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Ein Drittel der Zuger Waldhütten ist illegal
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Ein Drittel der 266 Waldhütten im Kanton Zug musste abgerissen werden. (Bild: fotolia.de )

Der Kanton eliminiert 75 Bauten im Wald Ein Drittel der Zuger Waldhütten ist illegal

3 Min 10.01.2017, 13:19 Uhr

Die Direktion des Innern hat eine Vielzahl an illegal errichteten Waldhütten im Kanton Zug abreissen lassen. Dies wurde aufgrund der baurechtlichen Überprüfung und Erfassung sämtlicher im Kanton Zug existierenden Waldhütten veranlasst. Das Aufstöbern von illegalen Hütten erfolgte in Zusammenarbeit mit den Revierförstern und dürfte einige Jugendliche ziemlich unglücklich gemacht haben.

Gut ein Dutzend Revierförster durchforstete wortwörtlich den Zuger Wald während der letzten Jahre. Das Ziel: Unrechtmässige Waldhütten aufzustöbern. Und das taten sie mit Erfolg. 266 Hütten wurden geprüft, davon entpuppte sich ein Drittel als illegal. Eine aufwändige Angelegenheit. «Doch nicht nur das Suchen dieser Hütten war zeitaufwändig. Später mussten die Wald- und dadurch auch Hüttenbesitzer kontaktiert werden, und die entsprechenden Unterlagen wurden bearbeitet», erklärt Martin Winkler, Projektleiter beim Amt für Wald und Wild.

Anlass für die Überprüfung der Waldhütten gaben laut der Direktion des Innern (DI) vermehrte Hinweise aus der Bevölkerung, wonach im Zuger Wald immer wieder illegale Waldhütten erstellt worden seien. Die DI ist seit 2012 die zuständige Direktion für derartige Angelegenheiten. Davor waren sowohl Kanton als auch die Gemeinde dafür zuständig. Die neue Regelung erleichtert es laut Kanton, Vorschriften konsequent umzusetzen und illegale Bauten zu verhindern.

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266 Hütten wurden geprüft

Rund ein Drittel der Zuger Waldhütten waren also nicht bewilligungsfähig und wurden deshalb abgerissen. «Natürlich sorgte das hier und dort für Unmut. Beispielsweise bei einigen Jugendlichen, die mit viel Herzblut eine Clubhütte im Wald errichtet hatten», erklärt Winkler.

«Die Mehrheit der Leute zeigte sich kooperativ und verstand sehr wohl, dass der Wald kein rechtsfreier Raum ist und es Regeln und Vorschriften zu akzeptieren gibt.»

Martin Winkler, Projektleiter beim Zuger Amt für Wald und Wild

«Und dann kommen da Leute vom Staat und fordern, dass sie die Hütte abreissen. Wir erklärten ihnen dann jedoch, dass das Bauen im Wald von Gesetzes wegen grundsätzlich verboten sei, wenn es sich beispielsweise nicht um forstwirtschaftlich genutzte Bauten oder um solche handelte, die der Öffentlichkeit dienten. Die Mehrheit der Leute zeigte sich kooperativ und verstand sehr wohl, dass der Wald kein rechtsfreier Raum ist und es Regeln und Vorschriften zu akzeptieren gibt.»

Gesamthaft wurden im Kanton Zug 266 forstliche und nichtforstliche Hütten bewertet. 127 Hütten fielen dabei in die Kategorie der forstlichen Bauten, das heisst sie sind entweder für die Waldbewirtschaftung oder zum Schutz vor Naturgefahren notwendig oder zweckmässig. 139 Hütten fielen in die Kategorie der nichtforstlichen Bauten. Von diesen 139 nichtforstlichen Bauten zählten 121 zu den Kleinbauten (bis 50 Quadratmeter) und 18 zu den Grossbauten (ab 50 Quadratmeter).

Alte Hütten bleiben verschont

Glück hatten Besitzer von Hütten, die nachweislich älter als 30 Jahre waren. Bei diesen konnte gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung kein nachträgliches Baubewilligungsverfahren durchgeführt werden. Sie durften deshalb bestehen bleiben.

Der Kanton Zug hat alle Hüttenbesitzer bei Projektstart schriftlich über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Wurden illegale Bauten festgestellt, gab es drei Optionen: Prüfung einer nachträglichen Bewilligung, Rückbau von unzulässigen Anbauten oder kompletter Abriss der Baute. Ein Drittel aller Waldhütten war nicht bewilligungsfähig und wurde abgerissen. Laut Winkler habe es bei der Untersuchung keinen Fall gegeben, bei dem eine Hütte als Wohnraum genutzt wurde.

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