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Emotionen, Spektakel und persönliche Abrechnungen
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Werden sie wieder Grund zur Freude haben? Wir glauben: Auf jeden Fall. (Bild: zvg)

Subjektive Analyse zum EVZ-Viertelfinal Emotionen, Spektakel und persönliche Abrechnungen

4 min Lesezeit 02.03.2016, 14:05 Uhr

Der Playoff-Viertelfinal zwischen dem EV Zug und dem HC Lugano verspricht Tore, Emotionen und ein Aufeinandertreffen alter Bekannter. Kurz: alles, was es für eine spektakuläre und aufreibende Paarung benötigt. zentral+ analysiert die Begegnung und prognostiziert, welches Team weiterkommen wird. Unser Fazit ist klar.

Die diesjährige Affiche von EVZ und Lugano steht unter besonderen Vorzeichen. Was erwartet uns beim Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in den Playoffs? Es wird Zeit für eine absolut neutrale Einschätzung ohne jegliche Präferenz für eine der beiden Mannschaften – ausser natürlich für den EVZ.

Die Ansammlung an hochtalentierten Offensivkünstlern — inklusive den beiden letzten Liga-Topscorern Pettersson und Bouchard — sowie von Akteuren, die noch vor Kurzem für die anderen Farben aufgelaufen sind, garantiert packende Partien. Dass darunter mit Trainer Doug Shedden und NHL-Rückkehrer Damien Brunner zwei langjährige EVZ-Aushängeschilder nun bei den Bianconeri unter Vertrag stehen, verleiht der Serie zusätzliche Brisanz. Bei Letzterem ist aufgrund einer Muskelverletzung allerdings unklar, ob er für den Playoff-Start bereit ist. Mit oder ohne Brunner – mit den Schweden Fredrik Pettersson, Linus Klasen und Tony Martensson verfügen die Tessiner über brandgefährliche Spieler, die in jedem Spiel den Unterschied ausmachen können, wie sie das letzten Freitag in der Direktbegegnung bewiesen haben.

Doch der EVZ braucht sich punkto individueller Klasse nicht zu verstecken. In der alljährlichen Umfrage aller NLA-Coaches und Captains stellen die Zuger mit Tobias Stephan, Daniel Sondell und Pierre-Marc Bouchard den besten Torhüter, Verteidiger und Stürmer. Zudem schloss Lino Martschini die Topscorer-Wertung als bester Schweizer und bester Torschütze ex aequo mit dem Luganesi Pettersson ab. Für genügend Starpower ist also gesorgt — entscheidend ist, wessen Stars ihre Leistungen besser abrufen können.

Vorteile in der Defensive und beim Powerplay für den EVZ

Angesichts der grossen individuellen Klasse scheint es möglich, dass wir ein Offensivspektakel erleben werden, zumal Lugano seit der Übernahme von Doug Shedden offensiv aufgeblüht ist und seine Ladehemmungen ablegen konnte. Allerdings sollten sich die Mannschaften nicht allzu häufig auf einen offensiven Schlagabtausch einlassen, sondern aus einer sattelfesten Defensive heraus operieren. In diesem Bereich besitzt der EVZ sicherlich Vorteile und kann mit Stephan auf einen erfahrenen Torhüter zählen, der weiss, wie man den Playoff-Final erreicht.

«Vermeiden sollten die Zuger Penaltyschiessen, da Lugano vier von seinen fünf Shootouts in der Qualifikation gewinnen konnte.»

Ein weiterer Vorteil für den EVZ ist das Powerplay, dem in engen Spielen eine entscheidende Bedeutung zukommt. Der EVZ stellte das viertproduktivste Überzahlspiel, während Lugano in dieser Kategorie nur auf dem drittletzten Platz rangiert. Interessanterweise hatten die Zuger ausgerechnet in den Begegnungen gegen die Bianconeri Ladehemmungen und reüssierten in 25 Powerplays nur dreimal. Im Penalty-Killing sind beide Teams ungefähr gleich stark einzustufen. Vermeiden sollten die Zuger Penaltyschiessen, da Lugano vier von seinen fünf Shootouts in der Qualifikation gewinnen konnte.

Wenig gemeinsame Playoff-Historie

Die vier bisherigen Playoff-Duelle zwischen den beiden Teams lassen wenige Rückschlüsse zu. Lugano konnte die ersten drei Ausmarchungen für sich entscheiden, wobei dies letztmals im Viertelfinal 2002 der Fall war. Der EVZ gewann hingegen die letzte Serie im Viertelfinal 2013 hauchdünn im siebten Spiel. Wie damals geniesst er auch dieses Jahr das Heimrecht, wobei er dieses besser als letztes Jahr gegen Davos, als alle Heimspiele verloren gingen, nützen muss.

Von grösserer Relevanz als die bisherigen Playoff-Spiele zwischen den beiden Teams sind die Direktbegegnungen in der abgelaufenen Qualifikation. Vier der sechs Partien konnten die Zuger gewinnen, was für die Playoffs zuversichtlich stimmt.

 

 

Bereit für Action. Bereit für die Playoffs! #HoppZug #playofftime

Posted by EVZ on Sonntag, 28. Februar 2016

So sieht Zuversicht aus! Wahrscheinlich. Äh. Was will uns das sagen?

 

Interessantes Trainer-Duell

Brisant ist das Duell zwischen den beiden Coaches. Harold Kreis führte Lugano 2006 als Trainer-Notnagel zum bisher letzten Meistertitel – seither konnten die Bianconeri nie mehr eine Playoff-Serie gewinnen. Kann ausgerechnet Doug Shedden, der mit dem EV Zug bei fünf Playoff-Teilnahmen nie eine Viertelfinal-Serie verloren hat, diesen Fluch brechen? Oder kann Kreis erstmals mit dem EVZ eine Playoff-Serie gewinnen? Anders als Shedden konnte Kreis mit dem EVZ die Hürde Viertelfinal vor einem Jahr zwar nicht nehmen, dafür weiss er im Gegensatz zu seinem Kontrahenten, wie man Meister wird. Vielleicht kann er dieses Wissen den Zugern heuer einimpfen. Die beiden Trainer sind in den Playoffs noch nie gegeneinander angetreten.

 

here we go

Posted by HC Lugano on Sonntag, 28. Februar 2016

 Während der EVZ in der Sauna sitzt, rasiert sich der HC Lugano die Beine.

Prognose

Fazit? Uns steht eine ausgeglichene Serie mit der Aussicht auf einige spektakuläre Partien hervor. Gespannt darf man sein, wem von den zahlreichen Stars es gelingt, den Spielen seinen Stempel aufzudrücken. Wenn sich der EVZ neben seinen offensiven Qualitäten auf eine solide Defensive besinnt und weiterhin auf die Exzellenz von Torhüter Stephan zählen kann, wird er sich in sechs Partien durchsetzen und zum ersten Mal seit 2013 wieder den Halbfinal erreichen.

 

Die Qualifikationstabelle – der 4.-platzierte EVZ tritt gegen den 5.-platzierten HC Lugano an.

Die Qualifikationstabelle – der 4.-platzierte EVZ tritt gegen den 5.-platzierten HC Lugano an.

(Bild: Screenshot EVZ)

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