EV Zug: Eine Kuriosität zum Start – und ein «Jutzer» zum Schluss
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EVZ-Stürmer Sven Senteler holt sich nach seinem siegbringenden Tor zum 3:2 die Gratulationen der Teamkollegen ab. (Bild: Andy Müller/freshfocus)

Zuger stellen Davoser Punkte-Rekord ein EV Zug: Eine Kuriosität zum Start – und ein «Jutzer» zum Schluss

3 min Lesezeit 31.03.2021, 05:03 Uhr

Lange Zeit wollte das Spiel zwischen Qualifikationssieger Zug und dem um einen direkten Playoff-Platz kämpfenden HC Davos nicht in die Gänge kommen. Weil der EV Zug aber eine grosse Mannschaft zu sein scheint, fand er einen Weg zum Erfolg und siegte 4:2. «Wir haben nie genug», sagte Zugs Trainer Dan Tangnes nach dem Erreichen eines Meilensteins.

Als der fünfte Sieg in Folge und der 38. im 49. Qualifikationsspiel in trockenen Tüchern war, zeigte sich der Chefcoach der Zuger in aufgeräumter Stimmung. Auf die Frage eines vorwitzigen Chronisten, ob er seinen Spielern bei einem Sieg versprochen habe, dass sie in der Garderobe das Davoser Lied abspielen dürften, verrieten seine Augen kurzzeitig ein Lachen.

Aber das Thema war dem Mann mit dem feinen Sinn für Humor zu ernst, um flotte Sprüche zu klopfen. Am Samstag hatten die Zuger das Zürcher Lied nach dem 6:2-Sieg über die ZSC Lions in der Umkleidekabine laufen lassen. Das sorgte für Empörung. Also sagte Dan Tangnes: «Das wird nicht mehr vorkommen, und dafür haben wir uns im Hallenstadion entschuldigt.»

Die besondere Fähigkeit der Zuger

Wer nach diesem Vorfall glaubte, beim überlegenen Qualifikationssieger EV Zug sei die pure Arroganz ausgebrochen, wurde gegen den HC Davos eines Besseren belehrt. Eine überhebliche Mannschaft hätte dieses zähe Spiel, in dem der nur selten gefällige EVZ nach 47 Minuten gar 1:2 im Hintertreffen lag, verloren. Aber dieser EVZ hat es noch gedreht und gewonnen.

Genau das ist es, was zählt. Erst recht auf der Mission zum zweiten Titelgewinn nach 1998 – diese beginnt für die Zuger am 13. April mit den Playoff-Viertelfinals.

Dan Tangnes fasste den Spielverlauf treffend zusammen: «Nach einem verschlafenen Start in die Partie und einem zweiten Drittel, in dem wir noch immer träge waren bei unseren Entscheidungen, packten wir die Fähigkeit aus, Spiele letztlich zu unseren Gunsten zu entscheiden.» Es ist die Fähigkeit, die grosse von guten Mannschaften unterscheidet.

Stolz auf eine «aussergewöhnliche Gruppe»

Wie um dem Spielausgang einen würdigen Rahmen zu verleihen, entfuhr einem frohlockenden Spielbeobachter nach dem letzten Sirenenton ein «Jutzer». Zum Zeichen dafür, dass dem EV Zug ein Eintrag ins Geschichtsbuch des Schweizer Klub-Eishockeys seit Dienstagabend sicher ist: Die Zuger stellten den Rekord von 113 Punkten ein. Seit Einführung von 50 Qualifikationsspielen ab der Saison 2007/2008 hat dieser Gültigkeit.

«Sie hat in dieser Saison noch nie blau gemacht an einem Spieltag.»

EVZ-Trainer Dan Tangnes

Ausgerechnet die Davoser, die vor zehn Jahren zu diesem Höhenflug angesetzt und sich in den darauffolgenden Playoffs zum Meister gekürt haben, müssen sich ab sofort diese Bestmarke mit den Zentralschweizern teilen.

«Das Erreichen dieses Rekords macht mich stolz», sagte Dan Tangnes. Für ihn ein weiterer Beleg dafür, dass diese Mannschaft eine aussergewöhnliche Gruppe sei. «Sie hat in dieser Saison noch nie blau gemacht an einem Spieltag.»

Bis zum Playoff-Start ohne Nick Shore

So wurde ein Allerweltsspiel, für gewöhnlich schnell aus der Erinnerung gelöscht, zu einer aussergewöhnlichen Partie. Dazu trug auch eine Kuriosität zum Einstieg in den Match bei. Die ersten sieben Spielminuten verrannen ohne einen einzigen Unterbruch. «Das ist ein typisches Pingpong-Spiel, wie es sie gegen Davos gibt. Als Gegner musst du Vor- und Rückwärtsgang im Griff haben», befand Tangnes.

Das nächste Etappenziel der Zuger, die bis zum Playoff-Start auf den verletzten Nick Shore verzichten müssen, ist klar umrissen. «Wir haben nie genug. Deshalb wollen wir den Punkterekord alleine für uns», hielt der EVZ-Trainer fest.

Den wollen sie am liebsten schon am Donnerstag im Heimspiel gegen Fribourg eintüten. Dann kann den Zugern niemand vorhalten, sie hätten mehr als 50 Qualifikationsspiele gebraucht, um die bis anhin geltende Bestmarke auszubauen.

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