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Kantonsrats-Kommission ist knapp dagegen Es gibt Hoffnung für die Luzerner Fremdsprachen-Initiative

2 min Lesezeit 18.01.2017, 14:32 Uhr

Weiter zwei Fremdsprachen für Primarschüler? Luzern soll keine Spracheninsel werden, findet nach der Luzerner Regierung nun auch die vorberatende Kommission des Luzerner Kantonsrats zur Fremdsprachen-Initiative. Die Meinungen sind indes geteilt, die Nein-Mehrheit in der Kommission knapp.

Die Kommission Erziehung, Bildung und Kultur (EBKK) des Luzerner Kantonsrats hat sich unter dem Vorsitz von Helene Meyer-Jenni (SP, Kriens) ihre Meinung über die Volksinitiative «Eine Fremdsprache auf der Primarstufe» gebildet. Die Initiative verlangt, dass die zweite Fremdsprache erst in der Sekundarstufe I unterrichtet wird, legt jedoch nicht fest, auf welche Fremdsprache in der Primarschule verzichtet werden soll. Die EBKK habe eine Delegation des Initiativkomitees zu einer Anhörung empfangen und sich intensiv mit den politischen und pädagogischen Aspekten der Vorlage auseinandergesetzt, teilte sie am Mittwoch mit.

Angst vor Alleingang

Die Kommission lehnt laut Mitteilung mit einer knappen Mehrheit die Initiative ab und spricht sich damit für die Beibehaltung des Startes des Fremdsprachenunterrichts von Englisch und Französisch in der Primarschule aus. Damit soll vermieden werden, dass der Kanton Luzern zu einer «Spracheninsel» wird. Die Harmonisierung unter den Kantonen im Bereich der Fremdsprachen wird von der Kommissionsmehrheit hoch gewichtet. Zudem würde ein Verschieben der zweiten Fremdsprache auf die Sekundarstufe I eine Ballung der Sprachlektionen ab dem 7. Schuljahr zur Folge haben sowie allenfalls zu Lasten der naturwissenschaftlichen Fächer gehen. Zudem werden hohe Kosten befürchtet, da dieser Systemwechsel die Ausarbeitung eigener Lehrmittel und Weiterbildungen für Lehrpersonen zur Folge hätte.

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Buben werden benachteiligt

Eine knappe Minderheit spricht sich für die Initiative aus. Die Initiative möchte der deutschen Sprache und Mathematik wieder mehr Gewicht geben. Die Fremdsprachenevaluation zeige klar, dass ein Grossteil der Schülerinnen und Schüler die Lernziele in den Fremdsprachen nicht erreiche. Zudem zeigten internationale Studien, dass der Fremdsprachen-Unterricht auf der Oberstufe effizienter sei. Aktuelle Schülerzahlen und Leistungstests würden bestätigen, dass die Sprachenlastigkeit auf der Primarstufe vor allem die Knaben benachteilige. Primär ausschlaggebend für den beruflichen Erfolg seien jedoch die Fächer Deutsch und Mathematik. Eine Kommissionsminderheit unterstützt deshalb die Haltung des Initiativkomitees und fordert eine Reduktion der Sprachenlastigkeit auf der Primarstufe.

Ein langes Gezerre

Der Regierungsrat beantragte im Sommer 2015 – gestützt auf ein Rechtsgutachten – dem Luzerner Kantonsrat, die Initiative für ungültig zu erklären. Ein vom Initiativkomitee vorgelegtes Gegengutachten bestätigte dem Volksbegehren aber Gültigkeit attestiert. Der Luzerner Kantonsrat beschloss darauf, die Initiative für gültig zu erklären und beauftragte den Regierungsrat beauftragt, eine Ergänzungsbotschaft auszuarbeiten, um sich inhaltlich mit der Fragestellung auseinanderzusetzen. Der Lunzerner Regierungsrat will eine Ablehnung der Initiative (ohne Gegenvorschlag).

 Die Volksinitiative «Eine Fremdsprache auf der Primarstufe» wird bald im Luzerner Kantonsrat behandelt. Später kommt es zu einer Volksabstimmung.

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