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Ermittlungen wegen Predigt:  Moschee stellt umstrittenen Imam frei
  • Gesellschaft
Pressekonferenz der Islamischen Gemeinde Luzern am 16. Oktober 2019 in Kriens. (Bild: uus)

Pressekonferenz in Kriens Ermittlungen wegen Predigt: Moschee stellt umstrittenen Imam frei

2 min Lesezeit 2 Kommentare 16.10.2019, 09:27 Uhr

Nachdem die Predigt eines Imams in einer Moschee in Kriens für Schlagzeilen gesorgt hat, äussert sich nun erstmals die islamische Gemeinde Luzern dazu.

«Die Islamische Gemeinde Luzern (IGL) distanziert sich von jeglicher Art der Gewalt», sagte Petrit Alimi, IGL-Präsident an einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen in der betroffenen Krienser Moschee. «Wir stehen voll und ganz hinter den rechtsstaatlichen Einrichtungen der Schweiz», betonte er.

Insgesamt würden über 20’000 Muslime im Kanton Luzern leben. Ziel der IGL sei es, die Integration noch zu verstärken. In der «Sonntagszeitung» vom 6. Oktober wurde der Artikel «Meidet sie im Ehebett und schlagt sie!» veröffentlicht. Dieser habe zahlreiche Medienanfragen ausgelöst. «Deshalb haben wir Sie eingeladen, um Sie zu informieren», sagte Alimi. «Wir distanzieren uns von Predigten, in denen zu Gewalt aufgerufen wird.» Man warte nun die Ergebnisse der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Luzern ab. «Sollte sich der Verdacht erhärten, werden wir uns öffentlich abgrenzen», kündigte Alimi an.

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Einzelne Fehltritte bei der Auslegung des Korans

Die IGL setze sich für das friedliche Zusammenleben ein. Es gebe keine Alternative zum interkulturellen und interreligiösen Dialog und dieser müsse gefördert werden, um Frieden zu ermöglichen.

Der Islam orientiere sich an den Gegebenheiten der Schweiz. Die Islamgelehrten würden etwas eminent Wichtiges erörtern. Die Exegese, also die Auslegung des Korans, sei sehr komplex. Es könne vorkommen, dass Imame aus anderen Kulturen den Koran anders auslegen als es hierzulande üblich sei. Das seien einzelne Fehltritte, von denen sich die IGL abgrenze.

Freistellung trotz Unschuldsvermutung

Von Seiten der Moschee wurde inzwischen reagiert. Der Imam, der in der Krienser Dar-Assalam-Moschee zur Züchtigung von Ehefrauen aufgerufen haben soll, darf dort vorderhand nicht mehr arbeiten. Der Vorstand des Dar-Assalam-Vereins (DAV) hat den Iman freigestellt. Grund: «Wir leben in der Schweiz, wir respektieren die Bundes- und die Kantonsverfassung und wollen Klarheit schaffen», heisst es in einer Stellungnahme des DAV.

Und weiter: «Gleichzeitig wollen wir den Imam in Schutz nehmen. Es gilt immer noch die Unschuldsvermutung, wir warten auf das Urteil der Staatsanwaltschaft.»

Der Grundsatz von Respekt gegenüber allen Menschen, ohne Rücksicht auf Herkunft, Geschlecht, Glauben und kulturelle Identität sei eine zentrale Wertordnung für den DAV. Dieser distanziere sich von jeglichen Formen von relgiösem Extremismus, Fanatismus und Gewalt.

Der Dar-Assalam-Verein gehört zur Islamischen Gemeinde Luzern (IGL), der acht islamische Vereine angehören.

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2 Kommentare
  1. Joseph de Mol, 17.10.2019, 13:28 Uhr

    Dieses Eingeständnis ist doch blosses Lippenbekenntnis. Inhaltlich – und das darf natürlich nicht zugegeben werden – teilen hier die Verantwortlichen wohl dessen Meinung. Das Gremium hat sogar noch extra eine Frau mit an den Tisch gesetzt, um ihrem Anspruch auf Inklusion der Frau in der Religionsgemeinschaft, Ausdruck zu verleihen.

  2. Roland Grüter, 16.10.2019, 15:19 Uhr

    Das Ganze ist doch recht fadenscheinig.
    Weshalb wurde ein schon bekannter und in seiner Einstellung etwas “dubioser” Imam zum Freitagsgebet eingeladen?