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Eine dieser Varianten soll Emmen Dorf vom Lärm befreien
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Bei der Kreuzung beim Wohncenter Emmen führt die Seetalstrasse rechts nach Emmen Dorf. Ab hier werden Umfahrungsvarianten geprüft. (Bild: Google Maps)

Eine Spange kommt selten allein Eine dieser Varianten soll Emmen Dorf vom Lärm befreien

4 min Lesezeit 2 Kommentare 16.01.2020, 05:03 Uhr

Entlang der Seetalstrasse wünscht sich die Bevölkerung von Emmen Dorf seit Jahren etwas Ruhe vom vielen Verkehr. Der Kanton Luzern und die Gemeinde haben nun die Zweckmässigkeit verschiedener Umfahrungsstrategien für Emmen Dorf beurteilt. Klar scheint: Eine reine Spangenlösung wirds wohl nicht geben.

Wers nur ruhig und idyllisch mag, ist an der Seetalstrasse nicht unbedingt am richtigen Ort gelandet. Aber auch wenn sich die Bewohner von Emmen Dorf einiges gewohnt sind: Das stetig steigende Verkehrsaufkommen sägt auch an den Nerven lärmerprobter Gemüter.

Am Mittwochabend stellte der Emmer Bau- und Umweltdirektor Josef Schmidli nun seine Pläne vor, wie die Gemeinde Emmen gemeinsam mit dem Kanton in den kommenden Jahren für etwas Beruhigung sorgen will. Darüber hinaus sollen aber auch die Defizite im Langsamverkehr behoben werden.

Dazu wurden in dieser ersten Phase die Aufwertung der Seetalstrasse, vier Varianten für eine Umfahrung und weitere Varianten wie Tunnels, Spangen oder Einbahnverkehr etwas näher unter die Lupe genommen.

Obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch keine eindeutigen Empfehlungen gibt, kristallisieren sich doch gewisse Tendenzen heraus, die hier kurz vorgestellt sein wollen:

1. Seetalstrasse soll attraktiver für Langsamverkehr werden

Das Ziel des Betriebs- und Gestaltungskonzepts (BGK) ist, die Seetalstrasse für den Velo- und Fussverkehr aufzuwerten und den Bussen eine eigene Fahrspur zu geben, damit diese jederzeit ohne Behinderung fahren können.

Für gut befunden wird ein möglichst langer Abschnitt, allenfalls in Kombination mit einer durchgehenden, eigenen Busspur.

2. Emmen Dorf soll im Norden umfahren werden

Bereits im Jahr 1999 wurden im Auftrag der Gemeinde Emmen erste Skizzen für eine nördliche Umfahrung von Emmen Dorf erarbeitet und darauf basierend ein Vorprojekt erstellt. Für die erste Phase der Beurteilung wurden diese Ansätze nochmals aufgenommen.

Die Umfahrungsvarianten unterscheiden sich hinsichtlich des Anschlusses und der Linienführung im Westen sowie durch einen zusätzlichen Unterbruch der Kirchfeldstrasse. Eine weiter entfernte Linienführung der Umfahrung wurde aufgrund der Tangierung der Grundwasserfassung respektive der Nähe zum Flugplatz verworfen.

Bei den Varianten zur Nordumfahrung wird die Umwelt stark tangiert. Angesichts ihrer positiven Wirkung für den Verkehr werden sie dennoch weiterverfolgt.

3. Auch Rüeggisingen könnte umkurvt werden

Als weitere Stossrichtung wird eine kombinierte Umfahrung von Emmen Dorf und Rüeggisingen in Betracht gezogen. Dabei wird die Nordumfahrung ab Emmen Dorf entlang der A2 an die Rüeggisingerstrasse geführt. Mit entsprechenden Verkehrsmassnahmen im Bereich Kreisel Waldibrücke sowie in den zwei BGK-Abschnitten soll eine Entlastung von beiden Innerortsabschnitten erreicht werden.

Die Umfahrung ab Emmen Dorf entlang der A2 zur Rüeggisingerstrasse entlastet das Siedlungsgebiet zusätzlich.

