Grösster Lebensmittelladen macht dicht: Triengen fühlt sich überrumpelt
  • Regionales Leben
Die einzige Coop-Filiale in Triengen ist vorübergehend geschlossen. (Bild: Google Maps)

Coop-Filiale schliesst vorübergehend Grösster Lebensmittelladen macht dicht: Triengen fühlt sich überrumpelt

3 min Lesezeit 6 Kommentare 07.01.2021, 12:00 Uhr

In Triengen wird es in den nächsten Monaten schwierig, an Kartoffeln, Joghurt oder eine gute Flasche Wein zu kommen. Der einzige Laden der Gemeinde macht dicht – eines Umbaus wegen. Der Gemeindepräsident fühlt sich vor den Kopf gestossen.

Die Gemeinde Triengen zählt 4600 Einwohnerinnen. Und alle von ihnen haben genau eine einzige Möglichkeit, im Dorf ihre Einkäufe zu tätigen – bisher. Während den nächsten drei Monaten ist dem nämlich nicht mehr so. Dies, weil der einzige grössere Lebensmittelladen in Triengen, eine Coop-Filiale, wegen eines Umbaus vorübergehend schliesst. Ein Provisorium im Laden ist «aus Sicherheitsgründen» nicht möglich, wie Coop auf Anfrage mitteilt.

Bis zu 20 Minuten Busfahrt

«Für uns – und insbesondere für die ältere, immobilere Generation – stellt das ein grösseres Problem dar», erklärt der Gemeindepräsident René Buob auf Anfrage. «Mit der Schliessung des Coops haben wir nämlich nun keinen Lebensmittelladen mehr in der Gemeinde», führt er aus. Früher habe es in Triengen zusätzlich zum Coop noch einen Denner gegeben. Doch dieser sei mittlerweile von der Bildfläche verschwunden.

Nun müssen die Trienger Bewohnerinnen also in einer anderen Gemeinde ihre Einkäufe erledigen. So zum Beispiel in der mehrere Kilometer entfernten Nachbargemeinde Büron. Wer nicht mit dem Auto, sondern mit einem ÖV-Bus zu einem Laden fahren will, ist auf weitere Standorte wie Sursee oder Schöftland angewiesen – was eine rund 15- bis 20-minütige Busfahrt bedeutet.

Duttweiler und Freiwilligenarbeit

Doch weshalb hat sich der Gemeinderat nicht für eine Übergangslösung während dieser drei Monate Umbauzeit eingesetzt? «Wir haben erst kurz vor Weihnachten von dieser Nachricht erfahren. Und die Filiale schloss am 4. Januar», erklärt Buob und meint weiter: «Für uns war das schon sehr überraschend und kurzfristig, wo doch Coop bis anhin jeweils eine gute Kommunikation pflegte.» Dem Gemeinderat sind also die Hände gebunden, auf die Schnelle eine Ersatzlösung zu finden. Und Coop habe nichts dergleichen getan.

«Das Einzige, was wir jetzt so schnell organisieren könnten, wäre wohl der Aufruf zur Freiwilligenhilfe, sodass jüngere, mobile Personen der älteren, eher immobilen Bevölkerung Unterstützung bei der Einkaufserledigung bieten», sagt der Gemeindepräsident. Das sei auch durchaus bereits ein eingespieltes Prinzip, wo doch während des Lockdowns im Frühling die Dorfsolidarität wieder auflebte. Und wie wäre es mit einem mobilen Einkaufsladen in einem Bus, der wie zu Duttweilers Zeiten in die Region kommt? «Ja, das wäre wohl auch etwas, das man machen könnte. Jedoch wäre dies wohl nicht ganz so schnell umsetzbar», heisst es beim Gemeindepräsidenten.

