EV Zug
Torjäger entscheidet sich bis Playoff-Start

Diese Karten hat EVZ-Sportchef Kläy im Hofmann-Poker

Die Vorzeichen deuten darauf hin, dass Grégory Hofmann den letzten grossen Vertrag beim EV Zug unterschreiben wird. (Bild: Jonathan Vallat/freshfocus)

Grégory Hofmann wird im November 30 Jahre alt. Für den Scharfschützen des EV Zug geht es darum, den letzten grossen Vertrag in seiner Karriere zu unterschreiben. Gültig ab 2023. Am Pokertisch sitzen alle Zuger Liga-Konkurrenten, die Geld und Titelambitionen besitzen.

Seine Rückkehr aus der National Hockey League (NHL) in der zweiten Januar-Woche dieses Jahres hat den Angriff des EV Zug dynamisiert und die National League elektrisiert. Dafür stehen seine sieben Tore und drei Assists in den sechs Spielen vor der Olympia-Pause. Ein grandioser Wert.

EVZ-Meisterschütze Grégory Hofmann, seit 2019 in Zuger Farben unterwegs, kann im Titelkampf den Unterschied ausmachen. Eine Fähigkeit, die nur ganz wenige Spieler mit Schweizer Pass besitzen.

Darum hat sich die Liga-Konkurrenz aus Zürich, Bern, Fribourg, Lausanne und Lugano in Lauerstellung gebracht, als Grégory Hofmann zu zentralplus sagte, die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung begännen zügig. Sein aktueller Vertrag mit dem EV Zug wird im Frühjahr 2023 enden.

Vorsichtige Prognose von EVZ-Pokerface Kläy

Der Verbleib Hofmanns hat einen beträchtlichen Einfluss darauf, ob der EV Zug in den nächsten Jahren ein echter Titelanwärter bleiben kann. Denn ein Spieler mit seiner Explosivität und seinem Torinstinkt ist eine echte Trouvaille und deshalb kaum zu ersetzen.

«Ich bin nicht so zuversichtlich, wie ich es damals bei den Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung mit Marco Müller war.»

EVZ-Sportchef Reto Kläy

Darum hat zentralplus in der Olympia-Pause nachgeforscht, was der aktuelle Stand im Hofmann-Poker ist. Ganz Pokerface sagt EVZ-Sportchef Reto Kläy dazu: «Wir sind nicht der einzige Interessent. Die Vertragsdauer und die Höhe des Salärs sind wichtige Faktoren, aber daneben gibt es einige weitere.»

Obwohl er ergänzt, dass der EV Zug und Grégory Hofmann genau wüssten, was sie voneinander haben, bleibt Reto Kläy bei seiner Prognose vorsichtig: «Ich bin nicht so zuversichtlich, wie ich es damals bei den Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung mit Marco Müller war.»

Der Stürmer hat sich nach nur einer Saison gegen einen Verbleib beim EV Zug entschieden. Marco Müller wird nach dieser Meisterschaft nach Lugano wechseln (zentralplus berichtete).

Das erhöht den Druck auf den EV Zug und seinen Sportchef

Auch wenn uns eine legendäre Werbung der Schokoladen-Firma Milka seit den 1990er Jahren lehrt, dass Vorsicht cool sei, gibt es durchaus positivere Einschätzungen zu einer beruflichen Zukunft von Grégory Hofmann beim EV Zug. Ein Insider sagt zu zentralplus: «Ich gehe davon aus, dass diese Reise weitergehen wird. Schliesslich war es bis heute eine gute Sache für beide Seiten.»

Aber selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, dass die Kasse stimmt. Grégory Hofmann wird gegen Ende dieses Jahres 30 werden. Er steht davor, seinen letzten grossen Vertrag in seiner Karriere zu unterschreiben. Die Frage ist: Wo liegt die finanzielle Schmerzgrenze des EV Zug?

Allerdings ist ein Abgang des kongenialen Sturmpartners des tschechischen Superstars Jan Kovar (Vertrag bis 2025) den Zuger Anhängern nur schwer zu vermitteln und mit den weiteren Meisterambitionen des Titelverteidigers kaum in Einklang zu bringen. Das erhöht den Druck auf den EV Zug und Sportchef Reto Kläy.

Nach Playoff-Start sind die EVZ-Aktien am Sinken

Am nächsten Dienstag geht die Qualifikation des EV Zug mit einem Auswärtsspiel bei den ZSC Lions weiter. Bis zu deren Abschluss am 14. März hat er innerhalb von 20 Tagen elf Partien vor der Brust.

Ein Mammutprogramm nach den Olympischen Spielen, die mit den Zugern Grégory Hofmann, Leonardo Genoni, Fabrice Herzog und Dario Simion für die Schweiz, Jan Kovar für Tschechien und Anton Lander als auch Carl Klingberg für Schweden beschickt wurden.

Aber auch auf der Zuger Teppichetage dürfte einiges los sein. «Im Normalfall wird Grégory Hofmann seinen Entscheid vor Playoff-Beginn fällen», weiss EVZ-Sportchef Reto Kläy.

Gibt es also bis zum Start der Playoff-Viertelfinals am 25. März keine freudige Medienmitteilung des EV Zug, sind die Chancen auf einen Verbleib von Grégory Hofmann über 2023 hinaus stark am Sinken.

Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit EVZ-Sportchef Reto Kläy
  • Telefongespräche mit ungenannt bleiben wollenden Branchenkennern der National League
  • Statistik von eliteprospects.com

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