Erste Spenden für Wirtschaftsfakultät fliessen
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Ende November sagte Luzern mit 55,1 Prozent «Ja» zur neuen Wirtschaftsfakultät an der Uni Luzern. (Bild: zentralplus)

Einen Monat nach der Abstimmung Erste Spenden für Wirtschaftsfakultät fliessen

3 min Lesezeit 31.12.2014, 05:10 Uhr

Im Januar startet die Universität Luzern mit dem Fundraising für die neue Wirtschaftsfakultät. Doch schon jetzt – einen Monat nach der Abstimmung – wurden Gelder auf das Spendenkonto überwiesen. «Ein kleiner sechsstelliger Betrag», wie Uni-Rektor Paul Richli sagt. Er hatte vor der Abstimmung zwei Versprechen gemacht. Eines davon belastet nun sein eigenes Portemonnaie.

Vor genau einem Monat sagten die Luzerner «Ja» zu einer Wirtschaftsfakultät an der Universität Luzern. Während sich die Organe der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ), der Gewerbeverband des Kantons Luzern, sowie der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband einstimmig für die Wirtschaftsfakultät aussprachen, exponierten sich nur wenige Unternehmer auch persönlich.

Erstaunlich leise verhielten sich die Wirtschaftsvertreter während des Abstimmungskampfes. Doch gerade auf die Unterstützung der Unternehmer ist die Universität nun angewiesen. Denn die neue Fakultät soll mit Sponsoring-Geldern aufgebaut werden. Rund vier Millionen Franken benötigt die Uni dafür. Kann sie nun auf die Wirtschaft zählen? Gibt es bereits finanzielle Zusagen?

Erste Million beisammen

«Das Fundraising startet offiziell im Januar», sagt Paul Richli, Rektor der Universität Luzern auf Anfrage. Dennoch hätten bereits mehrere Personen und Organisationen Geld auf das Fundraising-Konto einbezahlt. «Rechnet man die diversen kleineren Beträge zusammen, so kommen wir bereits auf einen kleinen sechsstelligen Betrag», sagt Richli. Auch der Rektor selbst hat vorgängig versprochen, einen Beitrag zu zahlen. «Ich habe mein Versprechen gehalten und meinen Teil von 20’000 Franken bereits einbezahlt», so Richli.

Er gibt sich zuversichtlich, dass die nötigen vier Millionen rechtzeitig zusammenkommen. Rechtzeitig für den Start der Wirtschaftsfakultät im September 2016. Im Monat nach der Abstimmung hat der Rektor einige Reaktionen erhalten – «nur positive», so Richli. «Natürlich gibt es noch Personen, die gegen eine Wirtschaftsfakultät sind. Die haben sich aber nicht bei mir gemeldet.»

Auch nach dem Ja zur Wirtschaftsfakultät brauchen spendende Unternehmer sich nicht persönlich ins Rampenlicht zu stellen. Spenden sind auch diskret möglich. Laut dem neuen Universitätsgesetz, müssen Spenden erst ab 500’000 Franken öffentlich gemacht werden. Bei Beiträgen darunter erhält nur die kantonsrätliche Bildungskommission Einblick.

Konzept wird verfeinert

Während der Rektor die Verantwortung über das Fundraising hat, ist Christoph Schaltegger für das Konzept zuständig. Der Professor für Politische Ökonomie und designierter Gründungsdekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät verfeinert aktuell das Grobkonzept. Gegner der Wirtschaftsfakultät befürchten, dass sie eine Konkurrenz für die Hochschule darstellen wird. Um das zu verhindern, soll geprüft werden, in welchen Bereichen Synergien genutzt werden können.

Richli sagt dazu: «Uns ist es wichtig, dass wir eine gute Beziehung mit der Hochschule haben.» Mit der Volksabstimmung sei allerdings anerkannt worden, dass die beiden Hochschulen im Bereich der Grundausbildung prinzipiell unterschiedliche Gruppen von Studierenden ansprechen: die Hochschule Luzern die Studenten mit Berufsmatura, die Universität diejenigen mit der gymnasialen Matura.

Ein erstes Ehrenmitglied

Am deutlichsten sagte übrigens die Gemeinde Doppleschwand Ja zur Wirtschaftsfakultät. Das war Grund genug für den Rektor, seinen Dank an die Gemeinde zu richten. Das tat er nicht nur in einem persönlichen Brief. Richli nahm auch an der Budgetversammlung am 5. Dezember teil – und dankte dort der Bevölkerung persönlich. Dabei stellte er der Gemeinde in Aussicht, Ehrenmitglied des Aufbauklubs der neuen Wirtschaftsfakultät zu werden.

Hinweis der Redaktion: Der Titel «Wirtschaftsfakultät hat die erste Million» war falsch und wurde am 31. Dezember angepasst. Die Universität hat einen kleinen sechsstelligen Betrag beisammen.

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