«Ein zweiter Lockdown wäre eine absolute Katastrophe für uns»
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Daran müssen sich Zugerinnen gewöhnen: Ab Samstag gilt die Maskenpflicht in Läden. (Bild: pixabay)

Maskenpflicht in Zuger Läden «Ein zweiter Lockdown wäre eine absolute Katastrophe für uns»

4 min Lesezeit 4 Kommentare 08.10.2020, 05:00 Uhr

Ab Samstag gilt in Zuger Läden Maskenpflicht für Angestellte und Kunden. Viele Detaillisten sind froh, dass es endlich eine einheitliche Regelung gibt, denn eines ist klar: Schliessen wollen sie ihre Läden nicht mehr.

Betreten Kunden das Geschäft der Bettwarenspezialisten von Fischer & Margraf an der Baarerstrasse in Zug, dann reagieren die Angestellten bisher so: Wenn eine Kundin das Ladengeschäft mit Maske betritt, dann zieht auch das Personal einen Mund-Nasenschutz an. Falls nicht, dann gelten die bisherigen Hygiene- und Abstandsregeln.

Das wird sich am Samstag ändern (zentralplus berichtete). Geschäftsführerin Johanna Margraf, die auch Präsidentin von Pro Zug ist, begrüsst grundsätzlich, dass nun einheitliche Regeln gelten – sprich: dass eine Maskenpflicht für alle in den Läden gilt. Sie könne zwar nicht für die Gesamtheit der Zuger Detaillisten sprechen, aber: «Die Rückmeldungen, die ich von anderen Ladenbesitzern erhalten habe, sind bisher positiv.»

Die Maskenpflicht als kleineres Übel

Der Regierungsrat informierte die Detaillisten bereits am Mittwoch. «Persönlich habe ich schon damit gerechnet», ergänzt Margraf. «Für mich ist es gut und wir haben kein Problem, die Massnahme umzusetzen.»

«Während einige sich vielleicht daran stören mögen, fühlen sich andere sicherer, wenn alle eine Maske tragen.»

Sie sieht die Maskenpflicht als kleines Übel, um ein grösseres zu verhindern: «Ein zweiter Lockdown wäre eine absolute Katastrophe für den Detailhandel», so Margraf. Zudem fördere die Maskenpflicht auch die Sicherheit des Personals.

Kaum Einkaufstourismus in Zug beobachtet

Sie geht davon aus, dass es bei den Kunden eine gewisse Anpassungsphase geben wird. Da man bisher kaum Einkaufstouristen aus anderen Kantonen beobachtet habe, geht sie davon aus, dass die Zuger nicht «fremdeinkaufen» gehen. Ihr sei zwar zu Ohren gekommen, dass im Zugerland teilweise mehr Kunden an den Wochenenden gezählt wurden. «Während einige sich vielleicht daran stören mögen, fühlen sich andere sicherer, wenn alle eine Maske tragen.»


Positiv Getestete in Zug: Die Grafik zeigt einen Sprung am vergangenen Wochenende an, der das Contact Tracing des Kantons offenbar zum Bersten brachte. Daraufhin kommunizierte die Gesundheitsdirektion am Mittwoch die Maskenpflicht in Läden und in der Gastronomie (teilweise).

Gastronomen gespannt auf Reaktion der Kundschaft

In Restaurants, Bars und Clubs hat die Gesundheitsdirektion die Schrauben ebenfalls angezogen. Hier gilt die Maskenpflicht jedoch ausschliesslich für das Personal. Barbara Schneider betont, dass Gastro Zug in den Gesprächen mit den Behörden über die Möglichkeit zu einer Maskenpflicht für das Personal im Bilde war. Überraschend sei es für die Präsidentin des Regionalverbandes deshalb nicht gewesen, dass sie nun kommt, sondern vielmehr «der rasante Anstieg der positiven Tests» in den vergangenen Tagen.