4600 Personen und ein Laden

Für die Trienger dürfte es in den kommenden Monaten also durchaus etwas mühsam werden, wenn es um die Besorgung der eigenen Lebensmittel geht. «In der Gemeinde dürfte gerne wieder einmal ein zweiter grösserer Lebensmittelladen seine Türen öffnen. Mit einem einzigen Laden haben wir sowieso ein ziemlich schmales Angebot», betont Buob. Die Gemeinde sei sehr interessiert daran, künftig das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten ausweiten zu können: «Wenn jemand sein Interesse kundtut, einen Lebensmittelladen in Triengen eröffnen zu wollen, unterstützen wir als Gemeinderat da gerne. Eine Gemeinde mit rund 4600 Einwohnern sollte meines Erachtens über ein breiteres Angebot an Einkaufsmöglichkeiten verfügen», führt Buob aus.

War da nicht noch die freie Ladenfläche des Denners, die derzeit leersteht? Immerhin könnte da doch etwas Neues entstehen? Der Gemeindepräsident stellt klar: «An diesem Standort sollte in den nächsten Wochen ein neues Geschäft eröffnen. Leider hat hier keine terminliche Koordination mit der Schliessung der Coop Filiale stattgefunden.»

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6 Kommentare
  1. Franz Lipp, 08.01.2021, 01:09 Uhr

    Überrascht? Dieser Umbau ist also nicht bewilligungspflichtig? Oder stand da nicht bis vor Kurzem ein Baugespann?

  2. Ferdy, 07.01.2021, 22:10 Uhr

    Im schein an hat der Gemeinde Präsi keine Ahnung über Triengen oder gehts nur um die grossen und ums Geld? Wie sieht es mit Käsi, Squindo, Hunger, Gilli, Landi aus? Im schein an nichts Wert!!

  3. C. H., 07.01.2021, 21:40 Uhr

    Das stimmt überhaupt nicht das es keine andere Einkaufsmöglichkeiten in Triengen gibt! Was ist mit dem Tankstellen Shop und der Landi! Im Shop bekommt man alles für den täglichen Bedarf frisches Brot, Molki Artikel und vieles mehr und in der Landi Gemüse und Getränke.

  4. Hunger Margrit, 07.01.2021, 20:26 Uhr

    Mich hat es echt erstaunt, dass in diesem Artikel kein einziger anderer Laden erwähnt. Stimmt natürlich nicht, dass weder Kartoffeln, noch Joghurt und Wein in Triengen ohne Coop erhältlich sind. All das und viele andere Artikel des täglichen Bedarfs gibt es in Triengen zu kaufen. Ich bin nicht nur erstaunt, sondern auch empört. Offensichtlich zählen nur die Grossverteiler und die kleinen Läden werden ignoriert. Schade. Wir sind selber Betreiber einer diesen kleinen Läden und haben Gottseidank viele treue Kunden.

  5. Hess Bernhard, 07.01.2021, 13:18 Uhr

    Der Artikel ist sehr schlecht recherchiert!
    Auch wir ärgern uns sehr über die plötzliche Schliessen des COOP’s. Aber zum Glück gibt es doch noch andere Möglichkeiten: Zwei gute Bäckereien bieten uns Backwaren und ein erweitertes Sortiment an. Die „Käsi“ , die einzige weit herum, bietet ein sehr grosses und gutes Käsesortiment und viele weitere Artikel an, wir haben mit dem „Gilli“ einen gut bestückten Hofladen mit vielen Frischwaren. Für Artikel des täglichen Bedarfs haben wir eine Drogerie und eine Papeterie. Und auch die Landi hat ein sehr grosses Sortiment. Sogar Wein. Falls der Herr Gemeindepräsident mal Durst hat. Seine Aussagen finde ich einen Affront gegenüber den Gewerbetreibenden, die in ihren Läden ein gutes Sortiment, sicher nicht alles, anbieten. Nutzen wir die Gelegenheit der COOP-Schliessung, nicht einfach zum nächsten Grossverteiler zu fahren, sondern unser Gewerbe kennen zu lernen und zu unterstützen.

    1. Hunger Margrit, 07.01.2021, 20:28 Uhr

      Danke, Bäni, Du sprichst mir aus dem Herzen!

2021-01-20 19:53:44.056612