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Ein Kreisel für Luzerns Stauplatz?
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Künftig mit Kreisel: Mittels neuer Verkehrsführung soll der Knotenpunkt Pilatusplatz entschärft werden. (Bild: Marc Benedetti)

Massive Veränderungen für Autofahrer geplant Ein Kreisel für Luzerns Stauplatz?

3 min Lesezeit 22.05.2015, 05:00 Uhr

Das neue Gesamtverkehrskonzept ist in aller Munde. Nebst den beschlossenen Massnahmen enthält es zwei weitere – bisher unbekannte – Ideen für den Bundes- und den Pilatusplatz. Die Vorschläge haben es in sich. Vor allem für Autofahrer.

Mit einer Vielzahl verschiedenster Massnahmen wollen Stadt, Agglomeration und Kanton die Hauptverkehrsachsen zugunsten aller Verkehrsteilnehmer entlasten (zentral+ berichtete). 

Prekär ist die Situation unter anderem an den Knotenpunkten Bundesplatz / Hirschmattstrasse und Pilatusplatz. Rund um diese neuralgischen Stellen bricht der Verkehr während den Stosszeiten regelmässig zusammen. Auch hier verspricht das neue Gesamtverkehrskonzept Linderung. Am Pilatusplatz soll ein Kreisel entstehen. Und die Einfahrt in die Hirschmattstrasse vom Bundesplatz soll künftig gesperrt werden.

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Einschneidende Massnahme

Damit würde der Autoverkehr weiter eingeschränkt. Laut Verkehrsplaner Roland Koch vom städtischen Tiefbauamt beschränkt sich das Fahrverbot allerdings auf die Hauptverkehrszeiten. «Die Einfahrt in die Hirschmattstrasse vom Bundesplatz her wäre lediglich während drei Stunden pro Tag gesperrt. Morgens von sieben bis acht und abends von fünf bis sieben Uhr.»

Während der Stosszeiten könnten so die Buswartezeiten massgeblich verringert werden. «Das nützt schlussendlich auch den Autofahrern», erklärt Koch. Wenn die Busse auf dieser Strecke wieder schneller verkehren könnten, würde sich der Gesamtverkehr verflüssigen.

Komplett neue Verkehrsführung

Nicht nur temporär, sondern rund um die Uhr würde die Umleitung des Verkehrs beim Pilatusplatz gelten. Der gesamte vom Bahnhof her kommende Verkehr auf der Pilatusstrasse soll nicht mehr direkt in die Obergrundstrasse münden. Vorgesehen ist die Umleitung über die Obergrundstrasse Richtung Basel/Bern und den Hallwilerweg zurück auf die Obergrundstrasse Richtung Kriens/Horw. Damit würde der Verkehr künftig rund um jenen Häuserblock geführt, in welchem sich unter anderem der Salathé American Shop, das Passbüro, die Gebäudeversicherung und die Rosenbörse befinden.

Neue Verkehrsführung am Pilatusplatz: Neu wird der vom Bahnhof her kommende Verkehr um den Häuserblock geführt (rot). Bisher kann direkt links in die Obergrundstrasse Richtung Kriens abgebogen werden (blau). Das soll künftig nicht mehr möglich sein.

Neue Verkehrsführung am Pilatusplatz: Neu wird der vom Bahnhof her kommende Verkehr um den Häuserblock geführt (rot). Bisher kann direkt links in die Obergrundstrasse Richtung Kriens abgebogen werden (blau). Das soll künftig nicht mehr möglich sein.

(Bild: Tiefbauamt Stadt Luzern)

Doch was bringt der rund 300 Meter lange Umweg um den Gebäudeblock? Laut Roland Koch hat so ein Grosskreisel gewichtige Vorteile. «Damit können die Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch für Fussgänger, verkürzt werden.» Überdies könne die Umlaufzeit weiter verkürzt werden, da sich weniger Fahrströme konkurrenzieren. Das verbessere den Verkehrsfluss. Koch erklärt, warum: «Die Umlaufzeit einer Lichtsignalanlage ist die Zeit, die vorübergeht, bis alle Verkehrsteilnehmer aus allen Richtungen einmal Grün hatten».

Mehr Sicherheit für Velofahrer

Und die Kosten? Die weiteren benötigten Mittel «werden rechtzeitig beschafft, zum Beispiel mit dem Bauprogramm 2019 – 22», heisst es im Planungsbericht. «Welche Kosten durch die Massnahmen konkret anfallen werden, kann heute noch nicht gesagt werden», so Koch. Das werde sich aufgrund der Detailplanung ergeben. «Da für diesen Bereich des Pilatusplatzes aber ohnehin ein Strassenprojekt besteht, werden die zusätzlichen Kosten für die neue Verkehrsführung vergleichsweise gering ausfallen.»

Vorgesehen ist in diesem Abschnitt nämlich die Schaffung einer Busspur für die neue Direktlinie 3 von Kriens nach Emmen. Im Rahmen dieses Ausbaus der Kantonsstrasse wird auch die Querung des Hirschengrabens vom Bruch- ins Stadthausquartier für Velofahrer optimiert. Welche weiteren Vorhaben ins Bauprogramm für Kantonsstrassen 2019-22 Aufnahme finden, sei gegenwärtig ebenfalls noch unklar.  

Umsetzung nicht definitiv 

Ob Grosskreisel und Einfahrtssperre dereinst kommen werden, steht momentan noch in den Sternen. «Dabei handelt es sich erst um Projektideen», hält Koch fest. Diese müssten noch im Detail geplant werden. «Und die Umsetzung ist abhängig vom Monitoring.»

Zuerst würden aber Massnahmen «erster Priorität» umgesetzt (zentral+ berichtete), beobachtet und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden, so Koch. Erst dann, falls die Ziele nicht erreicht sein sollten, würden die übrigen Massnahmen «zweiter Priorität» in Angriff genommen.

Wie aus dem Schlussbericht zum Gesamtverkehrskonzept hervorgeht, dürfte das bis 2020 der Fall sein – sofern die politische Diskussion, die Beschaffung der finanziellen Mittel von rund 8 Millionen Franken und die Genehmigung der ersten Massnahmen planmässig verlaufen. 

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