aufwärts? Der Tscheche hielt fest: «Schwierig zu sagen. Ich arbeite daran, mein Spiel auf ein höheres Niveau zu bringen.»

Für die Konkurrenz des Titelverteidigers mag das nichts Gutes verheissen. Nach dem dritten Sieg in Serie geht es für die Zuger schon am Samstagabend in Ambri weiter.

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