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ESAF 2019: Hunderttausende Besucher – fast keine Parkplätze
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Wo sollen am ESAF in Zug nur alle Autos parkiert werden? (Bild: zvg/ Montage)

Wie man in Zug ein Verkehrschaos verhindern will ESAF 2019: Hunderttausende Besucher – fast keine Parkplätze

4 min Lesezeit 4 Kommentare 07.06.2019, 10:53 Uhr

350’000 Besucher werden im Sommer am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug erwartet, andere sprechen von gegen einer halben Million. Dieser Besuchermasse stehen gerade einmal 5’000 Parkplätze zur Verfügung. OK-Präsident Heinz Tännler ist überzeugt davon, dass dies reichen wird. Sollte es indes während des Festes regnen, müsste Tännler einen Plan B aus der Schublade ziehen. 

«Lassen Sie das Auto zu Hause», heisst es in grossen Versalien auf der Website des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) für alle, die mit dem Auto anreisen möchten. Das Parkplatzangebot ist beschränkt, gerade einmal 5’000 Parkplätze wird es in Zug geben.

Zum Vergleich: Am ESAF in Estavayer 2016 waren es 27’900 Parkplätze – nun also nur noch knapp ein Fünftel. Nicht wenige Stimmen befürchten ein Verkehrschaos. Unterschätzt man diese Frage seitens des OK nicht?

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Man hofft auf die Anreise mittels ÖV

OK-Präsident Heinz Tännler, der inzwischen auch als Leiter der Abteilung Verkehr amtet (zentralplus berichtete), ist weiterhin guten Mutes: «Wir wollen grundsätzlich keinen Individualverkehr haben», sagt Tännler. Dass weniger Besucher mit dem Auto kommen als in Estavayer sei durchaus realistisch. «Wir hoffen darauf, dass 80 bis 90 Prozent der Besucher mit den ÖV kommen.»

Zug sei sehr zentral gelegen, ausserdem sind mit dem Hauptbahnhof in Zug und der Haltestelle Lindenpark zwei Bahnhöfe in unmittelbarer Nähe des Festgeländes. Hinzu kommt, dass gemäss Abschlussbericht aus Estavayer die Parkplätze damals maximal zur Hälfte ausgelastet waren.

Als weiteres Argument bringt Tännler, dass im Ticket für das ESAF in Zug das Zugbillett inbegriffen ist. Dazu ist allerdings anzumerken, dass nur die 56’000 Besucher pro Tag, die in die Arena können, ein solches Kombi-Ticket besitzen. Das macht nur einen Bruchteil der rund 350’000 Besucher aus, die über das gesamte Wochenende erwartet werden.

In Schwinger-nahen Kreisen wird die Zahl von 350’000 Besuchern allerdings stark bezweifelt. Auch eine halbe Million Besucher werden bei schönem Wetter als realistisch angesehen.

Busse im 15-Minuten-Takt

Die Anreise mit dem ÖV soll laut Tännler aber in jedem Fall die attraktivste sein. Es gäbe etliche Spezialzüge und innerhalb des Kantons würden die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) auf allen Linien im Viertelstundentakt fahren, auf einigen Linien sogar im 7,5 Minuten-Takt.

Ausserdem sollen die Busse auch länger fahren. In der Nacht soll man bis morgens um drei Uhr mit dem Bus nach Hause kommen. Und morgens um fünf Uhr fahren bereits die ersten Busse wieder ans Schwingfest.

Übernachtungsperimeter: Auf den roten Linien kann man mit einem ESAF Ticket gratis fahren.
Übernachtungsperimeter: Auf den roten Linien kann man mit einem ESAF Ticket gratis fahren.

(Bild: SBB)

Auch die SBB fahren länger und  Gratisfahrten mit dem ESAF-Ticket sind bis nach Ziegelbrücke, Göschenen und Aarau möglich. Ausserdem wird es auf dem Zugersee ein «Schwingerschiff» geben. Mit diesem soll man über den See ans Schwingfest gelangen und gleichzeitig frühstücken können.

