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Eine Currywurst verhalf dem Chill’s zum Comeback
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Ihnen schmeckt's: Ein Touristenpaar aus Hawaii probiert das neue Chill's in Luzern aus. (Bild: jal)

Thai-Restaurant neu mit einem Take-Away in Luzern Eine Currywurst verhalf dem Chill’s zum Comeback

4 min Lesezeit 23.08.2017, 16:07 Uhr

Anfang Jahr schloss das thailändische Restaurant Chill’s am Helvetiaplatz nach über 15 Jahren. Seit dieser Woche ist das Lokal zurück – mit einem Take-Away an der Pilatusstrasse. Doch das ist nicht alles: Für nächsten Frühling hegt der Betreiber weitere Pläne.

Eingeklemmt zwischen dem Hotel Flora und dem Eingang zum Globus entdecken Luzerner seit dieser Woche ein Schild, das sie kennen dürften: Das thailändische Restaurant Chill’s hat an der Pilatusstrasse einen Take-Away eröffnet.

Während rund 15 Jahren war das Chill’s am Helvetiaplatz beheimatet. Anfang Jahr ging es zu, nun ist dort der Burger-Laden Wolf zu finden (zentralplus berichtete).

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Die Einladung zur Currywurst

Ein Comeback war eigentlich nicht geplant, sagt Nicolas Theodoracakis, langjähriger Leiter des Chill’s und Teilhaber der N.T. Gastro Consulting GmbH, die das neue Take-Away betreibt. Der Zufall war es, dass das kleine Lokal an der Pilatusstrasse frei wurde. «Seit 20 Jahren laufe ich daran vorbei und denke immer: Was für ein guter Platz», sagt der Gastrounternehmer.

Am Standort wurde in den letzten Jahren Bubble Tea verkauft – buntsüsse Getränke mit Kügelchen drin. Doch als Schlagzeilen über gesundheitsgefährdende Stoffe in den Tapioka-Perlen die Runde machten, war es vorbei mit dem Trend-Getränk.

«Ich dachte, es gibt bestimmt 200 Interessierte für das Lokal an der Pilatusstrasse.»

Nicolas Theodoracakis, Leiter des Chill’s-Take-Away

Theodoracakis packte die Gelegenheit beim Schopf und lud die Vermieterin des Lokals zu einer Currywurst ein. Wieso gerade zu diesem speziellen Essen hat seinen Grund. Der Luzerner ist am Currywurst-Laden Bobby & Fritz beteiligt, der seit Juni 2016 im Foodcorner im Luzerner Bahnhof einquartiert ist (zentralplus berichtete).

Direkt aus der Pfanne in die kompostierbaren Behälter: Die Menus beim Chill's-Take-Away.

Direkt aus der Pfanne in die kompostierbaren Behälter: Die Menus beim Chill’s-Take-Away.

(Bild: jal)

Die Einladung lohnte sich: «Ich dachte, es gibt bestimmt 200 Interessierte für das Lokal an der Pilatusstrasse.» Doch dem war nicht so. Der grösste Konkurrent im Rennen um die Nachfolge sprang gemäss Theodoracakis ab, weil in der kleinen Nische kaum Platz für eine Lüftung ist. «Ich war einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort», sagt der Gastrounternehmer erfreut. Seine Wok-Anlage kommt mit einer speziellen Lüftung aus, die keinen Abzug braucht.

Wok-Pfanne mit dem Tuk-Tuk

Vor der Vitrine stehen nun die ersten Gäste an diesem Mittag. Zwei Touristen aus Hawaii, die sich für das Curry und die vegetarische Nudelpfanne entscheiden. Nein, das Chill’s hätten sie vorher nicht gekannt, sagt die Frau. Es sei ihr erster Ferientag in Luzern. Mit dem Essen sind sie vollauf zufrieden. «Es schmeckt sehr gut», hält der Mann fest.

«Das Chill’s-Konzept hätte nach so langer Zeit sicher eine Auffrischung gebraucht.»

Nicolas Theodoracakis, langjähriger Chef

An der Pilatusstrasse werden täglich drei Wok-Pfannen angeboten – sie kosten zwischen 13 und 15 Franken. Auf der Karte stehen ausserdem die vier Gerichte, die am Helvetiaplatz am besten gelaufen sind. Dazu kommen zwei Vorspeisen, ein Salat und eine Suppe. Im Winter will Theodoracakis vermehrt auf Nudelsuppen setzen. Das Geschäft kommt schlank über die Runden – zurzeit beschäftigt das Chill’s eine Angestellte sowie mehrere Aushilfen.

Das wird jedoch nicht so bleiben. Theodoracakis hegt bereits weitergehende Pläne: Ab dem nächsten Frühling will er einen Heimlieferdienst für Kriens, Horw und Luzern starten – und die Gerichte mit einem Elektro-Tuk-Tuk ausliefern.

Hoffen auf Laufkundschaft

Das Chill’s am Helvetiaplatz aufgegeben hat Theodoracakis aus privaten Gründen, auf die er nicht näher eingehen will. Sowieso mag er es nicht, im Fokus zu stehen – weswegen er auch nicht für ein Foto hinstehen will.

Er räumt aber ein, dass das Geschäft schwieriger geworden ist. «Als ich vor 16 Jahren anfing, gab es kaum thailändische und asiatische Restaurants in Luzern», sagt Theodoracakis. Inzwischen gebe es allein im Stadtzentrum ein Dutzend davon – die Konkurrenz sei enorm gewachsen. Aber nicht nur das: «Das Chill’s-Konzept hätte nach so langer Zeit sicher auch eine Auffrischung gebraucht.» 

<p>Das thailändische Restaurant «Chill's» ist seit Anfang Jahr geschlossen.</p>

Bis Anfang Jahr war das Chill’s am Helvetiaplatz zuhause.

(Bild: zVg)

Und wie sieht er die Konkurrenz zum neuen Take-Away? «Wie gut unsere Chancen sind, das können Sie mich in einem Jahr fragen», sagt Theodoracakis und lacht. «Aber wenn es hier nicht funktioniert, macht man etwas falsch.»

Denn rund um die Pilatusstrasse werde kaum asiatische Verpflegung angeboten. Zudem hofft er mit der Kantonalbank, den vielen Geschäften, den Schulen und den Touristen in der Nähe auf zahlreiche Laufkundschaft. Und auf den Trend hin zu mehr Take-Away-Essen: «Früher haben sich nur die Jungen unterwegs verpflegt – heute isst Hinz und Kunz so.»

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