«Es droht ein Investitionsdebakel»

2 min Lesezeit 15.05.2015, 12:17 Uhr

In ihrem Leserbrief sagt Dana Zumr Nein zu dem aus ihrer Sicht unnützen Zuger Stadttunnel. Die fortschreitende technische Innovation werde das Verkehrsproblem von alleine lösen, schreibt sie.

Leserbrief:

In der Neuen Zuger Zeitung vom 13. Mai war auf Seite 23 der Bericht über die letzte Zuger «Arena» zum Thema Stadttunnel zu lesen. Es ging vor allem um die horrenden Kosten, welche wohl das gesamte Eigenkapital des Kantons Zug aufbrauchen könnten. Auf Seite 11 derselben Ausgabe wurde über selbstfahrende Autos und die anbrechende Digitalisierung von Verkehr und Gesellschaft berichtet.

Da war auch zu lesen, dass gemäss OECD-Prognose in absehbarer Zeit dank der Digitalisierung in mitteleuropäischen Städten bis zu 80 Prozent weniger Autos auf den Strassen unterwegs sein werden! Das ist keine Fantasterei. Es geht um so genannte «disruptive Innovationen», das heisst um Innovationen, meist technischer Art, welche zuerst kaum wahrnehmbar sind und oft falsch eingeschätzt werden, dann aber extrem rasch enorme Verbreitung bekommen und starke Veränderung in Wirtschaft und Gesellschaft verursachen. Die Smartphones sind ein gutes Beispiel einer disruptiven Innovation.

Aber auch Photovoltaik und Windenergie in Mitteleuropa haben den Strommarkt auf den Kopf gestellt und die Schweizer Wasserkraftwerke mit ihrem teuren Spitzenstrom überrascht und in eine Existenzkrise geführt. Noch schlimmer könnte es dem Riesenprojekt «Linthal 2015» von Axpo ergehen: Ein 2,1 Milliarden teures Pumpspeicherkraftwerk so gross wie ein Atomkraftwerk in den Glarner Bergen, um billigste, überschüssige Sonnen- und Windenergie zu speichern und sie später teuer wieder zu verkaufen. Das Projekt wurde 2009 gestartet. Das Kraftwerk ist noch nicht in Betrieb, und bereits drängt effizientere Konkurrenz für die Stromspeicherung auf den Markt. Es droht ein Investitionsdebakel. Dasselbe gilt für den Stadttunnel Zug: Im Jahr 2030 wäre das ein anachronistisches Bauwerk, das horrende Kosten verursacht und schlicht unnütz ist. Deswegen: Nein am 14. Juni.

Dana Zumr, Zug

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