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Ein Fernduell, eine Vermisstmeldung und eine verpasste Chance
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Gespannte Blicke: Am Wahlsonntag passierte in Luzern so einiges. (Bild: Emanuel Ammon/Aura)

Die Parteien im Nachwahl-Check Ein Fernduell, eine Vermisstmeldung und eine verpasste Chance

3 min Lesezeit 1 Kommentar 21.10.2019, 05:08 Uhr

Der Kanton Luzern hat einen intensiven Wahlsonntag erlebt. Auch mit erstaunlichen Resultaten. Der etwas andere zentralplus-Rückblick fördert sieben Überraschungen zu Tage.

Der Kanton Luzern hat gewählt und ist in vielen Bereichen den nationalen Trends gefolgt (alles zum Nachlesen im Liveticker). Aber längst nicht überall. Was am Wahlsonntag aus Luzerner Sicht besonders aufgefallen ist:

GLP: Glanz und Blässe

Die grüne Welle wirkt – aber durchschlagend war sie bei der GLP nicht. Roland Fischer ist zwar der Wiedergewählte (Nationalrat). Michèle Grabers Abschneiden überrascht jedoch eher negativ: Ihre Stimmen bewegen sich innerhalb der bisherigen Wähleranteile. Schaut man die schweizweiten Erfolge der GLP an, bleibt der Eindruck, dass da doch mehr hätte drinliegen müssen.

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SVP: Frauenfight um Nationalratssitz

Das Entlebuch fordert Kriens: Vroni Thalmann setzte am Sonntag zu einem veritablen Höhenflug an. Bis zur Auszählung der Stimmen aus der Stadt Luzern lag sie noch vor der bisherigen Nationalrätin Yvette Esterman. Im Schlussspurt konnte Estermann das Blatt noch wenden – und die Abwahl abwenden.

Wir fragen uns: Was wäre wohl gewesen, wenn Thalmann ebenfalls ein Plakat in Zug (zentralplus berichtete) aufgehängt hätte – oder in der Stadt Luzern?

Grüne: Bärtsch hat eine Chance verpasst

Die Grünen halten erwartungsgemäss ihren Sitz im Nationalrat – mit einer Beinaheüberraschung: Korintha Bärtsch hätte um ein Haar Michael Töngi abgefangen, obwohl sie sich im Wahlkampf auffällig unauffällig verhielt (zentralplus berichtete). Mit gutem Grund, wie sich diesen Sonntag zeigte: Mit etwas zusätzlichem Engagement hätte die Stadtluzernerin Töngi wohl den Sitz weggeschnappt.

Monique Frey bei ihrer Ankunft im Luzerner Regierungsgebäude. (Bild: Emanuel Ammon/Aura)

Die Überfliegerin der Regierungsratswahlen hat diesen Sonntag übrigens eine Nachahmerin gefunden: Bei den Ständeratswahlen hat sich Monique Frey vor dem SP-Kandidaten David Roth positioniert. Ob sich der SP-Parteipräsident – wie im Frühling Kandidat Jörg Meyer – nun für den zweiten Wahlgang zugunsten der grünen Kandidatin zurückziehen muss?

CVP: Endlich wieder mal Rückenwind

Negativtrend im Nationalrat gestoppt, im Ständeratswahlkampf mit besten Aussichten: Die CVP darf sich nach einer bedrohlich werdenden Abwärtsspirale wieder einmal auf die Schultern klopfen. Im Wahlkampf sind die Späne geflogen, da wurde gehobelt. Doch das Ständeratstandem mit der FDP scheint sich prima zu bewähren – noch fehlt allerdings die Verteidigung des Ständeratssitzes zur Bestätigung des Erfolges.

FDP: Sitzverlust überschattet Wahlerfolg

Damian Müller überquert im Ständeratsrennen als Einziger bereits nach dem ersten Wahlgang die Ziellinie. Jubel. Auf den folgt bald die Ernüchterung: Peter Schilliger muss beim Ausscheidungswettkampf um einen Nationalratssitz über die Klinge springen – seine Partei verliert rund 3 Prozentpunkte im Vergleich zu vor vier Jahren. Frust bei den Liberalen.

SP: Wo ist David?

Es sieht nach einem Doppelfehler der SP aus: Ihr Ständeratskandidat David Roth liegt nach dem ersten Wahlgang hinter Monique Frey zurück. Wird er sich zurückziehen? Weshalb hat man nach den Regierungsratswahlen im vergangenen Frühling nicht endlich die Frauenkarte gezückt? Das war am Sonntagabend im Regierungsgebäude nicht in Erfahrung zu bringen – Roth war der einzige Ständeratskandidat, der sich dort nicht zeigte. Geholfen hat sicher auch nicht, dass er ganz knapp nicht in den Nationalrat gewählt wurde.

Parteilose: Studer bei Parteien begehrt

Viel Engagement fürs Klima. Und auch wenn es mit rund 4’500 Stimmen beim Ständeratskandidaten Florian Studer nur für einen Achtungserfolg gereicht hat, gehörte er nun zu den Gefragten: CVP? GLP? Grüne? Der Wahl-Stadtluzerner lässt durchblicken, dass er einige Anfragen von Parteien erhalten hat. Noch will er sich nicht in die Karten schauen lassen, ob er seine dem Klima gewidmete Politik dereinst unter einer Parteiflagge hochhalten will.

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1 Kommentare
  1. Ercolani Ercolani FDP Einwohnerrat Kriens, 21.10.2019, 14:41 Uhr

    Wahlanalyse
    Der grösste Teil der Schweizer Bevölkerung war bereits vor den Wahlen ein Vorbild bezüglich Umweltschutz. Da nun alle Frauen und Männer, die SP, Grüne und Grün Liberale gewählt haben, mit allen Konsequenzen umweltgerecht leben und handeln werden, sind ein sehr grosser Teil der Umwelt- und Klimaproblem für die Schweiz gelöst! Man darf deshalb mit grosser Zuversicht in die Zukunft schauen? “Wählen ist das eine, vorbildlich handeln das andere”! Ich für meinen Teil hoffe und glaube, dass die FDP ihre Ideen mit Forschung und Innovationen für eine bessere Umwelt umsetzen kann. Die Modelle der Wahlgewinner schaden der Wirtschaft, ruinieren den Mittelstand und machen Arme noch ärmer.