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Ein erster Blick auf das neue Zuger Badeparadies
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Der Gemeindepräsident von Oberägeri, Pius Meier, ist zugleich auch der Verwaltungsratspräsident des Ägeribades. (Bild: wia)

zentralplus besucht das Ägeribad – ohne Badehosen Ein erster Blick auf das neue Zuger Badeparadies

6 min Lesezeit 06.10.2017, 10:31 Uhr

Am Samstag steht das Ägeribad der Bevölkerung erstmals offen. Zwar dauert es bis zur Eröffnung noch ein ganzes Jahr. Dennoch zeigen sich auf der Grossbaustelle schon deutliche Konturen der neuen Zuger Bade- und Wellnesslandschaft. zentralplus warf einen exklusiven Blick ins Innere des 36-Millionen-Baus.

Mit dem Ägeribad realisieren die Gemeinden Oberägeri und Unterägeri zusammen ein Riesenprojekt. 36 Millionen sollte der Bau laut Voranschlag kosten. Ist diese Zahl nun, nachdem die Bauarbeiten bereits weit fortgeschritten sind, noch immer realistisch? Der Gemeindepräsident Pius Meier, der uns durchs Bad führt, sagt beruhigend: «Wir sind auf Kurs. Die Kosten liegen nach wie vor im Budget. Das ist nicht wie bei der Elbphilharmonie.»

Mit Helmen und Atemschutz gewappnet betreten wir die noch ziemlich rohen Hallen des künftigen Bades. Auch wenn alle Finessen noch fehlen: Bereits ist zu erahnen, wie es hier im fertigen Zustand aussehen könnte.

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Pommes und Panorama kosten keinen Eintritt

Schauen Sie selber in den Graben

Am Samstag, dem 7. Oktober, ist die Baustelle des Ägeribads für die Ägeritaler Bevölkerung geöffnet. Zwischen 10 und 15 Uhr können sich Interessierte über den aktuellen Stand des Baus informieren und dabei einen Blick hinter die Bad-Kulissen werfen. Mit der Rutschbahn fahren kann man zwar noch nicht, doch darf man ihr im Rahmen eines Wettbewerbs einen Namen geben. Das Ägeribad wir in einem Jahr, Ende September 2018, eröffnet.

Wir stehen im Entrée. Hier werden sich die Wege der Gäste künftig bereits trennen. Rechts zweigt ab, wer sich kein Bad, sondern eher ein Bier und vielleicht eine Portion Pommes genehmigen wird. Dorthin komme einst das Restaurant, erklärt uns Meier. «Und dafür zahlt man natürlich keinen Eintritt.»

Er freut sich über die Terrasse, die hier entstehen wird. «Die Restaurantgäste haben hier ein wunderschönes Panorama vor der Nase.» Doch nicht nur von der Beiz, vom ganzen Projekt ist Meier äusserst begeistert. Die Vorfreude auf den gesamten Betrieb ist ihm deutlich anzusehen. Das ist kein Wunder. Denn abgesehen davon, dass Meier als Gemeindepräsident fungiert, ist er auch der Verwaltungsratspräsident des Ägeribads.

Hier dürfen die Kleinsten planschen.

Hier dürfen die Kleinsten planschen.

(Bild: wia)

Noch sind die Preise nicht bekannt

Wir passieren den Punkt, wo künftig die Kassen stehen werden. Apropos Kasse. Was wird denn der Eintritt kosten? Meier sagt: «Die Preise sind noch nicht ganz fix. Ausserdem sind wir momentan mit den ZVB noch in Verhandlungen für ein öV- und Eintritts-Kombibillet. Doch wird es zwei verschiedene Eintritte geben. Einen nur fürs Bad und einen für den Wellnessbetrieb. Ausserdem Halb- und Ganzjahreskarten und Mehrfacheintritte.» Genaueres zu den Preisen wolle die Ägeribad AG anfangs des kommenden Jahres kommunizieren.

«Es wäre schon sinnvoll, wenn die Kinder einer Seegemeinde gut schwimmen könnten.»

Pius Meier, Gemeindepräsident von Oberägeri

Meier ist voll und ganz der Ansicht, dass es ein solches Bad im Ägerital braucht. «Im Moment gehen unsere Schüler nach Rothenturm in den Schwimmunterricht. Das ist sehr aufwändig. Und es wäre schon sinnvoll, wenn die Kinder einer Seegemeinde gut schwimmen könnten.» Ausserdem werde mit Inkrafttreten des Lehrplan 21 das Schwimmen zum Pflichtfach. Da müsse man vorbereitet sein.

Ein Lättich 2.0? Nicht doch

Meier lotst uns weiter durch die Gänge, vorbei am Planschbecken, dessen schneckenartige Konturen bereits ersichtlich sind. «Davor sehen wir das Multifunktionsbecken, dessen Boden sich verstellen lässt», sagt Meier. Ähnlich wie es im Lättich besteht. Doch, dass das Ägeribad kein Lättich 2.0 wird, ist schnell klar. Etwa, als Meier von der Aussenbadanlage erzählt, die konstant auf 34 Grad geheizt sein wird. Da dürften auch gfrörlige Badefreunde ganzjährlich drin herumschwadern wollen. Und auch hier deutet Meier wieder voller Entzücken in Richtung See- und Rossbergsicht. Und das überhaupt nicht zu Unrecht.

Im Aussenbecken wird man bald im Sommer wie auch im Winter planschen können.

Im Aussenbecken wird man bald im Sommer wie auch im Winter planschen können.

