Ein Generationen-Clash auf der Bühne

2 min Lesezeit 21.05.2015, 11:29 Uhr

Das Tanzvermittlungsprojekt des Luzerner Theaters war ein Erfolg. Die Choreografin Nicole Seiler kann sich vorstellen, nochmals ein derartiges Projekt zu leiten. In «Playback revisited» standen Schüler und Senioren gemeinsam auf der Bühne.

Im Rahmen des 175-jährigen Jubiläums hat das Luzerner Theater zusammen mit den Projektpartnern Pro Senectute Kanton Luzern und Kulturzentrum Südpol Luzern mit 3FEETS ein neues Tanzvermittlungsprojekt ins Leben gerufen (zentral+ berichtete). Die Choreografin Nicole Seiler erarbeitete mit Schulklassen und Menschen über 60 Jahren aus dem Zentralschweizer Raum die Performance «Playback revisited», die am 16. und 17. Mai im Südpol zur Uraufführung gebracht wurde.

Sieben Kinder aus unterschiedlichen Schulkassen und 14 Seniorinnen und Senioren wirkten bei 3FEETS mit. Ziel Vermittlungsprojekts war es, einen lebendigen und direkten Zugang zur Kunstform Tanz und zur Arbeit einer Choreografien zu schaffen sowie Interesse für dieses Ausdrucksmittel zu wecken. Dabei wurden Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Generationen innerhalb unserer Gesellschaft und der Theaterwelt herausgearbeitet.

«Eine eindrückliche Erfahrung»

Den Schulgruppen standen Tänzerinnen und Tänzer von «Tanz Luzerner Theater» als Coaches zur Verfügung. «Ich hatte bereits viel Spass bei den Tanzproben, die wir vorbereitend in der Schule gemacht hatten. Doch dann endlich auf der Bühne zu sein, zusammen mit meinen Mitschülerinnen, das war toll!», meint Emely Scheidegger aus Adligenswil.

Die mitwirkenden Seniorinnen und Senioren sind Teil von «Shall We Dance?», einem gemeinsamen Tanzangebot von «Tanz Luzerner Theater» und Pro Senectute Kanton Luzern unter der Leitung von Kathleen McNurney. Im Rahmen von 3FEETS wurde der beliebte Workshop erweitert, damit die Teilnehmer selber auf der Bühne stehen können.

Für Rosmarie Luzi war das Projekt eine eindrückliche Erfahrung: «Ich bewundere, welche Geduld Nicole Seiler in der Arbeit mit uns Laien hatte. Sie hat uns so viel beigebracht und ist trotz des Drucks immer ruhig geblieben. Insgesamt ziehe ich für mich viel Neues und Erfahrenswertes aus diesem Projekt, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Und wer hätte gedacht, dass ich mit Ende 60 nochmal auf der Bühne stehe!»

Konzept angepasst

Die Choreografin Nicole Seiler entwickelte 2010 die Arbeit «Playback», welche auf dem spielerischen Umgang mit Bild und Ton, mit geschriebenem Wort und getanzter Bewegung basiert. In «Playback revisited» übertrug sie das Konzept in leicht angepasster Form auf den Cast von 3FEETS. «Es war eine ganz neue Erfahrung für mich, zum ersten Mal mit nicht-professionellen Tänzerinnen und Tänzern zu arbeiten. Ich habe sehr viel daraus gewonnen und könnte mir vorstellen, solch ein Projekt nochmals zu leiten. Die grösste Herausforderung war, auf die verschiedenen Bedürfnissen der Senioren als auch der Schüler einzugehen – ein Generationen-Clash!»

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