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Einbrüche im Zugerland: Waren es dieselben Täter?
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Das Einkaufszentrum Zugerland wurde jüngst mehrmals Einbruchsopfer. (Bild: Facebook Einkaufscenter Zugerland/Montage zentralplus)

Für Migros aussergewöhnliche Vorfälle Einbrüche im Zugerland: Waren es dieselben Täter?

3 min Lesezeit 1 Kommentar 25.01.2019, 17:35 Uhr

Zweimal in zweieinhalb Monaten wurde das Einkaufszentrum Zugerland in Steinhausen Opfer eines Einbruchs. Während die Ermittlungen darauf hindeuten, dass dieselben Personen dahinterstecken, sagt Betreiberin Migros, einen solchen Einbruch ins Zugerland habe es davor noch nicht gegeben.

Mehrere Personen haben sich Ende Oktober im Einkaufszentrum Zugerland (EKZ) gewaltsam Zugang verschafft und sind in drei Einkaufsgeschäfte eingebrochen: den Sunrise-Store, den Kiosk und die Drogerie Moll.

Die Banditen stahlen elektronische Geräte, Parfüms, Zigaretten und Bargeld im Wert von rund 50’000 Franken. Der Sachschaden belief sich auf mehrere Tausend Franken. Die Täter konnten unerkannt fliehen (zentralplus berichtete).

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Das Diebesgut weggeworfen

Für noch mehr Erstaunen sorgte dann die Meldung vergangene Woche: Wieder haben Einbrecher das Einkaufszentrum zu ihrer Zielscheibe gemacht. Drei Rumänen verschafften sich im Schutze der nächtlichen Dunkelheit mit Gewalt Zutritt und brachen in zwei Geschäfte ein. Sie erbeuteten zahlreiche elektronische Geräte im Wert von rund 90’000 Franken.

«Einbrüche in Einkaufscenter kommen selten vor.»

Frank Kleiner, Mediensprecher Zuger Polizei

Doch dieses Mal kamen sie damit nicht weit – eine Alarmanlage machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Zwei Männer konnte die Zuger Polizei beim Versuch, wegzurennen, noch am Tatort festnehmen. Dem dritten Mann gelang vorerst die Flucht, diese endete aber wenige Minuten später an der Kreuzung Alpenblick. Die gestohlenen Geräte wurden auf der Flucht weggeworfen (zentralplus berichtete).

Mehrfamilienhäuser deutlich an der Einbruchsspitze

Innert zweieinhalb Monaten hatten es Einbrecher also gleich zweimal auf das EKZ abgesehen. Trotzdem will Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Polizei, nicht von einer Häufung sprechen. «Einbrüche in Einkaufscenter kommen selten vor.»

«Es ist gut möglich, dass sich die Einbrecher nach dem ersten, ‹erfolgreichen› Versuch zu einem weiteren Mal haben hinreissen lassen.»

Frank Kleiner

Freilich wurde im vergangenen Oktober auch im schwyzerischen Seewen in den Seewen Markt und ins Einkaufszentrum Wiggispark im glarnerischen Netstal eingebrochen. Im Dezember traf es dann das Einkaufszentrum Moos im st. gallerischen Gossau.

Frank Kleiner verweist auf die Statistik der Einbruchdiebstähle 2017. Dort zeigt sich, dass nach wie vor Mehrfamilienhäuser mit Abstand am häufigsten von Einbrüchen betroffen sind (195 Mal). Erst danach folgen Einfamilienhäuser (51 Mal) und Geschäftsräume (26 Mal). Generell sind Einbruchsdelikte 2017 im Vergleich zum Jahr davor um 30 Prozent gesunken.

Was soll beim zweiten Mal schiefgehen?

Zurück zum Zugerland. Die Polizei liess vor Wochenfrist verlauten, dass abgeklärt werde, ob die Festgenommenen auch für den Einbruch im Oktober sowie für weitere, gleichgelagerte Delikte infrage kommen. Nun sagt Kleiner, dass stark in diese Richtung ermittelt werde. «Es ist gut möglich, dass sich die Einbrecher nach dem ersten, ‹erfolgreichen› Versuch zu einem weiteren Mal haben hinreissen lassen.»

Objektiv betrachtet ist das Zugerland tatsächlich nicht ungeeignet für einen Einbruch. Ohne direkte Anwohner ist das Areal zu später Stunde wie ausgestorben. Gerade auch deswegen mahnt Kleiner, bei einem Verdacht lieber einmal zu oft als zu wenig die Polizei anzurufen. «Beispielsweise, wenn ein Auto ausserhalb der Öffnungszeiten langsam um das Gebäude fährt oder sich verdächtige Personen auf dem Areal aufhalten», ergänzt er.

Was sagt Betreiberin Migros?

«Wir stehen mit dem EKZ in Kontakt», sagt Kleiner weiter. Er spricht von einem «guten Austausch und konstruktiven Gesprächen». Ein solcher Austausch mit den Geschädigten sei üblich.

Philippe Gerber von der Migros Luzern ist Centerleiter. Für eine Stellungnahme war er nicht erreichbar. Vonseiten der Migros lässt man verlauten, man äussere sich momentan nicht weiter zu den Einbrüchen. Doch habe es vor den zwei besagten Vorfällen noch nie einen Einbruch in diesem Stil gegeben.  

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1 Kommentare
  1. Boris Kerzenmacher, 27.01.2019, 17:28 Uhr

    Es sollte stets einen Hinweis auf einen Migrationshintergrund geben. Das ist notwendig um sich politisch auch entsprechend zu positionieren und dies bei Wahlen zu quittieren.