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Endlich wird’s grün: Die Tage des FCL-«Ackers» sind gezählt
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Seit diesem Montag wird der alte Rasen in der Swissporarena abgetragen. (Bild: jal)

Wer dem Luzerner Klub den neuen Rasen spendiert Endlich wird’s grün: Die Tage des FCL-«Ackers» sind gezählt

5 min Lesezeit 01.10.2018, 17:42 Uhr

Es grünt bald so grün auf der Allmend: Seit diesem Montag wird der Rasen im FCL-Stadion ausgewechselt. Nach vielen hämischen Kommentaren sind private Sponsoren für den Verein in die Bresche gesprungen. Bald bringen 17 Lastwagen das neue Grün aus Süddeutschland.

Als «Acker» wurde der Rasen in der Luzerner Swissporarena zuletzt bezeichnet. Seit diesem Montag sieht es im FCL-Stadion tatsächlich aus wie auf einem umgepflügten Feld. Doch diesmal sehr zur Freude des Vereins: Denn der alte Rasen wird zurzeit Stück für Stück entfernt.

Möglich machen dies private Sponsoren, die das neue Spielfeld finanzieren. Bereits bekannt war, dass Daniele Obino mit seinem Focus Hotel und seiner Firma S+P Architekten in Sursee einen grossen Teil der Kosten übernimmt (zentralplus berichtete). Ebenfalls einen Beitrag leisten die Firmen Bernet Gartenbau aus Nottwil, Opus Küchen aus Ebikon und das Restaurant Schützenhaus Allmend, die am Montag beim Start der Arbeiten in der Swissporarena zugegen waren.

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Wie viel Geld sie insgesamt aussäen, verrät der FCL nicht. In den letzten Wochen war von rund 300’000 Franken die Rede. Präsident Studhalter dementierte am Montag diesen Betrag, ohne weiter in die Details zu gehen.

Den Ruf loswerden

Lieber sprach Studhalter von der «angemessenen Visitenkarte», die der FCL nun erhält. Denn der Rasen sorgte diesen Sommer für viel Spott. Besonders die unterschiedlichen Grüntöne – der Rasen kam stellenweise in Camouflage-Optik daher – stachen ins Auge. Die Liga sah jedoch keinen Bedarf, zu intervenieren, für den Spielbetrieb reichte die Unterlage. Trotzdem hagelte es vonseiten von Spielern und Trainern – unter anderem von Ex-FCL-Coach Gerardo Seoane – Kritik (zentralplus berichtete).

Das bekamen auch Guido Müller, Marlon Obino und Lino Schumacher von der Firma S+P Architekten in Sursee mit. «Ein schönes Stadion braucht einen schönen Rasen», findet Obino und fügt lachend an: «Sonst werden wir den Ruf mit dem Acker noch lange haben.» Von ihrem finanziellen Engagement erhoffen sich die drei Werbung für ihr Unternehmen. Und: «Es ist eine gute Investition in die Region.» 

«Herzensangelegenheit»: Pirmin Bernet und seine Gartenbaufirma stellen Personal und Material zur Verfügung.

«Herzensangelegenheit»: Pirmin Bernet und seine Gartenbaufirma stellen Personal und Material zur Verfügung.

(Bild: jal)

«Der FCL ist eine Herzensangelegenheit», begründet Pirmin Bernet von der gleichnamigen Gartenbaufirma in Nottwil sein Engagement. Ihm gefällt, dass der Verein den Nachwuchs in der Region fördert. Zudem hat sein Unternehmen in der Vergangenheit bereits für den FCL und Hauptinvestor Bernhard Alpstaeg gearbeitet. Deshalb war für ihn schnell klar, dass er für den Rasen Material und Personal zur Verfügung stellen wird.

Lino Schumacher, Marlon Obino und Guido Müller (von links) ärgerten sich über den schlechten Ruf des FCL-Rasens.

Lino Schumacher, Marlon Obino und Guido Müller (von links) ärgerten sich über den schlechten Ruf des FCL-Rasens.