(Bild: wia)

Wir schreiten weiter zur grössten Halle. Ein 25 auf 20,5 Meter grosses Loch klafft hier. Darin sollen einst 7’953 Badewannen voll Wasser Platz haben, lernen wir. Es handelt sich offensichtlich um das Schwimmerbecken. «Und natürlich wird hier nicht nur geschwommen», erklärt Meier. «Unser lokaler Wasserballverein Frosch wird hier trainieren und Matches bestreiten.»

Ein kleineres Schwimmbecken aus finanziellen Gründen

Ist es nicht etwas schade, dass man nicht gleich ein 50-Meter-Becken geschaufelt hat? Im Lättich wird das Fehlen eines solchen Indoorbeckens immer wieder als Defizit genannt. Pius Meier erklärt: «In erster Linie war das ein finanzieller Entscheid. Der ganze Bau wäre sonst viel teurer geworden. Zweitens wäre das Gebäude aufgrund des 50-Meter-Beckens so gross geworden, dass man mitten in die Seeuferschutzzone geraten wäre.»

So dürfen sich die Längenschwimmer, die nun doppelt so oft wenden müssen, zumindest auf die Ganzjahres-Rutschbahn freuen, die gleich nebenan gebaut wird. Viel von ihr ist bis dato noch nicht zu sehen. Einzig das runde Loch, aus der man nach 65 Metern Fahrt herausgespült wird, ist bereits ersichtlich.

All jene, denen das viel zu kindisch ist, fühlen sich in der Saunalandschaft, in die wir alsbald eintreten, wohl eher aufgehoben. Die Saunen befinden sich im ersten Stock des Baus, gleich über den Garderoben. Noch präsentiert sich die Landschaft gänzlich unromantisch. Und auch der Erholungseffekt bleibt aufgrund des Baulärms noch gänzlich aus. Als Meier jedoch erklärt, was hier entsteht, wird einem gleich wärmer ums Herz.

Noch werden im Schwimmerbecken keine Runden gecrowlt und keine Wasserballspiele ausgetragen.

Noch werden im Schwimmerbecken keine Runden gecrowlt und keine Wasserballspiele ausgetragen.

(Bild: wia)

Eine finnische und eine Bio-Sauna sowie ein Dampfbad sind geplant

Zwei Ruheräume wird es geben: «Einer, der absolut still ist, und einer, in dem man miteinander reden darf», so Meier. Von dort aus gebe es jeweils einen Ausgang hinaus auf die Terrasse. Auch dieser wird ganzjährlich geöffnet sein. Eine Biosauna entsteht, dazu eine finnische und ein Dampfbad. Ausserdem ist hier eine weitere, kleinere Sauna ausschliesslich für Frauen geplant. Auch ein warmes und ein kaltes Kneippbecken sollen Platz finden im Wellnessbereich. Ebenso wie Massageräume.

Stellt das Ägeribad für Meier eigentlich das Meisterstück seiner Gemeinderatskarriere dar? Er lacht, findet: «Ich bin kein Prestigehascher und sehe das Bad in erster Linie als etwas, das für die Öffentlichkeit entsteht.» Diese Annahme unterstreiche auch das klare Abstimmungsresultat, bei der die Bevölkerung des Ägeritals dem Projekt mit ungefähr 70 Prozent zustimmte.

Bevor man hier als Wellnessgast ruhen kann, braucht's erst einmal einen Boden.

Bevor man hier als Wellnessgast ruhen kann, braucht’s erst einmal einen Boden.

(Bild: wia)

Es geht treppab, gleich zwei Etagen runter, dorthin, wo sich wohl kein Badegast hin verirren dürfte. Und wir realisieren, welche immense Technik hinter der ganzen Anlage steckt. Grosse Lüftungs- und Lagerräume reihen sich aneinander, riesige Behälter werden künftig das Wasser aufbereiten, oder je nachdem ausscheiden. Zwei Wasserpumpen regeln den Frischwasserzugang. «Bis zu sechs Mal täglich wird das Wasser umgewälzt», sagt Meier. Und er ergänzt: «Es ist nicht so, dass etwas passiert, wenn sich jemand verschluckt. Jederzeit herrscht Trinkwasser-Qualität.»

Holzschnitzel vs. Seewasser: 1 zu 0

Und dann geht’s weiter zum riesigen Heizungsraum. Zwei Holzschnitzel-Verbrennungsanlagen werden bald im Einsatz stehen. «Wir haben der Bevölkerung versprochen, dass wir dafür Holz aus der Gegend verwenden.» Dies sei eine gute Heizmethode, ist sich Meier sicher. Hätte man mittels Seewasser geheizt, wäre der Wärmeentzug viel zu gross geworden. «Das können Sie für kleine Bauten machen. Doch nicht für einen Betrieb in dieser Grösse. Ausserdem hätten wir dafür kaum eine Bewilligung erhalten vom Kanton.»

Am Samstag darf die Ober- und Unterägerer Bevölkerung denn hautnah erleben, was sie sich an der Urne selber beschert haben. Oder wie es Meier formuliert: «Wohin ihre Steuergelder fliessen. Ausserdem», so Meier, «geht es sicher auch darum, dass bei den Ägerern ein wenig Vorfreude ausgelöst wird.» Mit dem ansteckenden Enthusiasmus, den Meier an den Tag legt, wird das ein Kinderspiel.

Hier wird das Wasser für die Becken aufbereitet.

Hier wird das Wasser für die Becken aufbereitet.

(Bild: wia)

 

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