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Ein «FCL-Freudentag» in Zeiten sportlicher Not
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FCL-Präsident Philipp Studhalter, sein Nachwuchschef Genesio Colatrella und der SFV-Nachwuchschef Christoph Moulin bei der Offizialisierung. (Bild: ain)

Ab sofort offiziell zertifiziertes Leistungszentrum Ein «FCL-Freudentag» in Zeiten sportlicher Not

3 min Lesezeit 29.08.2019, 15:09 Uhr

Gleich neben der Leichtathletik-Anlage auf der Allmend dirigierte Thomas Häberli die FCL-Profis im Training. Drinnen, im Bauch der Swissporarena, wurde ein symbolischer Akt für die Arbeit der Luzerner in der Nachwuchsförderung gefeiert.

Eine Schar Verantwortlicher des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) und des FC Luzern, ein paar FCL-Sponsoren und drei Medienschaffende aus der Region waren am Donnerstagmorgen dabei, als sich der FCL zwei Jahre nach seiner Bewerbung und einer Bewährungsphase offiziell zu einem SFV-Leistungszentrum küren liess.

Es sei ein «Freudentag» für den Klub, liess FCL-Präsident Philipp Studhalter gleich zur Einführung wissen. «Auf diese Zertifizierung sind wir stolz.» Diese Anerkennung von dritter Seite sei ein Beleg für die gute Arbeit der FCL-Verantwortlichen und gleichzeitig ein Zeichen des Vertrauens in den FC Luzern.

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Vor dem Hintergrund, dass der FC Luzern nach fünf Super-League-Spielen ganz nah am Ende der Tabelle liegt und am Sonntag (16 Uhr, Swissporarena) den ungeschlagenen Leader und Titelverteidiger YB empfängt, ist der Anlass in diesen Tagen und Wochen ein rarer Moment des Durchatmens.

Acht Profis sind Bedingung

FCL-Nachwuchschef Genesio Colatrella musste in den letzten beiden Jahren die Strukturen und Bedingungen schaffen, damit die SFV-Nachwuchsverantwortlichen bei ihren Kontrollen einen positiven Eindruck erhielten.

Ein Eckpfeiler, um als offizielles Leistungszentrum zertifiziert zu werden, ist diese personelle Anforderung: Der Klub muss einen technischen Leiter stellen, einen administrativen Leiter, einen Talentmanager, drei Profi-Trainer für die U16-, U18-, und U21-Mannschaft, einen Konditionstrainer und einen Torhütertrainer.

«FCL ist ein super Beispiel für die ganze Schweiz.»

Marc Hottiger, Verantwortlicher Leistungszentren

Ein Leistungszentrum ist der Überbau einer obligatorischen Partnerschaft. «Im FCL-Leistungszentrum sollen die besten Talente aus der Innerschweiz gefördert werden», sagte Christoph Moulin, SFV-Ressortchef der Nachwuchsförderung. Der FC Luzern pflegt eine solche Partnerschaft mit dem SC Kriens und Zug 94. Es war Studhalter deshalb ein Anliegen, den beiden Vereinen für die Zusammenarbeit zu danken.

300’000 Franken in Optimierungen investiert

Aber was kostet diese Zertifizierung den FCL? «Neben den acht Vollzeitstellen, die in den SFV-Rahmenbedingungen gefordert werden, haben wir rund 300’000 Franken in Optimierungen investiert», sagt Colatrella.

Ein Leistungszentrum muss seinen Talenten eine Rundum-Betreuung bieten. Diese ist in vier Teilbereiche gegliedert: Fussball, Betreuung und Begleitung, schulische und berufliche Ausbildung wie auch Sichtung und Selektion. Marc Hottiger, der SFV-Verantwortliche für die Leistungszentren, bezeichnete den FCL in diesem Bereich «als super Beispiel für die ganze Schweiz».

Ein Versprechen und ein Auftrag

SFV-Ressortleiter Moulin brachte die ganze Geschichte auf den Punkt: «Letztlich interessiert uns am meisten, wie viele Nachwuchsspieler in der ersten Mannschaft Fuss fassen. Und da war der FCL in der letzten Saison mit dem FC St. Gallen die Nummer 1.»

Und nicht nur das: Der FCL hat im Frühjahr mit der U15, der U16 und der U18 national für Furore gesorgt. Die Teams waren zumindest Finalisten, holten den Meistertitel oder gar das Double mit Cupsieg (zentralplus berichtete).

«Mit den Leistungszentren wollen wir eine ernsthafte Konkurrenz zu den ausländischen Akademien schaffen.»

Christoph Moulin, SFV-Ressortchef Nachwuchsförderung

Ihre Erfolge sind Versprechen für eine möglicherweise bessere sportliche Zukunft des FC Luzern. Und gleichzeitig ein Auftrag an FCL-Sportchef Remo Meyer, das Beste aus diesem grossen Potenzial herauszuholen (zentralplus berichtete). Schliesslich ist er gemäss Hierarchie der oberste Chef der Luzerner Nachwuchsbereich.

Fink ist die FCL-Antithese

Aber es gibt auch die Antithese zur FCL-Nachwuchsförderung. Bradley Fink, das vielleicht grösste Talent, hat den FCL vor dieser Saison verlassen und wegen besserer Ausbildungsperspektiven zum Bundesliga-Spitzenklub Borussia Dortmund gewechselt (zentralplus berichtete).

Moulin sagte nach der Medienkonferenz in Luzern zu zentralplus: «Mit den Leistungszentren wollen wir eine ernsthafte Konkurrenz zu den ausländischen Akademien schaffen. Damit es keinen Grund mehr gibt für ein grosses Talent, sein fussballerisches Glück im Ausland zu suchen.»

Eine ambitionierte Zielsetzung. Umso mehr stehen die FCL-Nachwuchsverantwortlichen in der Pflicht.

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