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Endlich spielt der FCL wieder Fussball
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FCL-Stürmer Francesco Margiotta Francesco erzielt in dieser Szene das siegbringende 3:1 gegen den FC Zürich. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Starkes Debüt vom neuen Trainer Fabio Celestini Endlich spielt der FCL wieder Fussball

4 min Lesezeit 1 Kommentar 25.01.2020, 22:50 Uhr

Der Luzerner Plan ist aufgegangen: für die Spieler, die beim 3:2-Auswärtssieg gegen den FC Zürich viel Moral und Zuversicht getankt haben. Für Trainer Fabio Celestini, der mit seinem Team den richtigen Ansatz gefunden hat. Und für Sportchef Remo Meyer, der den Trainerwechsel durchgesetzt hat.

Als eine dramatische Schlussphase ihr Ende gefunden und der erste Sieg im ersten Spiel unter dem vor rund drei Wochen neuverplichteten Trainer Fabio Celestini in trockenen Tüchern war, hatten die Luzerner kaum mehr Kraft zu jubeln. So blieben die meisten einfach gebeugt auf dem Rasen des Letzigrunds stehen, um tief durchzuschnaufen.

Gut 60 Minuten Pressing der FCL-Spieler hatten ihren Tribut gefordert. «Wir hatten defensiv leiden müssen, weil wir die Organisation verloren haben», befand Celestini hinterher. «Aber mit mentaler Stärke haben wir unsere Defizite wettgemacht.» Das Commitment, das Celestini von seinen Spielern im Trainingslager verlange, wurde befolgt. Es umfasst vier Punkte: Eines davon lautet «niemals aufgeben», wie Idriz Voca nach dem Spiel preisgab.

Vielversprechende Vorstellung

Der FC Luzern hat eine bemerkenswerte und eine für die Zukunft vielversprechende Vorstellung abgegeben. Bemerkenswert deshalb, weil er einen Weg zum Sieg fand, obwohl er in der fünften Minute mit dem 0:1 einen Nackenschlag einstecken musste. Aber er fiel nicht auseinander und hielt an seinem in bloss drei Wochen neu einstudierten Konzept fest.

Und vielversprechend deshalb, weil die Luzerner nach der kargen Kost unter Thomas Häberli endlich wieder Fussball spielen. Sie versuchen das Spiel von hinten raus zu machen, etwas zu kreieren und den Gegner laufen zu lassen. Bei einem Ballverlust wird mittels Pressing die sofortige Rückeroberung angestrebt.

Celestini bewies aber auch Mut mit seiner Aufstellung: Der erst 18-jährige Ashvin Balaruban kam als linker Aussenverteidiger zu seiner Premiere in der Super League. Ryder Matos, in der Vorrunde nie über die Rolle des Ersatzspielers rausgekommen, spielte im linken Mittelfeld. Und Tsiy Ndenge gab sein Comeback nach der Anfang September erlittenen Knieverletzung.

Die entscheidenden Kräfte

Matos und Ndenge gehörten zusammen mit Idriz Voca, Francesco Margiotta, Ibrahima Ndyaie und Goalie Marius Müller zu den entscheidenen Kräften auf dem Weg zum Sieg. Doch Balaruban war auf seiner Seite lange Zeit ein Gefahrenherd fürs eigene Tor. Das frühe 0:1 muss er auf seine Kappe nehmen, weil er zu wenig hoch sprang, um einen langen Ball von Mirlind Kryeziu zu klären. In seinem Rücken entwich Torschütze Marco Schönbächler.

Der FC Zürich schien Balaruban als Luzerner Schwachstelle ausgemacht zu haben und lancierte bis zur 20. Minute einige Angriffe über die Seite des FCL-Talents. Weiterer Schaden entstand für die Luzerner nicht, weil sich der Debütant fing. «Mit der Nomination von Balaruban ging ich ein grosses Risiko ein, dessen war mir bewusst», sagte Celestini. «Aber er ist ein taktisch intelligenter Spieler mit enormer Qualität. Und er kann nur Vertrauen in sich gewinnen, wenn er spielt.»

Zwei eingeübte FCL-Tore

In der Pause war Balarubans Missgeschick weniger Thema als der zielstrebige Auftritt der Luzerner in der Offensive. Celestinis Team führte zu diesem Zeitpunkt 3:1. Ein Weitschusstreffer von Idriz Voca zum 1:1 in der 13. Minute verlieh dem FCL die Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein.

Die beiden weiteren Tore waren einstudiert respektiv eingeübt. Vor dem 2:1 führte ausnahmsweise Voca den Eckball aus und spielte ihn auf Margiotta. Seinen flachen Ball in den Strafraum verwertete Matos am weiteren Pfosten. «Diese Variante haben wir im Training einstudiert», gab Voca zu.

Das 3:1 bezeichnete er als «Paradebeispiel eines Gegenzugs, wie wir es im Training angeschaut haben». Balleroberer Lucas Alves, der anstelle des kranken Christian Schwegler Captainbinde trug, trieb den Ball nach vorne und spielte ihn auf Ndyaie am rechten Flügel. Sein Pass zur Mitte verlängerte Males auf Margiotta, der herrlich den Siegtreffer markierte.

Am Ende fehlte die Ruhe im Luzerner Spiel

Nachdem es der FC Luzern zu Beginn der zweiten Halbzeit verpasste, die Frage nach dem Sieger mit einem weiteren Treffer definitiv zu klären, musste Müller zweimal gegen den aufgerückten FCZ-Verteidiger Kryeziu retten. Erst ein Fehlpass von Silvan Sidler an der Mittellinie und dem daraus entstehenden Konter gab der Partie wieder Spannung zurück. Nathan setzte einen Kopfball in der Nachspielzeit um Haaresbreite neben den Pfosten.

In dieser Phase nahmen die Kräfte und die Konzentration bei den Luzernern spürbar ab. Das liess sich auch daran erkennen, dass es ihnen nicht gelang, die Geschichte ruhig runterzuspielen. Celestini bestätigte: «Wir spielten in der Offensive Bälle zur Mitte, wo gar kein Mitspieler stand. Da müssen wir künftig mehr Ruhe bewahren.»

Aber es kann ja auch nicht auf Anhieb alles klappen, was in der verkorksten Vorrunde während Monaten nicht funktionierte. «Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen. Jetzt haben wir gesehen, dass es geht. Und es macht Spass», sagte Müller strahlend.

FCL-Sportchef Remo Meyer wird auf der Tribüne das Herz im Leibe gehüpft haben. Er hat auf zentralplus schon im November darauf hingewiesen, dass das Potenzial des Teams unter Celestinis Vorgänger nicht ausgeschöpft werde. Er scheint mit seiner Einschätzung Recht zu bekommen. Der FCL hat einen ersten Schritt weg vom Tabellenende gemacht.

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1 Kommentare
  1. Karl Ottiger, 28.01.2020, 16:08 Uhr

    Sehr Euphorisch die erste Halbzeit in der zweiten Halbzeit war die Mannschaft platt was zu sehr viel konsentrationsfehlern geführt hat und man das Resultat mit sehr viel Glück positiv gestalten konnte ich hoffe das man an dieser Situation noch richtig arbeitet weil in allen spielen hast du nicht immer so viel Glück