<p>Ganz oben im Park Tower soll für knapp 440’000 Franken ein Gesellschaftsraum entstehen. Oder doch nicht?</p>
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Ganz oben im Park Tower soll für knapp 440’000 Franken ein Gesellschaftsraum entstehen. Oder doch nicht? (Bild: wia)

Motion will Rückgabe des Parktower-Nutzungsrechts «Es braucht nicht immer etwas ganz zuoberst»

3 min Lesezeit 10.08.2016, 18:12 Uhr

Da braut sich etwas zusammen in Zug. Noch vor den Sommerferien glaubte man, dass der Gemeinschaftsraum im obersten Geschoss des Parktowers wichtige Hürden in Richtung Realisation genommen habe. Jetzt sieht alles wieder ganz anders aus.

Die Debatte um den Gemeinschaftsraum im Parktower wird neu lanciert. Vier Parlamentarier haben eine Motion beim Stadtzuger Grossen Gemeinderat eingereicht, welche die Rückgabe des Nutzungsrechts des Raumes in luftiger Höhe an bester Lage fordert. Natürlich müsste dann auch eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans her. Denn bisher ist dort ein öffentlicher Raum geplant, in dem die Stadtzuger tagen und feiern können (zentralplus berichtete).

Unterzeichnet haben mit Eliane Birchmeier und Karen H. Umbach zwei FDP-Politikerinnen, die CVP ist mit Hugo Halter und die SVP mit Gregor R. Bruhin vertreten. Die vier Politiker aus dem bürgerlichen Lager haben damit einen Schuss vor den Bug des Zuger Stadtrates abgefeuert, der in der Debatte so vehement für den Gemeinschaftsraum eingestanden ist.

Veränderte Ausgangslage und eben das liebe Geld

Die Diskussion um das Nutzungsrecht ist nicht neu. Obwohl man im GGR schon einmal darüber abgestimmt und sich damals dafür ausgesprochen hat, glauben die Motionäre, dass die Chancen für ihr Anliegen gut stehen. Die FDP-Politikerin Eliane Birchmeier ist nebst dem GGR auch Mitglied in der GPK der Stadt Zug und sagt: «Die Ausgangslage hat sich seit der letzten Abstimmung stark verändert. Dass das Nutzungsrecht so restriktiv ausfällt, konnte man damals nicht voraussehen.»

«Man hat sich bei diesem Projekt nicht verrannt.»
Eliane Birchmeier, FDP-Gemeinderätin und Motionärin

Zudem seien tiefere Ausbaukosten vorgesehen gewesen. Diese hätten sich nun unter anderem wegen Bestimmungen zu Feuer- und Schallschutz verdoppelt, so Birchmeier. Deshalb sagt sie auch: «Man hat sich bei diesem Projekt nicht verrannt. Es hat sich schlichtweg einiges geändert in den letzten Jahren.»

Die Rechnung «Gemeinschaftsraum Parktower» geht nicht auf

Höhere Kosten und gleichzeitig erschwerte Nutzungsbedingungen, das geht für die Motionäre nicht auf: «Die Kostendeckung wird sehr schwierig werden. Der Stadtrat rechnet mit 300 Nutzungen pro Jahr», sagt sie. Dies werde aber kaum der Fall sein, schätzt sie. In der Motion führen die Unterzeichnenden aus, dass sich die Benutzungsgebühren für städtische Räume aktuell zwischen 100 und 250 Franken bewegen. Um den Raum im Parktower kostendeckend zu vermieten, würde die Nutzung des Raumes 500 Franken kosten. 

«In der jetzigen Form nützt der Raum der Bevölkerung nichts und darum braucht es ihn auch nicht, da sind wir uns sicher.»
Eliane Birchmeier

«Dass de jure weder Vereine noch Firmen den Raum nutzen können, wird die Nutzungszahlen massiv einschränken», sagt Birchmeier. All das zusammen gibt für die Motionäre keinen Sinn und Birchmeier wird deutlich: «In der jetzigen Form nützt der Raum der Bevölkerung nichts und darum braucht es ihn auch nicht, da sind wir uns sicher.» 

«Es braucht nicht immer etwas ganz zuoberst»

Die Idee, dass die Zuger Bevölkerung an bester Lage und mit schönstem Ausblick einen Raum mieten könnte, klingt doch eigentlich bestechend. Sehen das die Motionäre nicht so? «Wir nehmen an, dass das Interesse am Raum zu Beginn zwar vorhanden sein könnte, dann aber schnell abflachen wird», sagt Birchmeier. Das hänge auch damit zusammen, dass sich die Leute an die Hochhäuser gewöhnt hätten. Man müsse heutzutage nicht immer die oberste Etage für die Öffentlichkeit freihalten. «Es braucht nicht immer etwas ganz zuoberst», so die Politikerin.

Vonseiten den Motionäre zweifelt man daran, dass der Raum im Parktower der Bevölkerung etwas nütze. Lieber wolle man der Bevölkerung etwas zurückgeben und die Einnahmen, welche durch die Rückgabe der Nutzungsrechte entstehen, für ein anderes Projekt verwenden. Was das sein könnte, das sei offen. «Da wird der Stadtrat sicher eine gute Idee haben», sagt Birchmeier.

Und der Stadtrat? Dieser war für eine Stellungnahme bis zum Erscheinen dieses Artikels nicht erreichbar.

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