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«Es geht langsam wieder bergauf»
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Ist nach der Unwetter-Katastrophe wieder guten Mutes: Joseph Brunner, Inhaber der Bäckerei Brunner. (Bild: zvg)

Verwüstete Bäckerei in Dierikon «Es geht langsam wieder bergauf»

3 min Lesezeit 04.08.2015, 05:05 Uhr

Anfang Juni zerstörte ein Unwetter die gesamte Backstube der Bäckerei Brunner in Dierikon. Beim Team von Joseph Brunner, Geschäftsleiter und Inhaber, sass der Schock tief. Nun zeigen sich erste Silberstreifen am Horizont. Was aber bleibt, ist ein Millionenschaden. Und es läuft noch nicht alles so rund, wie es sollte. 

Die Gemeinde Dierikon wurde am Sonntag, 7. Juni, von einem schweren Unwetter verwüstet. Starke Regenfälle führten zu zahlreichen Schäden. Aus dem kleinen Krienbach wurde ein reisserischer Fluss und die Wassermassen überfluteten Strassen und Keller. Es kam sogar zu zwei tragischen Todesfällen (zentral+ berichtete).

Verheerend war das Unwetter auch für die Bäckerei Brunner an der Rigistrasse 22. Geschäftsführer und Inhaber Joseph Brunner musste hilflos zusehen, wie seine gesamte Backstube buchstäblich den Bach runter ging. «Wir waren geschockt, als wir das gesehen hatten. So ganz habe ich mich noch nicht davon erholt», sagt er. Das Ausmass der Verwüstung habe ihn erschüttert. Der Betrieb war komplett lahmgelegt. Doch es musste irgendwie weitergehen.

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Wasser und Schlamm fluteten die ganze Backstube.

Wasser und Schlamm fluteten die ganze Backstube.

(Bild: srf: Schweiz Aktuell)

Endlich wieder eigenes Brot 

Nun, knapp zwei Monate nach den Überschwemmungen, sendet uns Joseph Brunner ein Bild. Er steht wieder fleissig hinter dem Ofen. Die Backstube ist in Ordnung gebracht. «Es geht langsam bergauf», freut er sich. Und auch auf einem Schild vor der Filiale am Hirschengraben wird die Neuigkeit angekündigt: «Endlich wieder eigenes Brot.»

Die Bäckerei Brunner produziert in Dierikon für sämtliche fünf Verkaufsstellen. Zwei befinden sich in Dierikon selbst, je eine in Adligenswil, Buchrain und in der Stadt Luzern. «Wir nehmen es Stück für Stück», sagt der Patron. «Aber es läuft noch nicht alles so rund. Wir müssen noch sehr viel organisieren und improvisieren.»

 «Erdbeertörtli und dergleichen können wir noch nicht machen.»

Alles in allem sei es eine sehr stressige Zeit gewesen. In der Backstube könne jetzt wieder gearbeitet werden. Die Kunden warten aber noch auf ihre Konditorei-Produkte. «Erdbeertörtli und dergleichen können wir noch nicht machen, da der Arbeitsraum neben der Backstube extrem verwüstet wurde», sagt Brunner. Der Raum muss getrocknet, die Böden müssen herausgerissen und erneuert werden. Das dauere mindestens noch bis Ende Oktober. Auch sämtliche Einrichtungen und die Kühlanlage müssen ersetzt werden.

Die Backstube in Dierikon ist fast schon wieder so gut wie neu.

Die Backstube in Dierikon ist fast schon wieder so gut wie neu.

(Bild: zvg)

Welle der Solidarität

In den turbulenten Zeiten nach dem Unwetter erhielt der 58-Jährige viel Unterstützung von Berufskollegen. Der in Not geratene Geschäftsleiter hatte andere Bäckereien angefragt, ob sie ihm helfen und seine Filialen beliefern könnten. Diese sagten spontan zu. «Es war irrsinnig schön und eine herzergreifende Geste. Ich bin ihnen so dankbar», sagt Brunner. Auch dem ganzen Team möchte er für den ausserordentlichen Einsatz danken. 

Einer von diesen Helfern war Willi Suter, Bäcker aus Egolzwil. Brunner und Suter sind gleich alt und waren zusammen an der Berufsschule. Über die benachbarte Luzerner Verkaufsfiliale «Suter’s Meile» an der Kasimir-Pfyffer-Strasse belieferte Suter die Brunner-Filiale am Hirschengraben. In der Umgebung von Buchrain und Adligenswil hat die Bäckerei Macchi geholfen. «Ein grosses Kompliment an die beiden. Sie haben das super gemacht und waren sehr flexibel», lobt Brunner. Aus logistischer Sicht sei es keine leichte Aufgabe gewesen.  

«Es war irrsinnig schön und eine herzergreifende Geste. Ich bin ihnen so dankbar.»

Der finanzelle Schaden ist gross. Brunner schätzt die Einbussen für den Betrieb auf rund 2,5 Millionen Franken. «Mit dem Ertragsausfall dürften es rund 3 Millionen werden.» Zum Glück sei die Bäckerei genügend versichert. «Trotzdem gibt es einige neue Anschaffungen und Maschinen, die ins Geld gehen.» 

Mehr Eindrücke von der zerstörten Backstube finden Sie hier in unserer Bildergalerie:

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