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Im «Rössli» in Oberägeri servierten sie und ihr Mann bisher ohne Maske. «Wir haben sehr gut darauf geachtet, Hygieneregeln und Abstände einzuhalten und den Kundenkontakt auf ein Minimum zu beschränken.» Man habe zwar gehofft, dass die Maskenpflicht fürs Personal nicht komme. Die Umstellung sei für den kleinen Betrieb aber gut umzusetzen. Zudem offeriert die Gemeinde Oberägeri Läden und Privatpersonen kostenlos Hygienemasken (zentralplus berichtete).

«Wie wir in den letzten Tagen gehört haben, passieren ja die meisten Ansteckungen derzeit im familiären Umfeld – und nicht bei uns.»

Auch sei bei den anderen Gastronomen grundsätzlich das Verständnis da, wie sie in Gesprächen feststelle. Entscheidend sei etwas anderes: «Spannend – und wichtig – wird sein, wie die Kundschaft reagiert.»

Behörden sollen Augenmass walten lassen

Schneider hofft, dass die Maskenpflicht für das Personal nun nicht zum Dauerzustand wird. Zudem gibt Schneider zu bedenken: «Wie wir in den letzten Tagen gehört haben, passieren ja die meisten Ansteckungen derzeit im familiären Umfeld – und nicht bei uns.»

Das Total der positiv getesteten Personen betrug am Stichtag 30. September 2020: 447. Quelle: Kanton Zug, Amt für Gesundheit

Von den Behörden wünscht sich Schneider deshalb auch das Augenmass, und den Mut, die Massnahme wieder rückgängig zu machen, sollte sich die Lage nicht so drastisch entwickeln, wie derzeit befürchtet. «Dazu ist natürlich auch wichtig, dass sich zu Hause alle an die Regeln halten.» (zentralplus berichtete)

Die Massnahmen in Zug gelten vorerst bis Ende November, dann will die Gesundheitsdirektion die Lage neu beurteilen. Der Regierungsrat hat angekündigt, dass wenn die Fallzahlen weiterhin eklatant ansteigen, auch «schärfere Massnahmen» in Betracht gezogen werden.

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4 Kommentare
  1. Guellemaetteli, 09.10.2020, 16:07 Uhr

    Zudem sollte beachtet werden dass Regierungsrat Villiger (das ist der, ja DER Regierungsrat der immer noch nicht auf vier zählen kann – laut CVP verheiratet, drei erwachsene Kinder), also der CVP-Regierungsrat der bei der Polizei auf Laien setzt (Sicherheitsassistenten) welche ohne psychologische Abklärung mit Schusswaffen und scharfer Munition ausgerüstet sind. Also wenn Sie wo anders einkaufen: Hier ist grösste Vorsicht geboten, ist doch „der Zuger Polizist von heute“ des Bürgers grösster Feind und Häscher.

  2. mebinger, 08.10.2020, 11:53 Uhr

    Dann kaufe ich halt in Schwyz ein, wo die Politike noch vernünftig sind!

    1. Kasimir Pfyffer, 08.10.2020, 21:52 Uhr

      Augen auf bei der Autofahrt nach Schwyz: Das Gurtenobligatorium und die Rotlicht-Anhaltepflicht sind weitere Schikanierungen unbescholtener Bürger durch die Grosse Geheime Weltverschwörung!

    2. Guellemaetteli, 09.10.2020, 16:05 Uhr

      Zudem sollte beachtet werden dass Regierungsrat Villiger (das ist der, ja DER Regierungsrat der immer noch nicht auf vier zählen kann – laut CVP verheiratet, drei erwachsene Kinder), also der CVP-Regierungsrat der bei der Polizei auf Laien setzt (Sicherheitsassistenten) welche ohne psychologische Abklärung mit Schusswaffen und scharfer Munition ausgerüstet sind(laut CVP verheiratet, drei erwachsene Kinder). Also wenn Sie wo anders einkaufen: Hier ist grösste Vorsicht geboten, ist doch „der Zuger Polizist von heute“ des Bürgers grösster Feind und Häscher.

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