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«Ein Topspieler bin ich noch nicht»
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Er will beim EVZ sein Potenzial ausschöpfen: Flügelstürmer Jérôme Bachofner. (Bild: fle)

Neuzugang Jérôme Bachofner will beim EVZ reifen «Ein Topspieler bin ich noch nicht»

4 min Lesezeit 31.07.2019, 14:54 Uhr

Mit der Verpflichtung des Zürchers Jérôme Bachofner könnte EVZ-Sportchef Reto Kläy ein Coup gelungen sein. Der 23-Jährige startete letzte Saison durch und wurde zum Nationalspieler. Er verhilft dem EVZ zu mehr Breite im Kader. Langfristig kann er ein Leader werden.

Bachofner empfängt uns in den Katakomben der Bossard Arena. Danach muss er zum Medizincheck. Die Woche darauf wird er im Prospectcamp des Schweizerischen Eishockeyverbandes erwartet werden. Es geht also Schlag auf Schlag für den mit einem Vierjahresvertrag ausgestatteten Zuger Neuzugang.

Die Schweiz ist ein Land der kurzen Distanzen, sein Wechsel von Zug nach Zürich ein Katzensprung. Dennoch hat er seinen Wohnsitz in den Kanton Zug verlagert. Er hat sich alleine eine Wohnung in Steinhausen gemietet. «Ich wohne gleich im Zentrum und das ‹Zugerland› ist auch nur 2 Minuten entfernt.»

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Auf die Frage, ob er alleine lebe, entgegnet Bachofner augenzwinkernd: «Haustiere habe ich noch keine. Vielleicht später einmal.» Die Region gefällt ihm. Allzu viel von Zug hat er aber noch nicht gesehen. Beim Metalli beispielsweise sei er schon gewesen. «Es ist alles nahe beieinander. Das gefällt mir sehr und macht alles etwas familiär.»

Der Hauptgrund für seinen Wechsel

Er ist aber nicht aus Steuerspargründen nach Zug gekommen, sondern um Eishockey zu spielen. Bachofner: «Ich bekam eine Führung durch die Baustelle des <On your marks>». Er redet vom neuen Trainings- und Forschungszentrum in Cham, das im Entstehen begriffen ist und im nächsten Frühjahr eröffnet werden wird.

Für den linken Flügelstürmer, der 2018 mit den ZSC Lions Meister wurde, ist das Riesenprojekt ein Hauptgrund für seinen Wechsel nach Zug. Bachofner ist sich sicher: «Das OYM wird mir in meiner Entwicklung helfen.» Dass der EVZ deswegen attraktiver wird für junge Talente als es beispielsweise sein letzter Arbeitgeber ist, kann er nicht beurteilen: «Ich bin sehr zufrieden mit der Ausbildung, die ich bei den ZSC Lions erhalten habe. Ich weiss nicht, wie beim EVZ gearbeitet wird in der Nachwuchsförderung. Das OYM macht den EVZ aber sicher zu einer Topadresse.»

Wo er noch Steigerungspotenzial hat

Ob er auch wegen angeblich falscher Versprechungen der ZSC Lions gewechselt hat, will er nicht kommentieren. Bachofner redet lieber über die positiven Beweggründe seiner Luftveränderung. Aber nicht nur diese Charakter-Eigenschaft hat den EV Zug davon überzeugt, eine Zusammenarbeit einzugehen. «Er bringt spielerische und physische Qualitäten mit, die unserem Spiel gut tun. Er ist ein aggressiver Spieler, der dorthin geht, wo es weh tut, und ist enorm torgefährlich», begründete EVZ-Sportchef Reto Kläy die Verpflichtung des Zürchers.

Selber sieht Bachofner seine Stärken vorab in der Offensive. Dort kann er die Scheibe ausgraben und vollstrecken. Steigerungspotenzial erkennt er in seinem Körperspiel und in der Defensivarbeit. «Ein Topspieler», betont Bachofner, bin ich noch nicht.» Das Potenzial ist zweifellos vorhanden. Jetzt muss es beim 1,80 Meter grossen und 80 Kilogramm schweren Stürmer noch zur Entfaltung gebracht werden.

Seine drei Karriere-Highlights

Was in ihm steckt, hatte Bachofner letzte Saison angedeutet. Mit 10 Toren in der Meisterschaft und 4 in der Champions Hockey League explodierte er förmlich. Die ersten Aufgebote für die A-Nationalmannschaft waren die logische Konsequenz. «Es gibt nichts Schöneres, als das Schweizer Kreuz auf der Brust zu tragen. Entsprechend nervös war ich vor dem ersten Spiel», blickt er zurück.

Das Niveau sei international noch höher, hat er schnell festgestellt. Er denkt, dass er einen guten Job gemacht habe. Positiv sei auch das Feedback von Nationaltrainer Patrick Fischer gewesen. Die Länderspiel-Premiere, den Meistertitel mit den Zürchern und sein erstes Tor in der National League zählt Bachofner als seine bisherigen Karriere-Highlights auf.

Sein erstes Tor als NL-Spieler gelang ihm am 17. Februar 2015 in der Valascia. Bachofner war erst 18, als er in seinem fünften Match mit den ZSC Lions von einem Ambri-Spieler nur mit einem Foulspiel an einer klaren Torchance gehindert werden konnte. «Ich bekam einen Penalty zugesprochen. Und den machte ich rein», erinnert er sich lebhaft an sein spielentscheidendes 1:0 beim späteren 5:0-Sieg. Den Puck durfte er zur Erinnerung behalten. Darüber hinaus musste er vor seinen Teamkollegen in der Garderobe eine Rede schwingen.

Neue Tattoos gibt es vorerst nicht mehr

Die ersten Eistrainings mit dem EVZ hat Bachofner bereits hinter sich. Eine gute Gelegenheit, Teamkollegen und den Trainerstaff kennenzulernen. «Dan Tangnes ist sehr offen und geht auf alle Spieler zu, egal ob Junior oder Ausländer.» Der Trainer sei einer, der gerne Witze reisse, aber auch sehr impulsiv auf den Eis sein könne. Ähnlich erlebt er den bärtigen Assistenzcoach Josh Holden. «Auch er hat ein Gespür dafür, wann es Zeit ist zu scherzen, und wann Ernsthaftigkeit angesagt ist.»

Bachofner sind Werte, die mit dem Begriff Familie in Bezug gebracht werden, wichtig. Er sei von den Teamkollegen, den Staff-Mitgliedern und der Klubleitung herzlich aufgenommen worden. «Es ist hier wie in einer grossen Familie», ist er froh.

Auch seine Tattoos haben entweder einen Bezug zu seiner eigenen Familie oder zu ihm selber. «Das Projekt Tätowierung ist mit Arm, Brust und Nacken zurzeit abgeschlossen. Es hat noch Platz für mehr, aber ich werde am Ende nicht ganz tätowiert sein», hält er fest.

Vielleicht verewigt Bachofner dereinst noch etwas, das ihn mit mit dem EVZ verbindet?  Auf alle Fälle wird er alles daran setzen, sich, den Teamkollegen, seinen Vorgesetzten und den EVZ-Fans schnellstmöglich Freude zu bereiten.

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