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Eine Fundgrube, nicht nur für Zuger Geschichtsfans
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Am Donnerstag findet in der Bibliothek Zug eine Vernissage zu «Zugdigital» statt. (Bild: zvg)

Neues Angebot «Zugdigital.ch» Eine Fundgrube, nicht nur für Zuger Geschichtsfans

3 min Lesezeit 20.05.2019, 16:17 Uhr

Diesen Dienstag wird das historische Gedächtnis von Zug aufgefrischt. Nach einem halben Jahr Arbeit geht die Webseite «Zugdigital» online. Besonders für Geschichtsfreunde dürfte diese eine wahre Fundgrube werden.

Der Kantonsgeschichte von Zug wird zu wenig Rechnung getragen. Dies befand die Historikerin Iris Blum, die beim Museum Burg Zug als Sammlungskuratorin arbeitet. «Als ich vor vier Jahren nach Zug kam, bemerkte ich, dass es keine gedruckte Kantonsgeschichte gibt», so Blum.

Sie hatte deshalb eine Idee. Mit dem Stadtarchiv und der Stadtbibliothek Zug ist die Seite «Zugdigital.ch» entstanden. Dies dürfte das Herz von Geschichtsfreunden höherschlagen lassen, denn dort werden mittelalterliche Handschriften oder zugerische Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert sowie viele weitere Angebote rund um die Zuger Geschichte und Kultur zu finden sein.

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Drehscheibe zwischen Nutzer und Inhalt

Um überhaupt zu Inhalten zu kommen, muss «Zugdigital» deshalb Angebote zu Zuger Themen aus dem Internet sammeln. Dabei fungiert das Portal als Drehscheibe zwischen Nutzern und Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, Fotografien, Datenbanken und geografischen Karten, die in den Weiten des Internets zu finden sind. Dem User werden auf diese Weise all diese Inhalte an einem zentralen Ort präsentiert.

Blum sieht nämlich dort das Problem: Viele Zuger Gemeinden hätten einige interessante digitalisierte Dokumente, diese zu finden sei jedoch oft nicht ganz einfach. Auf «Zugdigital» werde man per Link direkt dorthin geleitet, ohne sich durch einen bürokratischen Webseiten-Dschungel kämpfen zu müssen.

Auf der Suche nach «Perlen»

«Es soll aber nicht eine blosse Ansammlung von Links werden», sagt Blum. Mit einem kurzen und attraktiven Text, einem «knackigen Titel» und einem passenden Bild soll für die Nutzer jeweils ein Anreiz geschaffen werden.

«Es lohnt sich einmal in ein Archiv zu gehen und die Originaldokumente anzuschauen.»

Iris Blum, Historikerin

«Wir erhoffen uns auch, dass die Gemeinden durch eine solche Plattform dazu angespornt werden, mehr Dokumente zu digitalisieren», meint Blum. Von dort könnten diese wiederum auf «Zugdigital» aufgenommen werden.

Auf der Seite werde aber auch ein «Zug analog»-Button integriert sein, der zu Bibliothek und Stadtarchiv führt. «Man kann nicht alles digitalisieren, wir wollen damit zeigen, dass es sich durchaus auch lohnen kann, einmal in ein Archiv zu gehen und sich die Originaldokumente anzuschauen», so die Kuratorin.

Idee aus dem Appenzell

Die Historikerin hat bereits bei einem ähnlichen Projekt in Appenzell mitgewirkt, aus dem «Appenzelldigital» entstanden ist. So etwas wollte sie auch für Zug. Sie habe dann Kooperationspartner ins Boot geholt und ein Gesuch bei der Stadt sowie dem Kanton Zug gestellt.

Der Kanton lehnte das Gesuch ab, weil ein solches Projekt als nicht notwendig erachtet wurde und im ersten Entwurf «fehlende institutionelle Anbindung» aufgewiesen habe. Die Stadt hingegen hat dem Projekt Gelder zugesprochen. Allerdings zu wenig, um es durchzuziehen.

Bereit zur Veröffentlichung

Nachdem sich das Stadtarchiv mit der Bibliothek zusammentat und Unterstützung vom Amt für Denkmalpflege und Archäologie sowie dem Museum für Urgeschichte bekam, war die finanzielle Basis gesichert.

«Nach der Absage des Kantons widmete ich mich einem Buchprojekt, das viel Zeit beanspruchte», so Blum. Obwohl sie immer noch stark involviert ist, reichte die Zeit nicht für die Projektleitung. Diese hat deshalb Jasna Zwimpfer von der Stadtbibliothek Zug übernommen. Vor einem halben Jahr wurde mit der Umsetzung begonnen, nun ist die Seite bereit für die Veröffentlichung.

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