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Esaf-Siegermuni Kolin (4) musste zum Metzger
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Kolin hatte genau wie Tina Turner am 26. November Geburtstag. (Bild: ewy)

Weil er aggressiv wurde Esaf-Siegermuni Kolin (4) musste zum Metzger

2 min Lesezeit 26.02.2020, 14:50 Uhr

Der knapp viereinhalbjährige Esaf-Siegermuni Kolin ist tot. Weil er aggressiv wurde, musste er den Hof seines Betreuers verlassen.

Ach, Kolin. Er lebte ein bescheidenes Leben. Auch, als er 2016 am Stierenmarkt ein Casting gewann. Er hauste im Stall, frass pro Tag rund 20 Kilo Heu und Gras, trank 100 Liter Wasser. Kolin protzte nicht mit seiner Schönheit.

Die einzige Spezialbehandlung, die Kolin bekam, waren etwas mehr Streicheleinheiten, wöchentliche Duschen und einen Spaziergang pro Woche (zentralplus berichtete).

Doch nun ist Kolin, der Siegermuni des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2019, tot. An den öffentlichen Auftritten habe sich Kolin vorbildlich benommen, wird Mändel Nussbaumer, der Kolin betreut und gepflegt hatte, in einem Bericht der «Luzerner Zeitung» zitiert.

Auf Betreuer losgegangen

Mit der Zeit hätten sich die «Flausen» gegenüber seinem Betreuer aber gehäuft. «Als ich vor zwei Wochen im Stall war, jagte er mir richtig Angst ein», so Nussbaumber. Der knapp viereinhalbjährige Stier sei ein paar Schritte rückwärts gegangen, um direkt auf ihn loszugehen. Mit einem Sprung zur Seite habe sich Nussbaumer in Sicherheit bringen können. Zwei Tage später musste Kolin den Hof verlassen. Nussbaumer brachte ihn zum Metzger, denn er wollte seine Kinder, die auf dem Hof leben, nicht in Gefahr bringen. Dennoch sei es alles andere als leicht für ihn gewesen: «Es hat schon Tränen gegeben.»

«Keine andere Wahl»

Kantonstierarzt Rainer Nussbaumer kann den Entscheid verstehen. Wesensveränderungen kämen bei Stieren dieses Alters vor und seien «sehr gefährlich», wird er zitiert. Wenn ein 1’500 Kilogramm schweres Tier nicht mehr kontrollierbar sei, habe man «keine andere Wahl, als es zu töten.» Das Esaf-OK und Betreuer Mändel Nussbaumer hätten das Möglichste für Kolin getan.

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