EV Zug: Transfer von Fabrice Herzog ist in trockenen Tüchern
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Er bejubelt seine Tore ab nächster Saison wieder für den EV Zug: HCD-Powerflügel Fabrice Herzog. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Nach Biel-Verteidiger unterschreibt HCD-Stürmer EV Zug: Transfer von Fabrice Herzog ist in trockenen Tüchern

4 min Lesezeit 01.01.2021, 17:15 Uhr

Mit seinem 3:2 vier Sekunden vor Ablauf der Verlängerung beendete Davos-Stürmer Fabrice Herzog am Mittwochabend die vier Spiele lang anhaltende Siegesserie des EVZ. Eigentlich hätten die Zuger Herzog nach dem Duschen gleich mit auf die Heimfahrt nehmen können.

Mit seinem fünften Saisontreffer in seinem elften Match brannte sich Fabrice Herzog ins Gedächtnis der Gäste aus dem Unterland: Er machte letztlich den Unterschied aus in einer unterhaltsamen und intensiven Partie.

Entscheidendes bewirken: Diese seltene Fähigkeit sollte der 26-jährige Powerflügel aus Zuger Sicht erst recht ab nächster Saison ausspielen. Denn ab 2021/22 wird Fabrice Herzog, wie Gewährsleute zentralplus versichern, mit einem Mehrjahresvertrag zum EV Zug zurückkehren.

Es wäre also eine prima Gelegenheit für die Zuger gewesen, ihren neuen Teamkollegen im Mannschaftscar von Davos mit nach Hause zu nehmen. Aus drei Gründen:

  • Erstens: Fabrice Herzog hätte schon mal eine Sitzprobe machen können im Luxusliner des EV Zug.
  • Zweitens: Er hätte dabei viele seiner neuen Kumpels kennenlernen können. Nur noch vier Gesichter sind nach wie vor im EVZ, den Fabrice Herzog im Frühjahr 2015 verliess, beschäftigt: Santeri Alatalo, der zum Saisonende weiterzieht (zentralplus berichtetete), der frühere Leitwolf und heutige Trainerassistent Josh Holden, Stürmer Lino Martschini und Verteidiger Dominik Schlumpf.
  • Drittens: Der Lebensmittelpunkt von Fabrice Herzogs junger Familie ist seit Jahren Zug. Der Stürmer, der 2018 mit den ZSC Lions Schweizer Meister wurde, pendelte stets nach Davos. Eine Rückfahrgelegenheit über die Zeit des Jahreswechsel wäre Herzog wohl gelegen gekommen.

Indirekte Bestätigung durch Kläy

Der Gedanke, Fabrice Herzog eine Mitfahrgelegenheit zu bieten, belustigt zwar EVZ-Sportchef Reto Kläy. Zum bevorstehenden Wechsel sagt er aber bloss: «Wir sind in den Verhandlungen auf guten Wegen.»

In seinen Worten heisst das: Der Deal ist in trockenen Tüchern. Denn auch zu einem möglichen Zuzug von Biel-Verteidiger Samuel Kreis bemüht er die gleichen Worte: «Wir sind in den Verhandlungen auf guten Wegen.»

Dabei ist es in der ganzen Liga ein offenes Geheimnis, dass der 26-jährige Berner nächste Saison das Dress der Zuger tragen wird. Also dürfen wir davon ausgehen, dass Kläys Verwendung der gleichen Worte indirekt eine Bestätigung für den Transfer von Fabrice Herzog sind.

Die beiden Neuverpflichtungen werden vom EVZ aber erst in ein paar Wochen offizialisiert, weil die Liga den Klubs geraten hat, keinen Wind um ihre aktuellen Investitionen zu machen. Schliesslich wollen die Vereine dieser Tage möglichst gute Konditionen bei der Erlangung von A-fonds-perdu-Beiträgen von Väterchen Staat herausholen. Und da wären solche News nicht hilfreich.

Rückt der EVZ von seiner Direktive ab?

Die Kaderplanung von Sportchef Reto Kläy für 2021/22 nimmt langsam Konturen an. Doch Priorität in seiner Arbeit geniesst nach wie vor die Suche nach einem Ersatz für den nach Nordamerika zurückberufenen Stürmer Ryan McLeod (zentralplus berichtete). Denn seit rund zwei Wochen spielt der EVZ nur noch mit drei statt vier spielberechtigten Ausländern.

«Der Neue muss ein spielstarker Verteidiger sein. Und dazu noch eine grosse Lunge haben.»

EVZ-Sportchef Reto Kläy

Reto Kläy sagt, dass er in seiner Evaluation ein Stück weit davon abhängig sei, was in den NHL-Camps passiere. Seine Hoffnung: Vielleicht fällt ein junges Talent durch die Maschen, das wegen seiner beruflichen Entwicklung aber auf Spielpraxis angewiesen ist. Er sagt: «Einen Ausländer zu verpflichten, der kein Salär kostet, muss weiterhin unser Ziel sein.»

Es tönt danach, als ob die Zuger Klubleitung von diesem Grundsatz abrücken will, je mehr Zeit ohne Verpflichtung eines vierten Billigausländers ins Land ziehen sollte. Schliesslich hat sich der EVZ seit der Transferoffensive im letzten Jahr den Gewinn des zweiten Meistertitels nach 1998 auf die Fahne geschrieben. Und der EVZ ist aktuell das stabilste Team der höchsten Spielklasse.

EVZ sucht «eierlegende Wollmilchsau»

Der Transfer von Fabrice Herzog macht klar: Der EVZ wird nächste Saison auf mindestens einen ausländischen Verteidiger setzen. Kläy offenbart, dass er eine lange Liste mit Kandidaten aufgesetzt habe. Lang ist die Liste deshalb, weil der Zuger Sportchef keinen Grund hat, seine Entscheidung zu überstürzen. «Wir haben mit niemandem Verhandlungen aufgenommen.»

Vielleicht ist es gar schlauer, neben Samuel Kreis auf zwei ausländische Verteidiger in der nächsten Saison zu bauen. Um die Lücken zu füllen, die Captain Raphael Diaz, Santeri Alatalo und Jesse Zgraggen zum Saisonende hinterlassen werden (zentralplus berichtete).

Denn das EVZ-Profil, das der neue ausländische Verteidiger erfüllen soll, scheint extrem anspruchsvoll – ausser der Neuzugang entpuppt sich als eierlegende Wollmilchsau.

Reto Kläy umschreibt die Anforderungen so: «Der Neue muss ein spielstarker Verteidiger sein, der alles mitbringt, um sich in allen drei Zonen durchzusetzen. Und dazu noch eine grosse Lunge haben.»

Von den drei aktuellen EVZ-Stürmern ausländischer Provenienz ist nur Jan Kovar eine Bank. Sein Vertrag läuft bis 2023. Carl Klingberg und Eric Thorell sind trotz leichter Aufwärtstendenz nach wir vor den Nachweis schuldig, den meisterlichen Ambitionen ihres aktuellen Arbeitgebers gerecht werden zu können. Die Verträge der beiden Schweden laufen zum Saisonende aus.

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