Neben dem erweiterten ÖV-Angebot würden ausserdem etliche Veloparkplätze eingerichtet. Man hoffe darauf, dass die gesamte Zuger Bevölkerung mit dem Langsamverkehr anreise. «Deshalb glauben wir, dass 5’000 Parkplätze reichen», so der OK-Präsident.

Anfahrt als Hauptproblem

Somit sollte für jeden Schwingfan das passende ÖV-Angebot dabei sein. Nichtsdestotrotz wird es Leute geben, die mit dem Auto anreisen. Die grösste Herausforderung sieht Tännler dahingehend bei der Anfahrt zum Parkplatz.

Wie schon in Estavayer werden die Besucher gebeten, das Navigationssystem auszuschalten und der Beschilderung zu folgen. Wer aus Zürich oder der Ostschweiz anfährt, wird die Autobahn bereits in Affoltern verlassen. Damit will man Kreuzungen von verschiedenen Verkehrsströmen verhindern.

Plan B bei schlechtem Wetter

Der Parkplatz wird bei der Kollermühle sein und liegt eine knappe Viertelstunde Gehzeit vom Festareal entfernt. Der Platz ist nicht asphaltiert, sondern auf einer Wiese. Dass das bei schlechtem Wetter Schwierigkeiten mit sich bringt, hat auch das ESAF-OK erkannt. «Wir haben einen Plan B, falls es regnen sollte», erklärt Tännnler.

In diesem Fall würde der Parkplatz nach Rotkreuz und Steinhausen ausgelagert. Die Leute würden dann mit Shuttlebussen zum Festgelände gebracht. Das sei aber mit einem finanziellen Mehraufwand verbunden und ein Grund mehr, auf gutes Wetter zu hoffen.

«Die Leute sollen mit ÖV reisen»

Dem Abschlussbericht des ESAF 2016 ist zu entnehmen, dass die Helfer beim Parkeinweisen Mühe hatten, weil keine Bodenlinien vorhanden waren. In Zug wird es aber auch nichts in dieser Art geben. «Das Personal wird geschult und ein Teil der Parkeinweiser sind professionell», so Tännler. Ausserdem werde mit einer Sicherheitsfirma zusammengearbeitet, die auch Parkplatzbewirtschaftung betreibe.

Sollte es wider Erwarten mehr als 5’000 Autos geben, sei man auch vorbereitet. Details dazu will Tännler nicht verraten. «Aber die Leute sollen wirklich mit den ÖV anreisen. Alles andere macht einfach keinen Sinn, wenn man nicht gerade vom Muothatal kommt», so Tännler.

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4 Kommentare
  1. Rosetta Bachofen, 28.07.2019, 11:46 Uhr

    Bei Gehbehinderung ist der ÖV eine Zumutung: Da werden viele Altschwinger kommen die nochmals dabei sein wollen.
    Die Organisation ist sehr Naiv, und schiebt alles auf die SBB!!
    Das man das auch noch bezahlen muss ist der Hammer!

    Da braucht es Parkplätze und Shuttlebusse!

  2. Ruth Röllin, 11.06.2019, 09:54 Uhr

    @ mebinger
    nicht die Grossanlässe sind das Problem sondern die Regierung die alles tut um den Menschen das Auto zu vermiesen. Wehren müsste man sich gegen die Herren und Damen der Regierung!

  3. Jan Mühlethaler, 10.06.2019, 14:27 Uhr

    Die Herausforderung, die Parkplatzbewirtschaftung am #ESAF in den Griff zu bekommen, ist gross. Wenn nur schon die Zugerinnen und Zuger nicht auf die Idee kommen (VIP eingeschlossen), mit dem Auto anzureisen, ist schon viel getan. Das ESAF 2019 soll uns allen in bester Erinnerung bleiben. Helfen wir mit, indem wir zu Fuss, per Velo oder mit der Stadtbahn beziehungsweise mit dem Bus nach Zug pilgern.

  4. Michel Ebinger, 07.06.2019, 16:47 Uhr

    Wer glaubt dies genüge, der muss mehr als naiv sein. Freue mich schon auf das Chaos und hoffe, das es so gross wird, das die Bevölkerung sich langsam gegen so unsinnige Grossanlässe wehren.

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