Endlich Sportkompetenz in der Führung: Was hilft’s dem FCL?
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Sie stehen für die Sportkompetenz im neuen Verwaltungsrat des FCL: Präsident Stefan Wolf (links) im Gespräch mit Laurent Prince. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Probe aufs Exempel beim Krisen-Klub Endlich Sportkompetenz in der Führung: Was hilft’s dem FCL?

4 min Lesezeit 4 Kommentare 01.10.2021, 15:00 Uhr

In diesen Tagen und Wochen zeigt sich, welchen Wert Sportkompetenz im Verwaltungsrat des FC Luzern hat. Mit dem früheren Profi Stefan Wolf als Präsidenten und Laurent Prince, dem ehemaligen Sportdirektor des nationalen Verbandes, ist sie so hoch wie nie. Trotzdem steckt der Cupsieger im Krisenmodus fest.

Viele Jahre lang wurde sie vermisst, die Sportkompetenz in der Leitung des FC Luzern. Und bei jedem sportlichen Kriechgang der Luzerner wurde medial auf dieses Defizit hingewiesen. Im unerschütterlichen Glauben daran, dass dann alles besser gekommen wäre.

Mit der Beilegung des Aktionärsstreits und der Installation einer neuen FCL-Führung in diesem Februar wurde das Manko aus der Welt geschafft. Seither ist Stefan Wolf der neue Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer des FC Luzern. Der 50-Jährige hielt in seiner Aktivzeit selbst die Knochen für die Luzerner Profis hin und wurde 1992 Cupsieger. Er ist die neue Identifikationsfigur des FC Luzern.

Aber nicht nur Stefan Wolf bringt viel sportliches Know-how in den neu aufgestellten Verwaltungsrat. Auch Laurent Prince hat Karriere im Fussball-Business gemacht. Er war ehemals Nachwuchschef der Luzerner, dann Sportdirektor beim Schweizer Fussballverband.

Wolf immer wieder im Austausch mit Celestini

Ausgerechnet in der ersten Saison, welche die neue Führung des Cupsiegers gemeinsam verantwortet, rutschen Fabio Celestini und seine Mannen in eine sportliche Krise. Vor dem Auswärtsspiel am Sonntag gegen den FC Basel (16.30) ist der FCL in acht Meisterschaftsspielen sieglos geblieben. Jetzt zeigt sich, wie sich Sportkompetenz in der Führung positiv auf die Garderobe auswirken kann.

«Ich gebe keine Ratschläge, wie Fabio Celestini die Mannschaft aufzustellen hat.»

FCL-Präsident Stefan Wolf

«Wir analysieren die sportliche Situation mit Sportchef Remo Meyer laufend und verfallen nicht in Panik. Gleichzeitig sind wir uns aber auch genau bewusst, wo wir aktuell stehen», sagt FCL-Präsident Stefan Wolf. Nun gut, möchte man anmerken, auch mit überschaubarer Sportkompetenz in der Führung neigte Remo Meyer nicht zu unüberlegten Handlungen.

Da muss also schon noch mehr kommen von der aktuellen Klubleitung. Er sei immer wieder im Austausch mit Cheftrainer Fabio Celestini, ergänzt Wolf. Und Celestini habe schon an Verwaltungsratssitzungen mit Laurent Prince teilgenommen.

FCL-Präsident ist häufiger Trainingsgast

Um was es in diesem Austausch konkret geht? Stefan Wolf sagt von sich, dass er nahe am Profi-Team dran und häufiger Trainingsgast sei. «So spüre ich die Stimmung im Team und die Intensität der Einheiten. Und diese Aussenwirkung teile ich Fabio Celestini mit», sagt er.

Allerdings verzichtet er darauf, seine Eindrücke mit dem einen oder anderen Tipp anzureichern. «Ich gebe keine Ratschläge, wie Fabio Celestini die Mannschaft aufzustellen hat», versichert der Präsident.

«Wir müssen das Teamgefüge so hinbekommen, dass jene Energie auf dem Platz freigesetzt wird, die unter der Woche im Training spürbar ist.»