(Bild: jal)

Eher per Zufall zum Sponsor wurde Vittorio Rossi, der seit Kurzem das Restaurant Schützenhaus führt (zentralplus berichtete). Er habe im Radio gehört, dass der neue Rasen dank privaten Sponsoren finanziert werde – und hat spontan bei Studhalter angerufen. Nicht nur, weil er dank seinen drei Kindern einen Bezug zum Sport hat, sondern auch, um damit die Nachbarschaft zum FCL zu pflegen. Beim Beitrag an den Rasen soll es womöglich nicht bleiben. Lange munkelte man, der FCL selber wolle das Restaurant übernehmen. Nun laufen laut Rossi Gespräche mit dem Verein über die Nutzung des Lokals. Spruchreif ist noch nichts. «Aber ich denke, es kommt gut.»

Stück für Stück – in 17 Lastwagen

Gut kommt es auch mit dem Rasen, sind die FCL-Verantwortlichen überzeugt. Trotz Zeitdruck. Zurzeit wird das Spielfeld Stück für Stück rausgefräst. Bis spätestens am Mittwoch wird der letzte Quadratmeter das Stadion verlassen haben. Anschliessend werden einzelne Unebenheiten geglättet, bevor Sand und Dünger ausgestreut werden.

Nächste Woche dann kommt der Rollrasen aus Süddeutschland nach Luzern. In der Schweiz gab es laut Stadionmanager Daniel Böbner keinen Anbieter, der einen Fussball-Teppich in der vorgegebenen Frist liefern kann. Das Ausmass zeigt sich darin, dass 17 Lastwagen nötig sind, um den Rollrasen auf die Allmend zu bringen. Auch, weil der neue Teppich laut Böbner dicker als der bestehende. Aus einem einfachen Grund: Weil die Zeit bis zum nächsten Spiel sehr kurz ist, will man so verhindern, dass die neue Oberfläche gleich beim ersten Spiel mangels Verwurzelung wegrutscht.

Präsident Philipp Studhalter erklärt, wieso der FCL-Rasen nun doch so schnell kommt:

 

Zum ersten Ernstkampf auf dem neuen Grün kommt es am 20. Oktober im Heimspiel gegen den FC Thun – zuvor warten auswärts YB und die Nati-Pause. Präsident Philipp Studhalter freut sich nicht nur für die eigene Mannschaft. Sondern auch, dass Luzern als Gastgeber beim Spiel der Schweizer Nationalmannschaft gegen Belgien im November ein Vorzeigespielfeld präsentieren kann – und sich nicht allfällig kritische Kommentare der internationalen Stars anhören muss. «Auch die Nati ist froh, wenn wir nicht nur einen technisch guten, sondern auch einen visuell schönen Rasen haben.»

«Innert acht Monaten den Rasen zweimal zu entfernen, wäre finanzieller Wahnsinn.»

Philipp Studhalter, Präsident FCL

Stadionmanager Daniel Böbner hielt am Montag indes nochmals fest, dass der Zustand dem Alter des Teppichs geschuldet ist – seit der Stadioneröffnung 2011 kickt der FCL auf demselben Spielfeld. «Betreffend Pflege kann man niemandem einen Vorwurf machen», sagte Böbner. Der Unterhalt durch die Stadtgärtnerei sei einwandfrei gewesen, letztlich handle es sich um ein Naturprodukt, das im Alter gewisse Risiken mit sich bringe.

Der neue Rasen hat zudem Folgen für die geplante Sanierung. Weil sich der Untergrund absenkt, wollte der FCL nächsten Sommer die entsprechenden Arbeiten aufgleisen. Doch dafür müsste man den Rasen entfernen. «Innert acht Monaten den Rasen zweimal zu entfernen, wäre finanzieller Wahnsinn», sagt Präsident Studhalter. Deshalb beabsichtigt der FCL, die Sanierung um ein Jahr – auf Sommer 2020 – zu verschieben.

Vittorio Rossi vom Restaurant Schützenhaus auf der Allmend will die Nachbarschaft zum FCL pflegen.

Vittorio Rossi vom Restaurant Schützenhaus auf der Allmend will die Nachbarschaft zum FCL pflegen.

(Bild: jal)

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