4. Spangen sind nicht die alleinige Lösung

Die Spange Mettlen im Norden könnte als neue Verbindung Waldibrücke– Schachen zu einer Entlastung der Seetalstrasse in Emmen Dorf und Unterdorf beitragen. Die Spange kann die gesetzten Ziele für Emmen Dorf aber allein nicht erfüllen. Sie wird jedoch als mögliche Kombination mit den Varianten einer Umfahrung und der Aufwertung der Seetalstrasse erneut aufgenommen.

Die Spange Mettlen im Norden bleibt als Ergänzungslösung im Rennen.

5. Südumfahrung ist wohl definitiv vom Tisch

Die Varianten der Umfahrung Emmen Dorf Süd würden zwar Verbesserungen in den Bereichen Verkehrsqualität und Siedlungsentwicklung aufweisen, heisst es im Bericht der Gemeinde.

Jedoch überwiegen die negativen Auswirkungen auf die Umwelt: Die Zerschneidung des Sädelwalds, die Tangierung der Reuss oder des Waldfeuchtgebietes seien neben den hohen bautechnischen Risiken und den entsprechend hohen Kosten die Gründe dafür, dass diese Varianten nicht weiterverfolgt werden.

6. Tunnel ist zu teuer, Einbahnlösung kaum praktikabel

Geprüft wurden auch der massive Ausbau des ÖV-Angebotes, ein Einbahnring im Bereich Emmen und eine Tunnellösung. Das Ergebnis: Eine reine ÖV-Alternative bringt keine genügende Entlastung. Der ÖV soll mit den anderen Varianten weiter gefördert werden.

Die schwerwiegenden Eingriffe in die Landschaft, mögliche Beeinträchtigung des Grundwassers sowie die hohen Kosten führten dazu, dass die Tunnellösungen nicht weiterverfolgt werden. Die Einbahnlösung führe zu einer Verschlechterung der Erreichbarkeit und zur Verlängerung von Reisezeiten. Aus diesen Gründen werden diese Varianten nicht weiterverfolgt.

Und wie geht es nun weiter?

Das Ziel gibt Baudirektor Josef Schmidli (CVP) vor: «Nun wird die Machbarkeit geprüft und erste Kostenschätzungen werden erarbeitet. Nicht machbare Varianten werden verworfen.»

In einer dritten Phase werden die verbleibenden Varianten hinsichtlich Nutzen und Kosten beurteilt. Es folgt die Diskussion und Empfehlung einer durch Kanton und Gemeinde favorisierten Bestvariante. Ohne dass es einen genauen Zeitplan gäbe, kann man als Horizont das Jahr 2030 nehmen: Bis dann werden neue Arbeitsplatzgebiete erschlossen sein und zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner erwartet.

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2 Kommentare
  1. Jörg, 16.01.2020, 12:29 Uhr

    Jetzt wo alles überbaut ist, wollt ihr die Umfahrung durch die Neubau-Siedlung an der Reuss nehmen und schön vor dem Conforama wieder auf die Hauptstrasse, sicher nicht!!! Nehmt die Strasse über die Reuss bis Anschluss A 2 so kann man direkt auf die Autobahn oder vis Seetalplatz auf die umliegenden Ortschaften. Zudem soll die Linie 5 über Rügisingerstr, Mooshüsli Schwimmbad zurück nach Emmencenter -Kriens nur so geht es auf ein Rums. Aber Denken ist Glücksache, und wer zahlt? Emmen hat ja kein Geld….

  2. Jörg, 16.01.2020, 07:49 Uhr

    Die Strasse nach Emmen Dorf, nach der Beiz, wird in einen Tunnel verlegt der erst vor der Bahnunterführung wieder hochkommt. Emmi sollte endlich ihren Bahnanschluss bekommen, um Güter ohne diese lärmigen Laster zu transportieren, Lastwagen sollten jeweils von 6 bis 11 Uhr zur Anlieferung gestattet werden. Gebaut wird dieser Traum nie, denn es wurde zu viel gebaut, schöne Bauernhöfe abgerissen, Wohnungen und Industrie ohne an den erkehr zu denken gebaut. Man man kann die Strasse ja auch im Tagbau eintunneln und Deckel drauf.