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Ermano Bassi fasste sich ein Herz und ging dazwischen
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Ermano Bassi bekam den Preis für Zivilcourage 2019. (Bild: zvg )

Zuger Preis für Zivilcourage 2019 verliehen Ermano Bassi fasste sich ein Herz und ging dazwischen

3 min Lesezeit 14.06.2019, 11:47 Uhr

Ermano Bassi ging dazwischen, als ein Streit unter Jugendlichen eskalierte. Mit seinem beherzten Eingreifen verhinderte er Schlimmeres. Regierungsrat Beat Villiger, und die Menzinger Gemeinderätin Barbara Beck-Iselin, ehrten ihn heute mit dem Zuger Preis für Zivilcourage.

Am Freitagabend, 3. August 2018, kurz vor 23:30 Uhr, war auf dem Bundesplatz in Zug eine verbale Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen im Gang. Ermano Bassi (64, Hotelmanager aus Zug) hörte es, ohne zu verstehen, worum im Detail es ging. Er sah, dass in einer Gruppe von fünf Personen zwei junge Frauen und ein junger Mann in den Streit verwickelt waren.

Der junge Mann begann an der einen Frau herumzureissen und der Streit wurde heftiger. Als die andere intervenierte, stiess der junge Mann sie zu Boden. Er kickte in die Handtasche der einen Frau und schubste die andere erneut herum. In diesem Moment fasste sich Ermano Bassi ein Herz und ging dazwischen.

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«Beachtliche Courage»

Ein Unbeteiligter, der das Geschehen von einer naheliegenden Restaurant-Terrasse aus mitverfolgte, beschrieb es so: «Ein älterer Geschäftsmann hat sich mit beachtlicher Courage dem Angreifer gegenübergestellt und die Teenagerin in Schutz genommen, indem er versucht hat, den Streit unter diesen Jugendlichen zu schlichten». Bei seinem Einsatz erhielt Herr Bassi selber einen Schlag ins Gesicht.

Nach diesem Vorfall beruhigte sich die Situation und die Jugendlichen zogen weiter. Die von einer unbeteiligten Dritten alarmierte Zuger Polizei konnte die Gruppe wenig später jedoch anhalten und den Täter, der im Kanton Aargau wohnt, eruieren. Der Fall wurde an die zuständige Jugendanwaltschaft Aargau überwiesen.

Preisverleihung

Die Sicherheitsdirektion und die Sicherheitsvorstehenden der Zuger Gemeinden bedanken sich bei Herrn Bassi für seinen beherzten Einsatz. Sie verleihen ihm dafür den mit 1000 Franken dotierten «Zuger Preis für Zivilcourage». Regierungsrat Beat Villiger und die Menzinger Gemeinderätin Barbara Beck-Iselin, Vorsteherin der Sicherheitsverantwortlichen der Zuger Einwohnerinnengemeinden, haben ihm heute in Menzingen den Preis und eine Urkunde überreicht.

«Obwohl die Situation für Sie ungewohnt und auch bedrohlich war, haben Sie mutig und entschlossen gehandelt. Ihre Hilfsbereitschaft hat Schlimmeres verhindert und Ihr selbstloser Einsatz für ihre Mitmenschen verdient eine besondere Anerkennung», lobte Gemeinderätin Barbara Beck-Iselin den Preisträger. Und Sicherheitsdirektor Beat Villiger unterstrich: «Herr Bassi, Ihre Zivilcourage ist vorbildlich und es freut mich zu sehen, dass es engagierte Zuger wie Sie gibt. Es tut mir sehr leid, dass Sie dabei selbst getroffen worden sind. Das darf nicht sein.» Das Engagement, so Villiger, zeige beispielhaft, dass Sicherheit eine Aufgabe sei, die alle angehe, nicht nur die Polizei. «Sie haben hingeschaut und nicht weg, Sie haben sich gekümmert und das Unrecht nicht einfach ignoriert. Deshalb haben Sie den diesjährigen Preis für Zivilcourage verdient.»

Zuger Preis für Zivilcourage

Der Kanton Zug verleiht den «Zuger Preis für Zivilcourage» an Persönlichkeiten mit Zivilcourage. Der Preis wurde 2010 im Rahmen des Projekts «Gemeinsam gegen Gewalt» (2009-2011) ein erstes Mal verliehen. Der «Zuger Preis für Zivilcourage» bleibt darüber hinaus erhalten, denn auch heute und in Zukunft soll die Zivilcourage im Kanton Zug prämiert werden.

Eine dreiköpfige Jury unter dem Vorsitz von Regierungsrat Beat Villiger, Sicherheitsdirektor des Kantons Zug, ermittelt die Gewinnerinnen aus eingegangenen Meldungen der Bevölkerung und der Polizei. Die Preisverleihung findet im Rahmen der jährlichen Tagung der Sicherheitsverantwortlichen von Kanton und Gemeinden statt. Jedes Jahr übernimmt eine andere Zuger Gemeinde das Patronat für die Preisverleihung. Der Kanton und die Patronatsgemeinde teilen sich das Preisgeld.

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