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Biosphäre-Chef will keine «Panikkampagnen»
  • Wirtschaft
Theo Schnider, Direktor der Unesco-Biosphäre Entlebuch. (Bild: zvg)

Entlebucher teilt gegen die Tourismusbranche aus Biosphäre-Chef will keine «Panikkampagnen»

2 min Lesezeit 3 Kommentare 29.05.2020, 10:10 Uhr

Die aktuellen Kampagnen, welche in der Tourismusbranche kursieren, seien nichts als Geldvernichtungsmaschinen, findet der Direktor der Biosphäre Entlebuch. Was es jetzt brauche, seien konkrete Angebote.

«Überall die gleichen oder ähnlichen, langweiligen Recovery-Image-Kampagnen», nervt sich Theo Schnider, der Direktor der Unesco Biosphäre Entlebuch in einem Brief.

Auch über das neue Label «Clean-Safe», welches Schweiz Tourismus mit den Tourismusverbänden gegründet hat, ärgert sich Schnider. «Als ob wir nicht schon genug Label-Dschungel haben.» Ein solches Label lasse vermuten, dass es Tourismusbetriebe und Unternehmen gebe, «die in der angeblich so sauberen Schweiz gar nicht clean und safe sind».

Schnider spricht betreffend der Recovery-Massnahmen von Panikkampagnen und «in ihrer Struktur und Ausbildung nichts als Geldvernichtungsmaschinen».

Angebote statt grosse Worte

Viel eher als schöne Bilder zu zeigen und grosse Worte zu sprechen, sei es vonnöten, konkrete buchbare Angebote zu schaffen. Schnider wünscht sich eher ein praktikables Produkt- und Innovationskompetenzzentrum und ausserdem den Mut, konsequent in Angebote, «ja sogar oder unbedingt in den Ausbau der Infrastruktur» zu investieren.

«Wir haben tolle Angebotsansätze und Infrastrukturen (auch in der Zentralschweiz), denen einfach nur der letzte Schliff fehlt, um Leuchtturm zu werden», ist der Biosphären-Direktor sicher.

Corona als Katalysator

Es brauche Angebote, die Emotionen wecken, Lust machen und dem aktuellen Nachfragetrend entsprechen. Also verstärkt mit Natur- und Outdoor-Erlebnissen, aber auch mit Stadt- und Kulturerlebnissen abseits des Mainstreams.

Zweifelslos treffe Corona die Tourismusbranche mitten in einer Phase des Umbruchs. Doch sei das Virus nicht nur Bremsklotz, sondern mit etwas Distanz betrachtet auch Katalysator und Beschleuniger für den bereits laufenden Veränderungsprozess. «Wir sind in einer spannenden Zeit und wir können jetzt Grossartiges schaffen», ist Schnider überzeugt.

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3 Kommentare
  1. Kasimir Pfyffer, 29.05.2020, 10:44 Uhr

    Der Strukturwandel im Tourismus war schon lange überfällig. Die Destinationen mit Alpen-Disneyland-Strategie und Massentourismus-Glaube wird er zweifellos härter treffen. Das Entlebuch scheint mir hingegen solide aufgestellt, Stichworte „Klasse statt Masse“ respektive „Sanfter Tourismus“.

    1. Theo Schnider, 30.05.2020, 14:50 Uhr

      https://www.travelita.ch/schrattenfluh-rundwanderung/amp/

      GIPFELGLÜCK UND WILDE GESCHICHTEN
      Herzlich willkommen!

    2. Schmidle Didi, 30.05.2020, 15:47 Uhr

      Herr Schnider in der Biosphäre – ein wunderbarer und ehrlicher Visionär. Ich bin ganz seiner Meinung. Angst und kompletter Rückzug schwächt in jeder Hinsicht – auch unsere inneren Abwehrkräfte! Die uns zur Heimat gewordene Zentralschweiz zum gegenseitigen Nutzen zu (be)leben

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