Er bietet der Post ein neues Zuhause – und wird ignoriert
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Die Luzerner Kleinstadt braucht eine eigene Poststelle, findet Matteo Schaffhauser, Apotheker und Quartiervereinspräsident. (Bild: zar)

Quartierverein kämpft für eine Post in der Luzerner Kleinstadt Er bietet der Post ein neues Zuhause – und wird ignoriert

3 min Lesezeit 09.01.2020, 17:11 Uhr

Ende 2020 soll die Poststelle am Hirschengraben aufgelöst werden. Geht gar nicht, findet Matteo Schaffhauser, Präsident des Quartiervereins Kleinstadt – und ist nun aktiv geworden. Dabei zeigt er sich durchaus kompromissbereit.

Die Post veranstaltet ein Streichkonzert, das bereits seit Jahren währt und  weiter andauern wird: Weil ihre Dienstleistungen am Schalter immer weniger genutzt würden, wird Filiale um Filiale geschlossen oder in Shops ausgelagert, das Versorgungsnetz stetig ausgedünnt. 

Auch um Luzern hat diese Entwicklung keinen Bogen gemacht. Im Gegenteil. Vor gut drei Jahren hat die Post angekündigt, nicht weniger als jede dritte Postfiliale auf Stadtluzerner Boden zu schliessen (zentralplus berichtete). In manchen Fällen konnte das Schlimmste verhindert und Filialen in Partnerschaften mit Detailhändlern (Schönbühl, Würzenbach) oder Bäckereien (Reussbühl) überführt werden.

Genutzt «von Alt und Jung»

Für die Poststelle am Hirschengraben hingegen zeichnet sich derzeit keine solche Lösung ab. Sie soll auf Ende 2020 definitiv und ersatzlos gestrichen werden.

Das hat Matteo Schaffhauser auf den Plan gerufen. Der Geschäftsführer der Alten Suidterschen Apotheke präsidiert den Quartierverein Kleinstadt und ist überzeugt: «Die Poststelle muss im Quartier bleiben. Der Service public darf nicht weiter beschnitten werden.» Warum? Dazu fallen Schaffhauser gleich mehrere Argumente ein.

«5’000 Unterschriften? Absolut machbar.»

Matteo Schaffhauser, Petitionär «kein Abbau des Service public»

Zum einen werde die Poststelle rege genutzt, «von Alt und Jung». Das hätten auch die Reaktionen gezeigt, auf seine unlängst lancierte Petition zur Rettung der Poststelle (zentralplus berichtete). «Ich habe bisher nur Positives gehört.»

Vor allem aber würden ältere Quartierbewohner bei einer ersatzlosen Schliessung der Poststelle benachteiligt. Sie seien häufig weniger mobil, der scheinbar kurze Weg zur Hauptpost entsprechend lang und mühselig.

Droht nach Schliessung mehr Verkehr?

Weiter aber seien gerade auch Geschäftskunden im Nachteil. Sie hätten keine Möglichkeit mehr, Ihre Sendungen bequem per Auto auf die Post zu bringen. Denn oftmals fehlte bei anderen Poststellen ein solch praktisches Parkplatzangebot wie im Hinterhof der Hirschengraben-Post. Zudem würde das Mehrverkehr generieren auf «ohnehin bereits überlasteten Hauptachsen», befürchtet Schaffhauser.

Diese Gründe, so ist Schaffhauser überzeugt, werden noch manchen Anwohner zum Unterschreiben seiner Petition bewegen. Nur wenige Tage nach der Lancierung sind bereits 20 Unterschriftenbögen voll. Aber da geht noch deutlich mehr, wenn man Schaffhauser glauben darf. 5’000 Unterschriften alleine aus den Quartieren Kleinstadt und Säli-Bruch-Obergütsch? «Absolut machbar», glaubt er.

Post bleibt Schaffhauser Antwort schuldig

 Die Petition wäre ein starkes Zeichen an den Luzerner Stadtrat, sich für den weiteren Erhalt einer Poststelle im Gebiet Kleinstadt einzusetzen. Dabei signalisiert Schaffhauser durchaus auch ein Entgegenkommen. Es müsse nicht um jeden Preis an der bestehenden Filiale festgehalten werden, denkbar sei etwa auch eine Postfiliale in einem Geschäft. Genauer in seinem Geschäft, in der Suidterschen Apotheke.

Eine entsprechende Anfrage ist bereits bei der Post platziert. Auf eine Antwort vom gelben Dienstleister aber wartet Schaffhauser bis heute vergeblich.

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