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Enorme Solidarität für die Medienfreiheit
  • Gesellschaft
Jana Avanzini am Benefizevent vom vergangenen Samstag im Parterre Luzern

Über 17'000 Franken für unabhängigen Journalismus Enorme Solidarität für die Medienfreiheit

2 min Lesezeit 5 Kommentare 12.03.2020, 11:23 Uhr

Beim Crowdfunding Projekt «Für die Medienfreiheit: Jetzt vor Kantonsgericht!» kamen diese Woche insgesamt 12’170 Franken zusammen. Damit kann die Verhandlung der Journalistin Jana Avanzini vor dem Luzerner Kantonsgericht finanziert werden. Ausserdem sprach die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen einen Beitrag von 5’000 Franken.

Beim Crowdfunding-Projekt «Für die Medienfreiheit: Jetzt vor Kantonsgericht!» kamen diese Woche insgesamt 12’170 Franken zusammen. Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen sprach zudem einen Beitrag von 5’000 Franken.

Nachdem das Verfahren gegen Jana Avanzini diesen Montag vor das Kantonsgericht getragen wurde (zentralplus berichtete), wird in den nächsten Tagen entschieden, ob die Journalisten wegen Hausfriedensbruchs verurteilt wird. Dabei geht es um den Grundsatz, ob die Medien straffrei aus einem besetzten Haus (in diesem Fall die Bodum-Villa) berichten dürfen oder ob private Interessen höher zu gewichten sind als das Recht auf unabhängige Informationen.

Die Unterstützung der Öffentlichkeit jedenfalls ist gross. Durch das durchgeführte Crowdfunding und einen Benefizevent, veranstaltet durch ihren früheren Arbeitgeber zentralplus, sind Jana Avanzinis Prozesskosten bis zum Kantonsgericht gesichert. Mit 115 Unterstützern wurde dies ermöglicht, darunter Privatpersonen, Firmen und Organisationen, wie auch der Verein M.M.V mit 1’500 Franken.

Grosszügig fällt auch die Unterstützung von Reporter ohne Grenzen Suisse aus. Die internationale Menschenrechtsorganisation steuert 5’000 Franken an Avanzinis Berufung bei. Dieser Beitrag im Namen der Informationsfreiheit stammt aus dem Unterstützungsfonds der Organisation, die seit ihrer Gründung im Jahre 1985 für die Pressefreiheit kämpft. Allen Spenderinnen und Spendern gebührt für dieses grossartige Ergebnis ein herzliches Dankeschön.

Mit den gesamthaft 17’000 Franken fiel die Solidarität noch grösser aus als beim ersten Crowdfunding. zentralplus-Nutzer «CScherer» formulierte es so: «In früheren Kommentaren habe ich den Standpunkt vertreten, dass das unbefugte Betreten einer privaten Liegenschaft nicht mit der Pressefreiheit zu rechtfertigen sei. Die Reaktion der Gegenpartei steht jedoch in keinem Verhältnis und widerspricht in meinen Augen dem demokratischen Grundverständnis. Es bleibt zu hoffen, dass Jana Avanzini tatsächlich freigesprochen wird».

Was, wenn…

Dennoch, was wäre, wenn sie auch vom Luzerner Kantonsgericht verurteilt würde? In diesem Fall schliesst Avanzini nicht aus, ihren Kampf weiterzuführen. Die nächste Instanz wäre das Bundesgericht. Sofern das Urteil positiv ausfällt, werden mit den gesammelten Mitteln die Anwaltskosten bezahlt und der Rest wird für andere Rechtsfälle eingesetzt.

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5 Kommentare
  1. Hafen Hans, 12.03.2020, 14:41 Uhr

    Der Fall A. umschreibt in wunderhübscher Art und Weise einen Meinungs-Pluralismus! Es gibt nicht einfach gut gegen böse, David gegen Goliath, richtig gegen falsch, Wahrheit gegen Lüge, wesensgut gegen wesensschlecht. Allerdings ist es zugegebenermassen einfach und scheinbar komfortabel, sich solche simplifizierten Weltbilder zu eigen zu machen.

  2. Hugo Ball, 12.03.2020, 12:38 Uhr

    Nun gut, die Berichterstattung scheint mir etwas unvollständig und faktenunsicher: In Revision können freilich beide Seiten gehen. Lausanne steht nicht nur einer Seite offen!

    1. Daniel Huber, 12.03.2020, 13:16 Uhr

      Ich habe diese Aktion gerne unterstützt, weil ich diese Renitenz, mit der dieser Herr Bodum gegen eine Journalistin vorgeht, nicht verstehe. Welche Fakten bei diesen Spenden aber unsicher sein sollen, wissen wohl nur Sie selber

  3. Anna Mejer, 12.03.2020, 12:20 Uhr

    Gerne hätte ich die Aktion unterstützt. Aber da die Sammlung über Funders lief, gehen davon 7 Prozent an die Luzerner Kantonalbank. Das ist einfach blödsinnig. Warum wurde kein Spendenkonto eingerichtet?

    1. Redaktion Christian Hug, 12.03.2020, 13:10 Uhr

      Es ist richtig, dass Funders eine Fee erhebt. Aufgrund der von Funders für uns erbrachten Leistungen stimmte das Gesamtpaket aber. Wenn Sie das umgehen möchten, können Sie weiterhin direkt spenden. IBAN CH51 0900 0000 6076 4544 6, Vemerk Jana

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