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Einbrüche und Ausgehmeile als Sorgenkinder
  • Politik
Mehr als die Hälfte aller Unfälle mit Verletzten waren Selbstunfälle. (Bild: Grafik Luzerner Polizei)

Kriminalstatistik Luzern 2013 Einbrüche und Ausgehmeile als Sorgenkinder

3 min Lesezeit 27.03.2014, 12:02 Uhr

Letztes Jahr hat die Luzerner Polizei insgesamt 30’402 Straftaten erfasst. Zwar ist dies eine leichte Abnahme gegenüber dem Vorjahr. Entgegen dem landesweiten Trend stieg die Anzahl der Einbrüche jedoch um 33 Prozent. Sorgen bereitet der Polizei ausserdem die Situation in der Neustadt, wo es nach dem Ausgang zu vermehrten Raubdelikten der Partygänger kommt.

Adi Achermann, Polizeikommandant ad interim (siehe auch unser Interview) beurteilt die Luzerner Kriminalitätslage als rückläufig, wenn auch in geringerem Ausmass als national. Bei den Vermögensdelikten betrug die Abnahme vier Prozent (Schweiz: -7 Prozent). Die Zahl der Einbruchdiebstähle stieg von 1’911 auf 2’546 an; dies im Gegensatz zur schweizerischen Statistik, die einen Rückgang von 7 Prozent ausweist.

Kein zusammenhang mit Schengen

Die Zunahme um 33 Prozent lässt sich gemäss Kripochef Daniel Bussmann mit statistischen Schwankungen und dem Schweizer Wohlstand begründen, der Einbrecher anziehe. Mit dem 2008 erfolgten Beitritt zu Schengen sei der Anstieg jedenfalls nicht zu erklären. Schon 1997, als im Kanton Luzern rund 4’500 Einbrüche angezeigt wurden, stammte ein beträchtlicher Teil der Täter aus Rumänien. «Heute haben wir alles unter den Tätern. Schweizer, Osteuropäer, Fahrende aus Camps nahe der Schweizer Grenze oder auch Asylbewerber».

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Neuer Kommandant im Mai

Justiz- und Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli, die der Statistik-Medienkonferenz erstmals beiwohnte, sieht die letztjährige Polizeikrise bewältigt. «Wir hatten ein halbes Jahr eine Führungskrise. Die Kernaufgabe hat die Luzerner Polizei aber trotz erschwerter Bedingungen gut erfüllt».

Aktuell habe man bei der Polizei aber 30 bis 40 Stellen zu wenig. Noch vor dem Sommer will sie dem Gesamtregierungsrat dazu einen Planungsbericht präsentieren. Dies wohl auch mit Unterstützung des gewählten Polizeikommandanten. Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge des im Dezember 2013 suspendierten Kommandanten Beat Hensler ist vor zwei Wochen abgelaufen. Seine Nachfolge soll laut Schärli im Mai bestimmt werden. Als Favorit gilt Interims-Kommandant Adi Achermann.

Auffallend sei, dass ein grosser Teil der Delikte entlang der Autobahnachsen verübt werden. «Die Leute kommen über die Schnellstrasse, brechen ein und fahren wieder weg», so Bussmann. Entsprechend tief ist die Aufklärungsquote 12,4 Prozent. Für Abhilfe sollen mehr Präsenz und allenfalls Anpassungen beim Patrouillenkonzept sorgen.

Pleite nach dem Ausgang

Generell aber sei der Kanton Luzern «relativ sicher», urteilt Bussmann. Unsicherer wurde die Situation jeweils am frühen Morgen in der Stadt Luzern und insbesondere im Raum Neustadt. Dies hänge mit dem veränderten Ausgehverhalten der Bevölkerung zusammen. «Junge kommen aus dem Ausgang und wollen ihr leeres Portemonnaie mit einem Raub an einem Passanten wieder auffüllen» beschreibt der Kripochef ein neueres Phänomen. Man habe ziehe mit attraktiven Angeboten ein grosses Publikum an und habe auch mit den Auswirkungen zu kämpfen, ergänzte Justiz- und Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli.

Bei den Gewaltdelikten verzeichnete die Polizei letztes Jahr fünf vollendete und neun versuchte Tötungsdelikte. Bei allen 14 Delikten konnten die Täter ermittelt werden. Speziell hervorzuheben sind die Gewaltstraftaten vom 27. Februar 2013 in Menznau sowie vom 6. Oktober 2013 in Luthern Bad.

Zur Basiskriminalität zählen Diebstähle von Handtaschen oder Geldbörsen aus Einkaufswagen, Taschendiebstähle in öffentlichen Verkehrsmitteln, Entreiss- und Trickdiebstähle. Diese Zahlen haben sich im vergangenen Jahr teils deutlich reduziert. So beispielsweise im Bereich der Entreissdiebstähle (-45%), der Taschendiebstähle (-24%) und der Trickdiebstähle (-19%). Die Gesamtzahl bewege sich aber mit 9’363 Delikten (2012: 10’199) immer noch auf hohem Niveau.

Weniger Verkehrstote

Im Kanton Luzern waren bei 2’259 (2012: 2421) registrierten Verkehrsunfällen sieben Verkehrstote (Vorjahr 11) zu beklagen. Auch die Verletztenzahlen sind leicht sinkend. So wurden insgesamt 209 schwerverletzte Personen (2012: 217) und 1’010 leichtverletzte Personen (2012: 1’122) verzeichnet. Das Missachten des Vortrittrechts steht an erster Stelle der Unfallhauptursachen, gefolgt von Auffahrunfällen.

Laut Daniel Orthaber, Chef der Beritschafts- und Verkehrspolizei, wolle man die Kontrollen und Geschwindigkeitsmessungen weiter intensivieren. «Ziel ist, dass ein Fahrzeuglenker im Kanton Luzern damit rechnen muss, kontrolliert zu werden».

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