Essen & Trinken
Neue Einkaufsmöglichkeit

So sieht’s in der Markthalle am Bahnhof Luzern aus

Tim Holleman (rechts), Küchenchefin Andrea Troxler und GL-Mitglied Thomas Märki haben bis zur Eröffnung noch viel zu tun. (Bild: cbu)

Mit etwas Verzögerung eröffnet die Markthalle am Bahnhof in Luzern am 1. Dezember. zentralplus durfte vorab einen Blick in das neueste Geschäft des Jungunternehmers Tim Holleman werfen.

Es dürfte keiner Luzernerin entgangen sein, dass sich im Untergeschoss des Bahnhofs Luzern etwas tut. Seit Monaten ist die Ladenfläche der ehemaligen Kofler-Filiale mit weissen Sichtwänden eingezäunt. Eine Markthalle ist hier angekündigt, mit geplanter Eröffnung «ab Herbst», wie zu lesen ist. Der ist jetzt ja eigentlich vorbei.

«Wir eröffnen am 1. Dezember. Endlich!», sagt Tim Holleman gut gelaunt gegenüber zentralplus. Die Markthalle ist ein lang gehegter Traum des Luzerner Jungunternehmers. Bis anhin führte der 30-Jährige mit dem «Plop up» an der Grabenstrasse quasi eine Miniversion der Markthalle. Ein Laden, der regionale Produkte wie Charcuterie von der Weidefarm in Ballwil, Käse und Joghurt von der Molki Stans oder verschiedene Schweizer Schaumweine und Cidres im Angebot hatte.

Von der Grabenstrasse an den Bahnhof

Schon während eines Besuchs im «Plop up» im Oktober 2021 deutete Holleman gegenüber zentralplus an, eine grössere Location für sein Ladenkonzept zu suchen. Im März wurde es dann konkreter, das passende Lokal mit rund 300 Quadratmetern Fläche fand Holleman und sein Team in der ehemaligen Kofler-Filiale am Bahnhof Luzern (zentralplus berichtete).

Jetzt ist es so weit. Das «Plop up» ist seit Ende September geschlossen und nach zwei Monaten Verzögerung – die Erteilung der Baubewilligung zog sich hin – ist die Eröffnung der Markthalle nur noch eine Frage von Tagen. Holleman hat uns zum Vorabrundgang eingeladen.

Ein Rundgang durch die Markthalle

Was uns gleich beim Betreten der Halle auffällt: Es gibt noch viel zu tun. Die meisten Regale sind noch leer, die Ladenfläche und Tische sind mit Schachteln zugestellt. «Uns stehen noch ein paar Nachtschichten bevor», sagt Holleman. «Aber wir sind auf Kurs.» Der Termin könne gut eingehalten werden.

Ab dem 1. Dezember sollen die Leute hier nicht nur ihren Wocheneinkauf tätigen können, sondern auch lokale Spezialitäten finden, die es sonst kaum in Geschäften gibt. Dafür arbeitet das Team ausschliesslich mit regionalen Produzenten zusammen. Viele davon kennt Holleman noch aus der Zeit des «Plop up». Hinzu kommen aber auch neue, wie beispielsweise der Krienser «Bierhexer» von «Reib Bier» (zentralplus berichtete) oder Fleisch vom Bauernhof Brunner in Eschenbach.

Im Eingangsbereich stehen dereinst kistenweise saisonales Gemüse und eine Frischetheke mit hausgemachten Sandwiches, Fleisch und Fisch. Hier befinden sich auch fünf Self-Checkouts – auf eine bediente Kasse verzichtet die Markthalle.

Weiter geht's in den hinteren Bereich. An den Wänden stehen Kühlschränke für Molkereiprodukte und abgepacktes Fleisch. Hier kommen die Besucher auch an einer einsehbaren Metzgerei vorbei und finden ganz hinten Regalwände voller Weine, Schaumweine und Cidres – das Steckenpferd von Tim Holleman, der mit dem «Sprudelabo» vor einigen Jahren in die Selbstständigkeit eingestiegen ist (zentralplus berichtete).

In der Markthalle Luzern arbeiten 22 Profis

Das Team um Holleman umfasst 22 Leute, darunter zahlreiche Branchenprofis wie Sommeliers, Metzger und mit Andrea Troxler eine Küchenchefin aus der Sternegastronomie. Während die Gastrobranche um Fachkräfte ringt, hatte Holleman die Qual der Wahl. «Wir hatten über 100 Bewerbungen. Jetzt haben wir Spezialisten für jede Abteilung.»

Und die braucht er auch, denn die Markthalle verfolgt ein klares Konzept. «Mit frischen, saisonalen und regionalen Zutaten arbeiten auch andere», so Holleman, «wir wollen aber noch einen Schritt weiter gehen.» So werden von der Markthalle beispielsweise ganze Tiere eingekauft und vor Ort vom Metzger verarbeitet. In der Küche werden täglich frische Suppen, Müesli und Sandwiches hergestellt, aber auch eigene Convenience-Produkte. Stolz ist das Team auch auf ihr Luzerner Croissant und den Luzerner Butterzopf. «Weil beide fast ausschliesslich aus Luzerner Zutaten bestehen, dürfen sie offiziell die Luzerner-Kennzeichnung tragen.»

(Bild: )

Ziel: Kein Foodwaste

Das Markthalle-Team verfolgt das Ziel, keinerlei Foodwaste zu generieren. «Bei uns wird alles weiter- und wiederverwertet», erklärt der Geschäftsführer. Brot, das nicht verkauft wird, bekommen Gäste beispielsweise am nächsten Tag gratis zur Suppe. Übrig gebliebenes Gemüse wandert in die Suppe oder wird eingemacht und im Laden verkauft. «Und bevor etwas im Müll landet, wird's an die Mitarbeiter oder Besucherinnen verteilt», sagt Holleman.

Was Besucher vergebens suchen ist Tiefkühlkost. Zumindest vorerst. «Wir möchten alles frisch haben.» Es sei aber denkbar, dass es in Zukunft tiefgekühlte Produkte geben wird. «Für uns alle ist die Anfangsphase auch ein Testlauf. Wir werden schauen, was gut läuft und was wir allenfalls noch anpassen müssen.» Darum ist auch das Mobiliar nicht fix verbaut und kann frei im Laden herumgeschoben werden – je nach Bedarf. Obwohl es in der Woche bis zur Eröffnung noch zahlreiche grössere und kleinere Baustellen gibt, freut sich Holleman auf den Betrieb.

«So etwas wie die Markthalle gibt es an anderen Bahnhöfen nicht», sagt Holleman. «Sie ist meines Wissens nach einzigartig.» Umso erfreuter ist er, dass «die SBB einem Start-up diese Möglichkeit bietet.» An Kundschaft dürfte es der Markthalle ebenfalls nicht mangeln. «Hier kommen täglich über 62'000 Menschen vorbei. Das wird eine ziemliche Umstellung vom ‹Plop up›, das ja eher abgelegen war», so Holleman.

Öffnungszeiten der Markthalle Luzern

Nach der Eröffnung am 1. Dezember hat die Markthalle die ganze Woche über offen. Unter der Woche von 6 bis 21 Uhr, am Wochenende von 8 bis 21 Uhr.

Verwendete Quellen
  • Besuch in der Markthalle
  • Persönliches Gespräch mit Tim Holleman, Geschäftsführer
  • Website dert Markthalle
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