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Emmen: Polizei erhält erste Hinweise
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Auf diesem Wegstück in Emmen wurde die Frau vom Velo gerissen und vergewaltigt. (Bild: azi )

Ziel: 100-prozentige Aufklärungsquote Emmen: Polizei erhält erste Hinweise

3 min Lesezeit 07.08.2015, 17:04 Uhr

Die Luzerner Polizei hat am Donnerstag einen Fragekatalog veröffentlicht und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Nun bestätigt sie erste Hinweise. Ziel ist es zudem, Druck auf den Täter aufzubauen.

Eine Belohnung von bis zu 10’000 Franken hat die Luzerner Polizei für Hinweise ausgesetzt, die zum Täter führen. Nun bestätigt Polizeisprecher Kurt Graf erste Hinweise – über deren Inhalt gibt es zurzeit noch keine Auskunft. Die Ermittlungen könnten beeinflusst werden.

«Mit der Belohnung fängt man die Aufmerksamkeit der Bevölkerung», erklärt Graf. Und der spezifische Fragekatalog biete möglicherweise Anhaltspunkte, die bisher unbeachtet blieben. «Das Ausschreiben einer Belohnung ist ein sehr seltenes Vorgehen», sagt Graf. Dies sei aber keinesfalls aufgrund des Druckes und der starken Betroffenheit der Öffentlichkeit (zentral+ berichtete), sondern aufgrund der Schwere des Verbrechens erfolgt.

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Zusammenarbeit über die Landesgrenzen

«Die Luzerner Polizei hat sich bei schweren Delikten das Ziel einer hundertprozentigen Aufklärungsquote gesetzt», hält Graf fest. Deshalb würden in diesem Fall auch viel mehr Ressourcen eingesetzt, als etwa bei einem einfachen Delikt. «Schliesslich geht es hier um ein Menschenleben.» Eine Sonderkommission arbeitet an dem Fall – bis zu einem Dutzend Leute sind involviert, liess Graf Anfang Woche gegenüber zentral+ verlauten.

Graf klärt über die aktuellen Ermittlungen auf. «Es gibt eine enge Zusammenarbeit zwischen Strafuntersuchung, Polizei und Experten», so Graf. Die internen Fachspezialisten etwa im Bereich der Informatik, der Spurensicherung oder des forensischen Dienstes seien Profis. «In diesem Fall arbeiten die Experten über die Kantons- ja gar Landesgrenzen hinweg zusammen.»

Luzerner Polizei sucht weiterhin Hinweise

Der Gang an die Öffentlichkeit sei zudem ein Mittel, weiter Druck auf den Täter auszuüben. «Die mediale Berichterstattung kann den Täter dazu verleiten, sich besonders auffällig zu verhalten», so Graf.

Für Hinweise hat die Luzerner Polizei eine Hotline eingerichtet. Personen, welche Angaben zu den angefügten offenen Fragen machen können, werden gebeten, dies umgehend zu melden.

Rufnummer Hotline: 041 248 81 17
E-Mail: fahndungshinweis@lu.ch

Fragekatalog der Luzerner Polizei
  1. Gibt es Frauen, welche im fraglichen Gebiet verbal oder anderweitig sexuell belästigt oder sogar angegriffen worden sind und dies der Polizei noch nicht gemeldet haben? 

  2. Wurden Personen im fraglichen Gebiet Opfer eines anderen Deliktes (z.B. Diebstähle, Entreissdiebstähle, Raubüberfälle etc.) oder Versuchen dazu. Wurde noch keine Meldung an die Polizei gemacht? 

  3. Gibt es Personen, welche im fraglichen Gebiet am Dienstag 21.07.2015 zwischen 21.30 und 24 Uhr unterwegs waren und von der Polizei noch nicht kontaktiert wurden? Es wurde auch von der Polizei festgestellt, dass der Weg zu später Stunde häufig von Joggern frequentiert wird. Wurden allenfalls von Joggern sachdienliche Wahrnehmungen gemacht? 

  4. Gibt es Personen welche zu einem anderen Zeitpunkt, im fraglichen Gebiet, verdächtige Wahrnehmungen (z.B. männliche Personen, welche Passantinnen intensiv beobachtet haben) gemacht haben und diese der Polizei noch nicht gemeldet haben? 

  5. Gibt es Personen, welche vor dem Tatzeitpunkt im fraglichen Gebiet regelmässig festgestellt werden konnten und seit diesem Zeitpunkt dort nicht mehr angetroffen werden? 

  6. Sind Personen nach dem Tatzeitpunkt, insbesondere nach dem Bekanntwerden der schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für das Opfer durch Verhaltensänderungen oder unerklärbares, ungewohntes Verhalten aufgefallen (z. B. plötzlicher, übermässiger Alkoholkonsum, Medikamentenmissbrauch, Arbeitsplatzabsenzen, Änderung der Gemütsverfassung)? 

  7. Haben sich Personen mit angeblich authentischen spezifischen Informationen zur Tat/polizeilichen Ermittlung in Szene gesetzt oder sich allenfalls sogar anvertraut? 

  8. Sind Personen durch ein offensichtlich übersteigertes Interesse an diesem Fall aufgefallen (z.B. wurde das Thema in Diskussionen immer wieder von derselben Person aufgegriffen)?



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