Fabio Celestini erlebt er dabei als offenen Gesprächspartner. «Es ist richtig, dass er überzeugt ist von dem, was er macht. Aber ich bin froh darum, dass er sich jederzeit offen für Diskussionen zeigt», so Stefan Wolf.

Wolf: Teamgefüge stimmt noch nicht

In der Analyse der sportlichen FCL-Krise ist der Präsident zum Schluss gekommen, dass es im Teamgefüge der Mannschaft noch nicht stimme. Damit bestätigt er die Einschätzung von zentralplus.

«Wir müssen das Teamgefüge so hinbekommen, dass jene Energie auf dem Platz freigesetzt wird, die unter der Woche im Training spürbar ist», erläutert Wolf und ergänzt: «Die vielen Verletzten machen dieses Unterfangen aktuell sicher nicht leichter.» Mit Marius Müller, Pascal Schürpf, Ibrahima Ndiaye, Martin Frydek, Patrick Farkas, Tsiy Ndenge und Samuel Alabi stehen momentan sieben Namen auf der FCL-Verletztenliste.

In diesen sportlich schweren Zeiten schätzt es Stefan Wolf, dass das Umfeld des Vereins offenbar gelassener geworden ist. Er sagt: «Es gab keine Pfiffe unserer Fans nach der jüngsten Heimniederlage gegen Lugano. Und bei Anlässen mit Sponsoren und Partnern spüre ich die Geduld der Leute mit dem Klub und Fabio Celestini. Aber natürlich erwarten wir eine Reaktion des ganzen Teams inklusive des Trainer-Staffs.»

Vielleicht drückt sich in der Geduld des Umfelds auch die Erwartungshaltung aus, dass der FCL mit seiner hohen Sportkompetenz in der Führung die Kurve mit Fabio Celestini kriegen wird. Denn eine Trainer-Entlassung gleich im ersten Amtsjahr würde auch Wolf und Co. mit ihrer Sportkompetenz in keinem guten Licht erscheinen lassen.

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4 Kommentare
  1. Goeggeler, 03.10.2021, 16:11 Uhr

    Trotz der sportlichen Kompetenz in der Luzerner Führung fehlt nach wie vor die Kontinuität. Wieder wurden im Sommer sieben neue Spieler verpflichtet. Bis diese sieben neuen Spieler in die Mannschaft integriert sind und die Automatismen funktionieren wird wieder Weihnachten. Die lange Verletztenliste kommt der Integration der neuen Spieler sicher nicht entgegen. Vor allem in der Verteidigung wo bis auf Burch alle Spieler neu sind ist die Integration besonders schwierig wenn immer wieder Spieler ausfallen. Erschwerend kommt dazu, dass auch der Torhüter neu ist.

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  2. Karl Ottiger, 02.10.2021, 14:40 Uhr

    Diskussionen hin oder her seit ich mich mit Fussball befasse entscheiden immer die Ranglisten wie lange ein Trainervertrag läuft oder die Verantwortlichen haben sich an den momentanen Zustand gewöhnt und sagen das kann man so lassen unter dem Motto wir haben zwar bis zu 20 Trainingsweltmeister und irgendwann im 31 sigsten Saisonspiel werden sie es dann schon auf den Platz bringen sollte Luzern morgen in Basel unter 5 Toren Differenz verlieren haben sie es gut gemacht in diesem Sinne hopp Luzern

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  3. frapfo1955, 02.10.2021, 12:41 Uhr

    Natürlich ist jetzt wieder niemand vom FCL verantwortlich! Alles in Butter ausser: Viele Verletzte, zu hinterfragendes Spielsystem des Trainers der anscheinend zu Diskussionen bereit ist, aber sichtbar weiterhin stur an seiner Philosophie festhält, «hervorragende???» Spielereinkäufe auf diese Saison hin durch R. Meyer etc. etc.
    Irgendwie kommt wieder die Erinnerung hoch, als man vor dreissig Jahren, wie jetzt nach dem gleichnamigen Erfolg im Frühjahr in der nachfolgenden Saison abgestiegen ist! Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…

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  4. Livio Marthaler, 02.10.2021, 12:19 Uhr

    Langjährige Fussballbürokraten garantieren eben keine Fussballkompetenz. Damit sind weder Meyer noch Wolf anvisiert.

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